{"id":112,"date":"2012-06-14T19:17:23","date_gmt":"2012-06-14T17:17:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=112"},"modified":"2012-07-03T19:44:12","modified_gmt":"2012-07-03T17:44:12","slug":"schweinsteiger-der-leader-ist-zuruck-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=112","title":{"rendered":"Schweinsteiger: Der Leader ist zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p>Sorgenkind, Elfmeterversager, L\u00f6ws schlapper Leader: Was war nicht alles zu lesen \u00fcber Bastian Schweinsteiger vor Beginn der EM 2012, ja selbst noch unmittelbar vor dem Prestigeduell der Nationalmannschaft gegen Holland. Aber so geht es im Fu\u00dfball: Neunzig Minuten reichen, damit sich die Fu\u00dfballwelt um 180 Grad dreht, und so schl\u00fcpft Deutschlands Mittelfeldass nach dem 2:1-Sieg \u00fcber den Erzrivalen pl\u00f6tzlich wieder in die Heldenrolle. Mit einer b\u00e4renstarken Leistung erinnerte Schweinsteiger an die Leistungen, die ihn bei der WM 2010 in S\u00fcdafrika fast zum wertvollsten Spieler des Turniers gemacht hatten.<!--more--><\/p>\n<p>Schon die Statistik ist deutlich: Beide Treffer durch Mario Gomez bereitete er mit Traump\u00e4ssen vor. Schweinsteigers erfolgreiches Wechselspiel mit Sami Khedira im defensiven Mittelfeld bildete im zweiten Gruppenspiel den Grundstein des Erfolges.<\/p>\n<p><strong>Neue, alte Freiheiten<\/strong><br \/>\nWeil ihm Real-Star Khedira den R\u00fccken freihielt, hatte Schweinsteiger alle Optionen im Spiel nach vorne: &#8220;Gegen Portugal war ich mehr in der Defensive gebunden. Nun haben sich mehr Chancen f\u00fcr die Offensive geboten, die habe ich genutzt&#8221;, sagte Schweinsteiger \u00fcber seine neuen, alten Freiheiten im taktischen Konzept. Der pers\u00f6nliche Neuanfang, den sich Schweinsteiger vom Turnier so sehr erhoffte: Er k\u00f6nnte doch noch Wirklichkeit werden. Nur die Frage der Fitness h\u00e4ngt wie eine dunkle Wolke \u00fcber dem Auftritt des 27-J\u00e4hrigen. &#8220;Ich habe immer noch Schmerzen&#8221;, gab Schweinsteiger am Tag danach freim\u00fctig zu.<\/p>\n<p><strong>Vom Helden zum Elfmeterversager und zur\u00fcck<\/strong><br \/>\nIm Glutofen von Charkow waren aber alle Zweifel wie weggesp\u00fclt. Kein Gedanke mehr an die vielleicht schwierigste Bundesliga-Saison seiner Karriere, in der er sich nach einem Schl\u00fcsselbeinbruch und einem Au\u00dfenbandanriss gleich zwei Mal m\u00fchsam zur\u00fcck k\u00e4mpfen musste. Kein Gedanke an die Champions League, in der er im Halbfinale erst zum Helden, im Endspiel aber zum tragischen Elfmeterversager wurde. Selbst ein zuf\u00e4lliges Treffen mit Chelsea-Eigner Roman Abramowitsch, dem er artig zum Finalsieg gratulierte, brachte keine b\u00f6sen Erinnerungen hoch.  Um mit Schweinsteigers eigenen Worten zu sprechen: Gegen Holland hatte er rechtzeitig &#8220;seine Eier wiedergefunden&#8221;, so wie zuletzt in der magischen K\u00f6nigsklassen-Nacht in Madrid. Und zumindest f\u00fcr einen Abend hatte er keinen Gedanke \u00fcbrig f\u00fcr den Bluterguss in der Wade, der ihn vor Turnierstart sogar als Wackelkandidaten erscheinen lie\u00df. &#8220;F\u00fcr ein Spiel kann man den inneren Schweinehund \u00fcberwinden&#8221;, sagte Schweinsteiger nebul\u00f6s und n\u00e4hrte so die Zweifel an hundertprozentiger Fitness.<\/p>\n<p><strong>L\u00f6w und die Untertreibung des Abends<\/strong><br \/>\nAber &#8220;Basti ist ein K\u00e4mpfer&#8221;, wie dessen FC-Bayern-Kollege Manuel Neuer lobte, und so waren gegen Holland keine Einschr\u00e4nkungen bei Schweinsteiger erkennbar.  Mit einem Top-Auftritt widerlegte der agile Lenker die Kritiker, die ihn nicht als Chef, sondern wie Kapit\u00e4n Philipp Lahm beizeiten allenfalls als &#8220;Chefchen&#8221; sehen: Mehr Dominanz als im Duell mit den Regie-Gr\u00f6\u00dfen Wesley Snijder, Rafael van der Vaart und deren potenten Adjutanten geht aber nicht. &#8220;Schweinsteiger wird von Spiel zu Spiel besser und zeigt Pr\u00e4senz&#8221;, lobte Bundestrainer den Chefstrategen &#8211; das war wohl die Untertreibung des Abends.\u2028\u2028Schweinsteiger war immer anspielbar und behielt die gr\u00fcnen Quadratmeter vor und neben sich im Auge wie ein Quarterback beim Football: stets auf der Suche nach der ersten, zweiten oder notfalls auch der drittbesten Anspielstation. Nur so konnte er gleich doppelt den perfekten Pass auf Gomez spielen. F\u00fcr das deutsche Spiel war das ein Gl\u00fccksfall, zumal Mesut \u00d6zil auch im zweiten Auftritt weit hinter den Erwartungen zur\u00fcckblieb und als kreativer Ideengeber \u00fcber weite Strecken ausfiel.<\/p>\n<p><strong>&#8220;Wir haben gestanden wie eine Wand&#8221;<\/strong><br \/>\nAber damit war Schweinsteigers Aufgabe l\u00e4ngst nicht erf\u00fcllt. Im R\u00fcckw\u00e4rtsgang erf\u00fcllte er die l\u00e4stige Pflicht ebenso pr\u00e4chtig, auch weil er auch physisch wieder mit seinen Pfunden wucherte und eine starke Zweikampfquote hinlegte. &#8220;Er ist k\u00f6rperlich stark und gewinnt viele Zweik\u00e4mpfe,&#8221; erkannte der Bundestrainer an. Gemeinsam mit dem ebenfalls guten Khedira lie\u00df Schweinsteiger kaum einen holl\u00e4ndischen Angriff bis zur Abwehr durch. &#8220;Wir haben gestanden wie eine Wand&#8221;, fand Schweinsteiger. Kein Wunder, dass die Elftal mit zunehmender Spieldauer immer \u00f6fter mit Sch\u00fcssen aus gro\u00dfer Distanz versuchte, das Bollwerk zu \u00fcberwinden: Das war Verzweiflung pur bei der gro\u00dfen Fu\u00dfballnation, auch der Gegentreffer resultierte aus einem Weitschuss, der zum Gl\u00fcck f\u00fcr die Holl\u00e4nder durch die Beine von Holger Badstuber ging. Hilfreich war auch, dass die deutsche Nationalmannschaft seit der WM 2010 einen Entwicklungssprung gemacht hat: &#8220;Es tut gut, sich mittlerweile auch im Ballbesitz mal ausruhen zu k\u00f6nnen und den Gegner laufen zu lassen&#8221;, sagte Schweinsteiger. Vor nicht allzu langer Zeit war es die DFB-Elf, die beim Spiel Hase und Igel stets das Nachsehen hatte.<\/p>\n<p>Es spricht f\u00fcr Schweinsteiger, dass er die aktuellen Lobhudeleien an sich abprallen l\u00e4sst und diese lieber an die Mannschaft weitergibt. Lieber bricht er eine Lanze f\u00fcr seinen alten Buddy Lukas Podolski, unterst\u00fctzt Mario Gomez oder macht selbst Gegner Holland Hoffnung. So lobte er Podolski f\u00fcr dessen Defensivarbeit, die vielen Beobachtern verborgen blieben. \u00dcber die tolle Ballannahme des vermeintlichen Grobmotorikers Gomez vorm ersten Treffer witzelte er: &#8220;Ich konnte mich gar nicht richtig freuen, weil ich so geschockt war. Wir m\u00fcssen aufpassen, dass Mario nicht nach Brasilien auswandert.&#8221; Und seinem fr\u00fcheren Teamkollegen Mark van Bommel versprach er noch auf dem Rasen von Charkow Sch\u00fctzenhilfe. &#8220;Ich habe im gesagt, dass wir gegen D\u00e4nemark gewinnen. Dann haben es die Holl\u00e4nder selbst in der Hand, ins Viertelfinale zu kommen&#8221;<\/p>\n<p><em>Aus Danzig berichtet Patrick Brandenburg\u2028\u2028, 14.06.2012<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sorgenkind, Elfmeterversager, L\u00f6ws schlapper Leader: Was war nicht alles zu lesen \u00fcber Bastian Schweinsteiger vor Beginn der EM 2012, ja selbst noch unmittelbar vor dem Prestigeduell der Nationalmannschaft gegen Holland. 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