{"id":1280,"date":"2014-02-25T12:30:30","date_gmt":"2014-02-25T10:30:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=1280"},"modified":"2014-02-26T14:06:21","modified_gmt":"2014-02-26T12:06:21","slug":"zenit-soll-das-fenster-zur-welt-oeffnen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=1280","title":{"rendered":"Zenit soll das Fenster zur Welt \u00f6ffnen"},"content":{"rendered":"<p>Steinreich und hoch ambitioniert: Der russische Spitzenreiter St. Petersburg hofft vorm Duell mit dem Vorjahresfinalisten Borussia Dortmund auf eine Riesenchance.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der Blick nach Westen &#8211; vermutlich nirgends in Russland ist er so ausgepr\u00e4gt wie in St. Petersburg. Schon Zar Peter der Gro\u00dfe plante die Metropole vom Rei\u00dfbrett als Fenster zur Welt. Er holte Handwerker aus Holland, um am Fortschritt des Kontinents anzudocken. Fu\u00dfballerisch kn\u00fcpfte die Stadt an dieses Prinzip an, sp\u00e4testens als Zenit 2008 mit dem fr\u00fcheren Bondscoachs Dick Advokaat den UEFA-Cup gewann, wurde das deutlich sichtbar. Seitdem hat der mit Gazprom-Millionen aufgepumpte Klub national seine Rolle gefunden, aber in Europa l\u00e4uft das Team den riesigen Anspr\u00fcchen wieder hinterher. Das Achtelfinal-Duell in der Champions League mit Borussia Dortmund bedeutet die Chance, ein neues Ausrufezeichen zu setzen.<\/p>\n<p><strong>Die Chefs wollen was sehen<\/strong><br \/>\n\u201eMeine Mannschaft lebt f\u00fcr diesen Wettbewerb\u201c, sagt der aktuelle Coach Luciano Spalletti vor der Auseinandersetzung mit dem deutschen Vizemeister. F\u00fcr den mit s\u00fcndhaft teuren Stars wie Hulk oder Axel Witsel aufger\u00fcsteten Spitzenreiter der russischen Premjer Liga ist die K\u00f6nigsklasse die Gelegenheit, sich zu pr\u00e4sentieren. Weniger, um die Kicker f\u00fcr andere Topklubs interessant zu machen &#8211; wer zahlt schon besser als Zenit? &#8211; sondern vielmehr, um im gr\u00f6\u00dften aller Schaufenster die hohen Abl\u00f6sen und exorbitanten Geh\u00e4lter zu rechtfertigen. Gegen\u00fcber der Fu\u00dfballwelt, aber vor allem gegen\u00fcber den eigenen Chefs. \u201eAn der Spitze des Klubs stehen sehr ambitionierte Personen\u201c, sagt der seit 2009 f\u00fcr Zenit verantwortliche Trainer Spalletti und reicht den Druck an seine Spieler weiter: \u201eWir werden gegen den BVB alles versuchen, um diesen Anspr\u00fcchen gerecht zu werden.<\/p>\n<p><strong>Zenit mit nur sechs Punkten ins Achtelfinale<\/strong><br \/>\nWeil die russische Liga erst wieder Anfang M\u00e4rz startet, arbeitet Zenit seit \u00fcber zwei Monaten auf dieses Highlight in der K\u00f6nigsklasse hin. Das k\u00f6nnte sich als Nachteil erweisen, so wie bei Dortmunds Achtelfinal-Gegner der vergangenen Saison: Schachtar Donezk ging ohne Wettkampfpraxis ins Duell und zeigte sich nach einer tollen Gruppenphase noch nicht wieder von seiner besten Seite. F\u00fcr Zenit dagegen kam die Pause eher zur rechten Zeit. Als schlechtester Gruppenzweiter der Geschichte der Champions League rumpelte das Team in die K.-o.-Runde. Trotz einer 1:4-Pleite zum Abschluss bei Austria Wien kam der Klub mit insgesamt nur sechs Z\u00e4hlern weiter, w\u00e4hrend in Dortmunds Gruppe der Dritte Neapel sogar mit der doppelten Punktzahl die Segel strich.<\/p>\n<p><strong>Dortmund sollte trotzdem gewarnt sein<\/strong><br \/>\nVermutlich war der fr\u00fcheren Roma-Trainer und Offensiv-Verfechter Spalletti also froh, in gleich drei Trainingslagern intensiv an der Taktik feilen zu k\u00f6nnen, Spielz\u00fcge einzustudieren und vor allem, die Fehler der Vorrunde aufzuarbeiten. Von den durchwachsenen Resultaten im Testspiel-Marathon des Herausforderers sollte sich der BVB jedenfalls nicht blenden lassen. Was f\u00fcnf Siege, zwei Remis und drei Niederlagen (gegen Donezk, Charkiw und Bratislava) im Vorlauf zur Champions League wert sind, wird wohl erst im Petrowski-Stadion zu sehen sein, in dem beiden Teams im \u00dcbrigen arktische K\u00e4lte erspart bleibt. Zenit-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer warnte die Dortmunder, dass sein Team in der vergangenen Saison trotz Kaltstart den FC Liverpool aus der Europa League warf.<\/p>\n<p><strong>Gazprom-Arena hat wohl sieben Jahre Versp\u00e4tung<\/strong><br \/>\nAllerdings muss der Klub gegen Dortmund auf einen Teil seiner Hardcore-Fans verzichten. Nach Ausschreitungen im Spiel bei der Austria bleibt der Ultra-Block auf Anweisung der UEFA geschlossen. Ins altehrw\u00fcrdige Petrowski-Stadion, diesen Zwanzigerjahre-Bau mit Sowjet-Charme, passen ohnehin nur gut 21.000 Zuschauer, auf Besserung warten die Zenit-Fans seit Jahren &#8211; und m\u00fcssen sich weiter gedulden. Ein neues, hochmodernes Stadion mit ausfahrbarem Rasen und verschlie\u00dfbarem  Dach, vergleichbar dem in Schalke, sollte eigentlich l\u00e4ngst stehen. Doch regelm\u00e4\u00dfig werden beim Bau Fristen gerissen. Weil Russland zwischenzeitlich noch den Zuschlag zur WM 2018 erhielt, musste zudem in Sachen Kapazit\u00e4t gr\u00f6\u00dfer gedacht werden, um der mit f\u00fcnf Millionen Einwohnern zweitgr\u00f6\u00dften Metropole des Landes ein Halbfinale zu bescheren. Die FIFA fordert mindestens 60.000 Pl\u00e4tze f\u00fcr eine solche Partie. Wenn die k\u00fcnftige Gazprom-Arena dann 2017 mit sieben Jahren Versp\u00e4tung endlich fertig wird, k\u00f6nnte sie mit Kosten bis zu einer Milliarde Euro sogar zum teuersten Stadion der Welt aufsteigen.<\/p>\n<p><strong>Irre Shopping-Tour der Russen<\/strong><br \/>\nDie wichtigste Baustelle ist aber das Team. Dort wird ebenso kr\u00e4ftig investiert, dass es einem schwindelig wird. In den vergangenen f\u00fcnf Jahren hat der Klub gut 226 Millionen Euro f\u00fcr neue Spieler ausgegeben und auch nicht ann\u00e4hernd vergleichbar f\u00fcr Transfers kassiert. Von Financial Fair Play will in Petersburg noch niemand etwas h\u00f6ren. Denn nach dem Gewinn des dritten Meistertitels 2012 soll die Lieblingsmannschaft von Staatspr\u00e4sident Wladimir Putin und Regierungschef Dmitri Medwedew endlich in Europa f\u00fcr Aufsehen sorgen. \u201eUnsere Ziele sind klar vorgegeben. Trotz der starken Rivalit\u00e4t der Moskowiter Klubs wollen wir in Russland die dominierende Rolle spielen und uns dabei international noch wesentlich st\u00e4rker profilieren\u201c, sagte Beiersdorfer j\u00fcngst im \u201ekicker\u201c und meinte damit sicher nicht den mehrsprachigen Twitteraccount des Klubs, der auch auf Deutsch zu verfolgen ist.<\/p>\n<p><strong>Drei absolute Routiniers im Team<\/strong><br \/>\nUm im Konzert der Gro\u00dfen die erw\u00fcnschte Duftmarken zu setzen, durfte der Sportdirektor gleich zu Beginn seiner Dienstzeit bei Zenit auf eine irre Shopping-Tour gehen. Alleine f\u00fcr Brasiliens Nationalst\u00fcrmer Hulk \u00fcberwies der zuvor beim Red-Bull-Konzern im Geldausgeben erprobte Manager gesch\u00e4tzte 55 Millionen Euro an den FC Porto. Benfica Lissabon bekam 40 Millionen f\u00fcr Axel Witsel, seinerseits belgischer Nationalspieler. Auch in der aktuellen Winterpause hat Beiersdorfer ordentlich hingelangt. 18 Millionen Euro \u00fcberwies er f\u00fcr den Venezuelaner Jose Rondon an den Liga-Konkurrenten Rubin Kazan, damit die eigene Offensive wieder mehr auf Touren kommt.<\/p>\n<p>Dazu stehen weitere bekannte Namen im Kader. Andrei Arschawin etwa, oder Anatolij Tymoschtschuk. Das begnadete Offensiv-Ass Arschawin wurde bei Arsenal London nie gl\u00fccklich und hofft nun an alter Wirkungsst\u00e4tte an die Leistungen erinnern zu k\u00f6nnen, die ihn nach der EM 2008 zu einem der begehrtesten Spieler der Welt gemacht hatten. Auch der ukrainische Kapit\u00e4n Tymoschtschuk kommt als R\u00fcckkehrer, nun mit dem Siegergen eines FC-Bayern-Akteurs ausgestattet. Beide spielen im Liga-Betrieb nicht die erste Geige, aber gerade bei Highlights unter Flutlicht d\u00fcrfte ihre Erfahrung gefragt sein. In Alexander Kerschakow steht ein weiter Routinier zur Verf\u00fcgung. Mit 28 Treffern hat Russlands Nationalst\u00fcrmer inzwischen Legende Oleg Blochin als Rekordtorsch\u00fctze abgel\u00f6st: Kein Spieler aus den Staaten der fr\u00fchen Sowjetrepubliken traf im Europapokal besser.<\/p>\n<p><strong>Spalletti: K\u00f6nnen neues Kapitel aufschlagen<\/strong><br \/>\nNachdem Zenit mit zwei Meisterschaften und einem Pokalsieg in den vergangen vier Jahren in Russland voll auf Kurs liegt, soll nun auch international wieder mal ein Erfolgserlebnis her. Der unvergessliche Lauf zum UEFA-Cup-Sieg 2008 dient als Blaupause, damals spielte das Team erst N\u00fcrnberg und Leverkusen schwindelig und im Halbfinale sogar den FC Bayern. Die 4:0-Dem\u00fctigung der M\u00fcnchner im R\u00fcckspiel ist Legende. In der Champions League steht der Klub aus der n\u00f6rdlichsten Millionenstadt der Welt dagegen erst zum zweiten Mal nach der Saison 2010\/2011 in der K.-o.-Runde. Bis ins Viertelfinale drang Zenit nie vor.<\/p>\n<p>Das soll sich nun \u00e4ndern, zumal auch die anf\u00e4ngliche Gr\u00fcppchenbildung zwischen der Russen- und Legion\u00e4rsfraktion angeblich beendet ist. \u201eHinter uns steht eine Millionenstadt mit leidenschaftlichen Fans. Wir haben nun die M\u00f6glichkeit, ein neues Kapitel in der Geschichte des Klubs aufzuschlagen\u201c, sagt Trainer Spalletti mit ein wenig Pathos. \u201eDaf\u00fcr werden wir gegen Borussia Dortmund alles tun.\u201c In St. Petersburg geht der Blick nach Westen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Steinreich und hoch ambitioniert: Der russische Spitzenreiter St. Petersburg hofft vorm Duell mit dem Vorjahresfinalisten Borussia Dortmund auf eine Riesenchance.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1291,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","enabled":false}}},"categories":[66],"tags":[16,248,132,131,130],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.athletic-brandao.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/zenit.jpg?fit=150%2C150","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p2zHXD-kE","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1280"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1280"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1280\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1294,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1280\/revisions\/1294"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1291"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1280"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1280"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1280"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}