{"id":1296,"date":"2014-03-20T04:18:27","date_gmt":"2014-03-20T02:18:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=1296"},"modified":"2014-04-06T10:22:04","modified_gmt":"2014-04-06T08:22:04","slug":"der-bvb-ist-weiter-doch-der-zauber-ist-weg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=1296","title":{"rendered":"Der BVB ist weiter, doch der Zauber ist weg"},"content":{"rendered":"<p>Eine knappe Niederlage gegen Zenit St. Petersburg reicht Borussia Dortmund, um den Vorsto\u00df unter die besten acht Teams Europas zu best\u00e4tigen. \u2028\u2028Nachdem die fr\u00fcheren Vollgasfu\u00dfballer auf der Felge ins Viertelfinale der Champions League rollen, legen sie sich mit den eigenen Fans an.<!--more--><\/p>\n<p>Als der n\u00e4chste Meilenstein der Klubgeschichte endlich geschafft war, wurde es ein wenig gespenstisch im fr\u00fcheren Westfalenstadion. Die Dortmunder Borussia hatte gerade zum zweiten Mal in Folge das Viertelfinale der Champions League erreicht, ein solcher Doppelschlag war dem Klub zuletzt vor 16 Jahren gelungen. Doch die \u00fcberschw\u00e4ngliche Jubelsause nach Spielende fiel aus. Die S\u00fcdtrib\u00fcne war nur noch zur H\u00e4lfte gef\u00fcllt, als sich die Spieler vor der Gelben Wand abfeiern lassen wollten. Selbst unter den Treuesten der Treuen sprinteten viele lieber schnell zum letzten Zug, als eine Europapokal-Party zu feiern. Schon w\u00e4hrend der Partie, als die 1:2-Heimpleite gegen Zenit St. Petersburg langsam aber sicher Gestalt annahm, hielt sich die Begeisterung in Grenzen. Das latente Grummeln auf den R\u00e4ngen war weniger zu h\u00f6ren als zu sp\u00fcren &#8211; aber so deutlich, dass sich drei BVB-Urgesteine nach Spielschluss bem\u00fc\u00dfigt sahen, die eigenen Fans zu kritisieren.<\/p>\n<p><strong>Der Jubil\u00e4umssieg l\u00e4sst noch auf sich warten<\/strong><br \/>\n\u201eDas gef\u00e4llt mir \u00fcberhaupt nicht. Nach jedem Ballverlust Gest\u00f6hne. Nachher darf man pfeifen, aber im Spiel brauchen wir die Unterst\u00fctzung\u201c, schimpfte Urborusse Kevin Gro\u00dfkreutz wie ein Rohrspatz in die TV-Kameras und hatte dabei offenbar die Haupttrib\u00fcne im Visier. Angesichts einer erschreckend stotternden Leistung der fr\u00fcheren Vollgasfu\u00dfballer waren die Anh\u00e4nger auf den R\u00e4ngen teilweise nicht in Stimmung, einen Fu\u00dfballfeiertag zu zelebrieren. Beim Durchmarsch ins Finale der K\u00f6nigsklasse in der vergangenen Saison waren diese Feste noch mit sch\u00f6nster Regelm\u00e4\u00dfigkeit zu bestaunen. Trotz des scheinbar komfortablen 4:2-Vorsprungs aus dem Hinspiel in Russland mussten die Fans nun deutlich mehr zittern als gedacht. Nur ein Gegentreffer zus\u00e4tzlich, und der BVB h\u00e4tte weiche Knie bekommen. Zwei mehr, und das Abenteuer Europa w\u00e4re sogar beendet gewesen. All das war durchaus m\u00f6glich gegen St. Petersburg. Ein wirkungsvoller Euphorie-Killer, denn viele Schwarz-Gelbe waren im 200. Europapokalspiel des Champions-League-Siegers von 1997 fest auf Jubil\u00e4umssieg Nummer 100 programmiert und nicht auf die wettbewerbs\u00fcbergreifend bereits sechste Heimpleite der laufenden Saison.<\/p>\n<p>\u201eDas war kein gutes Spiel von uns heute, wir haben viele Fehler gemacht\u201c, gab Sportdirektor Michael Zorc zu. Nach dem m\u00e4\u00dfigen Auftritt der Mannschaft beeilten sich die Verantwortlichen des BVB aber auch, das Resultat ins rechte Verh\u00e4ltnis zu setzen. \u201eEin ganz, ganz gro\u00dfartiger Erfolg versteckt sich manchmal hinter einer 1:2-Niederlage\u201c, sagte etwa J\u00fcrgen Klopp beinahe philosophisch. Wie schon vor vier Tagen bei der Bundesliga-Heimniederlage gegen Gladbach stellte sich der Trainer vor sein eigenes Team und scheute nicht einmal davor zur\u00fcck, Gegner Zenit sicherheitshalber zu einer \u201eunfassbar talentierten Mannschaft\u201c zu \u00fcberh\u00f6hen, obwohl die Russen seit Oktober 2013 nur zwei von 13  Pflichtspielen gewonnen haben.<\/p>\n<p><strong>BVB verkrampft in der Schonhaltung<\/strong><br \/>\nZenits Traumtor durch Brasiliens Nationalst\u00fcrmer Hulk nach gut einer Viertelstunde raubte dem BVB schnell die Sicherheit, einen l\u00e4ssigen Auftritt hinzulegen. Nicht einmal Sebastian Kehls Ausgleichstreffer noch vor der Pause (38.) war geeignet, Souver\u00e4nit\u00e4t herzustellen. Der Kapit\u00e4n nickte nach Ma\u00dfflanke von Marcel Schmelzer zu seinem allerersten Champions-League-Treffer ein. Nachdem der BVB im ersten Durchgang durch einen Kopfball des ansonsten unterirdischen Pierre-Emerick Aubameyang (5.) und den strammen Weitschuss von Kevin Gro\u00dfkreutz (24.) immerhin zwei weitere richtig gute Chancen besa\u00df, verkrampfte sich die Borussia nach dem Wechsel in ihrer Schonhaltung.<\/p>\n<p>Keine einzige zwingende Aktion gelang den Dortmundern, in der Schaltzentrale war Henrich Mchitarjan erneut ein Totalausfall. Wie schon zuletzt in der Liga wirkten die Ideen im Offensivspiel der Westfalen mitunter unverst\u00e4ndlicher als die Steuerakte von Uli Hoene\u00df. Obwohl die Partie beim Spielstand von 1:1 wieder wie gemalt war f\u00fcr die ehemaligen Umschaltweltmeister, fanden die Klopp-Sch\u00fctzlinge nicht ein einziges Mal (!) gef\u00e4hrlich den Weg vors Tor von Zenit-Keeper Wjatscheslaw Malafejew. Auf der anderen Seite suchte Zenit bis zuletzt seine kleine Chance, kam durch Jose Rondon (73.) zum zweiten Treffer und h\u00e4tte durch den Distanzschuss von Axel Witsel sogar fast noch das bedrohliche dritte Tor erzielt (88.). Ein fetter Korken auf der Dortmunder Vorliebe f\u00fcr Party und Euphorie.<\/p>\n<p><strong>&#8220;Ein Heimspiel sollte ein positives Erlebnis sein&#8221;<\/strong><br \/>\n\u201eIch habe das Gef\u00fchl, dass wir uns daf\u00fcr entschuldigen m\u00fcssen, in der Runde der letzten Acht zu sein. Das st\u00f6rt mich\u201c, kritisierte Mittelfeldspieler Nuri Sahin, nachdem alle mal kr\u00e4ftig durchatmen konnten. Neben Gro\u00dfkreutz rieb sich auch der zweite Urborusse offenbar an der mangelnden Unterst\u00fctzung, anstatt die eigene, h\u00f6chstens durchschnittliche Darbietung daf\u00fcr verantwortlich zu machen, dass der Funke nicht \u00fcbersprang wie gegen Donezk, Malaga oder Madrid in der vergangen Saison, oder selbst noch gegen Neapel oder Marseille in der j\u00fcngsten Gruppenphase. Auch Routinier Kehl gesellte sich zu den Kritikern, als er auf die Atmosph\u00e4re und die Ungeduld mancherFans angesprochen wurde. \u201eEinige in der Mannschaft besch\u00e4ftigt das sehr. Ein Heimspiel sollte ein positives Erlebnis sein.\u201c<\/p>\n<p><strong>Das Lazarett wird gr\u00f6\u00dfer, die Aufgabe schwieriger<\/strong><br \/>\nImmerhin fand Robert Lewandowski klare Worte zur sportlichen Leistung: \u201eWenn wir so spielen wie heute, wird es im Viertelfinale schwer\u201c, sagte der St\u00fcrmer, der ebenfalls einen gebrauchten Abend erwischte und sich zu allem \u00dcberfluss noch eine Gelbe Karte einhandelte: Im richtungsweisenden Hinspiel der n\u00e4chsten Runde ist Dortmunds Lebensversicherung in Sachen Europapokaltore gesperrt. Weil kurz vor Schluss in Au\u00dfenverteidiger Schmelzer auch noch der st\u00e4rkste Borusse dieses Achtelfinalduells verletzt ausfiel und das BVB-Lazarett immer gr\u00f6\u00dfer wird, steht Dortmund zumindest auf dem Papier schon jetzt vor einer nahezu unl\u00f6sbaren Aufgabe.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich liegen bei der Auslosung in Nyon am Freitag nur noch absolute Top-Teams wie Bayern M\u00fcnchen, der FC Barcelona, Real Madrid, Paris Saint-Germain, der FC Chelsea oder Atletico Madrid im Topf. Im Normalfall sollten diese H\u00fcrden zu hoch sein f\u00fcr eine Mannschaft, die auf der Suche nach gesunden Akteuren ist und immer \u00f6fter auch nach der Seele ihres Spiels. Lediglich das Los Manchester United scheint derzeit ein wenig Hoffnung zu bieten, da die Engl\u00e4nder trotz des Weiterkommens in einer unbew\u00e4ltigten Krise stecken.<\/p>\n<p><strong>&#8220;Die Creme de la Creme &#8211; und wir!&#8221;<\/strong><br \/>\nAuch wenn der erneute Einzug ins Viertelfinale nat\u00fcrlich ein Riesenerfolg ist &#8211; verdient obendrein angesichts des unfassbaren Ausfallpechs in den letzten Wochen und Monaten &#8211; so wirkt es 2014 doch ein wenig, als habe sich der BVB ins Konzert der Gro\u00dfen verirrt. Nicht nur aus finanzieller Sicht, wie im vergangenen Jahr, oder aus atmosph\u00e4rischer, wie nun ziemlich \u00fcberraschend deutlich wurde, sondern vom spielerischen Niveau. Der ganz gro\u00dfe Zauber scheint weg bei dem Team, das in den j\u00fcngsten drei Spielzeiten doch alle Fu\u00dfball-Gesetze aus den Angeln gehoben hatte.<\/p>\n<p>Dass der Klub zur\u00fcckgeworfen ist auf seine Rolle als krasser Au\u00dfenseiter, k\u00f6nnte allerdings auch ein Segen sein, um Team und Zuschauer bei der schweren Aufgabe in den beiden ersten Aprilwochen wieder zusammenzuschwei\u00dfen. Der nie um einen Spruch verlegene Klopp arbeitet jedenfalls schon clever vor, um die Sinne f\u00fcr die \u00e4u\u00dferen Feinde zu sch\u00e4rfen: \u201eIm Viertelfinale der Champions League steht die Creme de la Creme des europ\u00e4ischen Fu\u00dfballs &#8211; und wir!\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine knappe Niederlage gegen Zenit St. Petersburg reicht Borussia Dortmund, um den Vorsto\u00df unter die besten acht Teams Europas zu best\u00e4tigen. \u2028\u2028Nachdem die fr\u00fcheren Vollgasfu\u00dfballer auf der Felge ins Viertelfinale der Champions League rollen, legen sie sich mit den eigenen &hellip; <a href=\"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=1296\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","enabled":false}}},"categories":[66,14],"tags":[16,248,112,130],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p2zHXD-kU","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1296"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1296"}],"version-history":[{"count":22,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1296\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1319,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1296\/revisions\/1319"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1296"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1296"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1296"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}