{"id":1282,"date":"2014-02-26T08:20:31","date_gmt":"2014-02-26T06:20:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=1282"},"modified":"2014-03-20T04:18:58","modified_gmt":"2014-03-20T02:18:58","slug":"lewandowski-schreibt-bvb-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=1282","title":{"rendered":"Lewandowski schreibt BVB-Geschichte"},"content":{"rendered":"<p>Mit seinem Doppelpack bei Zenit st\u00fcrzt der St\u00fcrmer eine Borussen-Ikone aus der Rekordliste und n\u00e4hrt die Hoffnung, dass es in der etwas k\u00fchlen Beziehung zwischen dem k\u00fcnftigen M\u00fcnchner und Dortmund doch so etwas geben wird wie: Trennungsschmerz.<!--more--><\/p>\n<p>Sp\u00e4testens mit dem erneuten BVB-Spektakel in St. Petersburg d\u00fcrften sie sich erledigt haben: die allerletzten Zweifel, ob es richtig war, bei Robert Lewandowski auf eine fette Abl\u00f6se von bis zu 30 Millionen Euro zu verzichten und lieber auf die ungewisse Dividende eines erf\u00fcllten Arbeitsvertrags zu pokern. Mit seinen Champions-League-Treffern f\u00fcnf und sechs in der laufenden Saison war der polnische Nationalst\u00fcrmer erneut Borussia Dortmunds Erfolgsgarant in der K\u00f6nigsklasse. Dank seiner Tore im wilden 4:2-Ausw\u00e4rtssieg bei Zenit  kann nur noch eine sportliche Dummheit den erneuten Weg von Schwarz-Gelb ins Viertelfinale versperren. Ganz nebenbei k\u00f6nnte Lewandowskis Abschied zum FC Bayern vielleicht doch viel gef\u00fchlvoller f\u00fcr beide Seiten ablaufen als bef\u00fcrchtet.<\/p>\n<p><strong>Auf seinem Spiel baut alles auf<\/strong><br \/>\n\u201eRobert ist so wichtig f\u00fcr uns\u201c, zog Sebastian Kehl den Hut &#8211; nach einer irren Partie mit sechs Toren und ungleich mehr Chancen im altehrw\u00fcrdigen Petrowski-Stadion, dieser Uraltarena mit Sowjet-Charme auf einer Insel in der Kleinen Newa. \u201eNicht nur, weil er so viele Tore schie\u00dft, er ist auch unglaublich pr\u00e4sent\u201c, f\u00fcgte der BVB-Kapit\u00e4n hinzu. In der Tat. Lewandowski zeigte sich in seinem 50. Europapokalspiel gewohnt treffsicher und ist inzwischen an 20 von 39 BVB-Toren in der K\u00f6nigsklasse direkt beteiligt, seit die Dortmunder 2011 zur\u00fcck auf die gro\u00dfe B\u00fchne gefunden haben. 16 Tore erzielte er davon selbst. Aber auch sonst ist er mit die Seele des Dortmunder Spiels. Auf seiner unerm\u00fcdlichen Arbeit, dem Abnutzungskampf in der Sturmspitze, baut der Erfolg des Vorjahresfinalisten auf.<\/p>\n<p><strong>Klopp vor neuen Diskussionen bewahrt<\/strong><br \/>\nSchon nach einer halben Stunde und dann erneut kurz nach dem Wechsel h\u00e4tte sich Lewandowski mit einem Treffer f\u00fcr eine erneut au\u00dfergew\u00f6hnliche Leistung belohnen k\u00f6nnen. Dann fand der k\u00fcnftige Star des FC Bayern mit seinem Doppelschlag Mitte der zweiten Halbzeit jeweils die richtige Antwort auf Zenits Anschlusstreffer. Besser h\u00e4tte man die Tore gar nicht timen k\u00f6nnen. Nur vier Minuten nach dem umstrittenen und etwas gl\u00fccklichen Anschlusstreffer durch Oleg Schatow (57.) brachte Lewandowski durch ein tolles Zusammenspiel mit dem starken Lukasz Piszczek die beruhigende Zwei-Tore-F\u00fchrung zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Nach Hulks ebenfalls nicht zweifelsfrei klarem Foulelfmeter (69.) brauchte er sogar nur zwei Minuten, um wieder f\u00fcr deutliche Verh\u00e4ltnisse zu sorgen und Trainer J\u00fcrgens Klopps Diskussionen mit dem vierten Offiziellen im Keim zu ersticken. F\u00fcr die teils anarchisch gespielte zweite Halbzeit des BVB, der sich gegen einen \u00fcberforderten, aber irgendwann mit dem Mute der Verzweiflung anrennenden Gegner unn\u00f6tig selbst das Leben schwer machte, war das Gold wert.<\/p>\n<p><strong>Das Geld vermutlich wieder eingespielt<\/strong><br \/>\nF\u00fcr die Kasse und das Renommee der Borussia nat\u00fcrlich ebenso. Denn auch im Jahr nach der Finalteilnahme in der K\u00f6nigsklasse wird der BVB nun aller Voraussicht nach wieder offiziell zu den acht besten Teams Europas geh\u00f6ren. \u201eFalls uns der Einzug ins Viertelfinale gelingt, w\u00e4re das fantastisch und w\u00fcrde f\u00fcr Stetigkeit stehen\u201c, sagte BVB-Chef Watzke nach dem optimalen Hinspiel-Ergebnis und sah sich wohl darin best\u00e4tigt, Lewandowski noch ein weiteres Jahr zu halten.<\/p>\n<p>Denn der St\u00fcrmer hat allergr\u00f6\u00dften Anteil daran, dass Schwarz-Gelb weiter im Konzert der Gro\u00dfen mitmischt. Mit bislang 14 Treffern in der Bundesliga ist der 25-J\u00e4hrige in seiner letzten Saison bei den Westfalen auf dem besten Weg, sich dort endlich den Traum von der Torj\u00e4gerkanone erf\u00fcllen und seinem Klub dabei die erneute Qualifikation f\u00fcr die Champions League zu sichern. Und mit seiner Kaltschn\u00e4uzigkeit auf Europas Fu\u00dfballpl\u00e4tzen hat der Angreifer den Dortmundern bestimmt schon das Geld eines vorzeitigen Wechsels eingespielt.<\/p>\n<p><strong>Fahnenflucht bislang eher gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfig registriert<\/strong><br \/>\nAuch in finanziell nicht messbaren Kategorien macht er es den zahlreichen potenziell Entt\u00e4uschten schwer. Denn f\u00fcr alle Zweifler unter den Dortmunder Fans gilt diese Nachricht: Lewandowski ist mit 18 Treffern nun der erfolgreichste Europacup-Torsch\u00fctze der Westfalen und hat damit sogar den ewigen Publikumsliebling Stephane Chapuisat abgel\u00f6st. Mit dem Schweizer sind all die gro\u00dfen Erfolge der Neunziger Jahre f\u00fcr immer verkn\u00fcpft, trotzdem kommt er nur auf 16. Entgegen mancher Bef\u00fcrchtungen l\u00e4sst sich Musterprofi Lewandowski nach dem monatelangen Wechseltheater eben nicht h\u00e4ngen und schafft damit die Voraussetzung f\u00fcr einen tollen Abgang bei Schwarz-Gelb &#8211; falls sich die Anh\u00e4ngerschaft darauf einlassen sollte.<\/p>\n<p>\u201eLewa hat sich von den ganzen Schlagzeilen nicht beeindrucken lassen\u201c, lobte Kapit\u00e4n Kehl den Teamkollegen, der j\u00fcngst auf offener Stra\u00dfe mit einem Fan aneinandergeraten war, der ihm den n\u00e4chsten Karriereschritt zum verhassten Rivalen \u00fcbelgenommen hatte. Au\u00dferdem hatten Unbekannte sein Auto aufgebockt und alle Reifen geklaut. Direkt vor der eigenen Haust\u00fcr. Ansonsten hatten die Fans den Plan des Abtr\u00fcnningen in spe auf der Trib\u00fcne ja eher gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfig zur Kenntnis genommen, und nicht mit dem Entsetzen entt\u00e4uschter Liebe wie etwa bei Mario G\u00f6tze.<\/p>\n<p><strong>R\u00fcckkehr zum Powerfu\u00dfball<\/strong><br \/>\nDer Protagonist selbst nahm die erneute Klasseleistung beim erschreckend chaotisch spielenden Spitzenreiter der russischen Premjer Liga und den Eintrag in die Geschichtsb\u00fccher locker. \u201eDie meisten Europacup-Tore? Das spielt keine Rolle. Zwei Tore in f\u00fcnf Minuten zu erzielen, das war cool\u201c, sagte der Pole und lobte lieber die beiden ersten Treffern seiner Mitstreiter, die den BVB vor gut 18.000 Fans in der russischen Millionen-Metropole fr\u00fch auf den richtigen Weg brachten. Der Doppelschlag von Henrich Mkhitarjan (4.) und Marco Reus (5.) gleich zu Spielbeginn war wirklich beeindruckend. Nie zuvor gelang dem BVB in der Champions League ein solcher Blitzstart. Ganze 75 Sekunden lagen zwischen den beiden sch\u00f6n herausgespielten und durch brutales Gegenpressing erzwungenen Toren. Das war Powerfu\u00dfball par excellence. Dortmund, alte Schule.<\/p>\n<p>Nur in dieser Anfangsphase hielt sich Lewandowski noch zur\u00fcck. Aber schon bald zeigte er, was ihn so wertvoll f\u00fcr den BVB macht und m\u00f6glicherweise bald f\u00fcr die Bayern werden l\u00e4sst. In seiner Ballannahme ist der Pole unerreicht. Wie er sich immer wieder in der Spitze behauptet und so dem ganzen Team Zeit gibt, nachzur\u00fccken und in Position zu gehen, ist schlicht einmalig. Sein Einsatz in St. Petersburg war nach einer Grippe am Wochenende lange fraglich. Dass diese ihn bei der peinlichen 0:3-Bundesligapleite des Vizemeisters in Hamburg zuletzt beeintr\u00e4chtigt hatte, konnte man sich denken. Nun f\u00fchrte er den Beweis.<\/p>\n<p><strong>Vorbereitung auf die Zeit nach Lewandowski<\/strong><br \/>\n\u201e\u00dcber Lewa brauchen wir nicht zu reden. Seine Leistung ist schon die ganze Saison \u00fcber richtig gut\u201c, sagte Sportdirektor Michael Zorc und gab indirekt eine Ahnung, wie sehr der Klub seinen Ausnahmest\u00fcrmer nach der Saison vermissen k\u00f6nnte. Trainer J\u00fcrgen Klopp, der seinen Sch\u00fctzling nach schlechteren Spielen stets in Schutz nahm und \u00fcber jeden Verdacht stellte, mit den Gedanken schon im S\u00fcden der Republik zu sein, agierte dagegen einmal mehr antizyklisch. Er versuchte lieber, nach dem schlimmen R\u00fcckschlag in der Bundesliga die positive Energie gleich aufs ganze Team zu \u00fcbertragen: \u201eDas war richtig stark heute von ihm. Aber ausschlaggebend ist, wie seine Tore entstanden sind. Die Reaktion der Mannschaft war herausragend.\u201c Darauf m\u00fcssen sich Klopp und Co. schlie\u00dflich auch langsam argumentativ vorbereiten: Auf die schwere Zeit nach Lewandowski.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit seinem Doppelpack bei Zenit st\u00fcrzt der St\u00fcrmer eine Borussen-Ikone aus der Rekordliste und n\u00e4hrt die Hoffnung, dass es in der etwas k\u00fchlen Beziehung zwischen dem k\u00fcnftigen M\u00fcnchner und Dortmund doch so etwas geben wird wie: Trennungsschmerz.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","enabled":false}}},"categories":[66],"tags":[16,248,68,130],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p2zHXD-kG","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1282"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1282"}],"version-history":[{"count":7,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1282\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1289,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1282\/revisions\/1289"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1282"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1282"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1282"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}