{"id":1340,"date":"2014-04-06T00:30:39","date_gmt":"2014-04-05T22:30:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=1340"},"modified":"2014-04-09T04:04:02","modified_gmt":"2014-04-09T02:04:02","slug":"ach-du-heilige-querlatte","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=1340","title":{"rendered":"Ach du heilige Querlatte!"},"content":{"rendered":"<p>Wolfsburgs irres Alupech er\u00f6ffnet dem BVB eine unverhoffte R\u00fcckkehr. Nach einem k\u00e4mpferischen Kraftakt feiern Fans und Spieler von Borussia Dortmund das n\u00e4chste Liga-Comeback wie eine kleine Meisterschaft.<!--more--><\/p>\n<p>Auch nach 40 Jahren produziert das fr\u00fchere Westfalenstadion noch Neues, Irres und Ungeheuerliches. Der doppelte Lattentreffer von Wolfsburgs Ivica Olic im Geburtstagsspiel der Borussen-Heimat wird den Anh\u00e4ngern von Schwarz-Gelb wohl lange in Erinnerung bleiben. Innerhalb eines Wimperschlags brachte der VfL-St\u00fcrmer das Kunstst\u00fcck fertig, den Ball vor F\u00fc\u00dfen der S\u00fcdtrib\u00fcne gleich zwei Mal an die Unterkante des Tor-Geb\u00e4lks zu setzen. Es h\u00e4tte der zweite Treffer der G\u00e4ste sein m\u00fcssen und damit vermutlich der fr\u00fche Schlusspunkt unter eine Partie, in der Borussia Dortmund \u00fcberfordert schien. Doch nach diesem unfassbaren Gl\u00fccksmoment wachte der BVB auf und drehte die Partie zu einem 2:1-Sieg. Als ob sie eine kleine Meisterschaft errungen h\u00e4tte, ballten die Spieler nach Abpfiff die F\u00e4uste und reckten die Arme in die H\u00f6he. Die zuhause oft leidgepr\u00fcften Fans machten nur allzu gerne mit und feierten ihr Team ausgelassen wie lange nicht in dieser Saison.<\/p>\n<p><strong>Lange Zeit zu simpelsten Fehlern gedr\u00e4ngt<\/strong><br \/>\n\u201eWer den Jubel gesehen hat, kann sich vorstellen, wie erleichtert wir waren\u201c, gab BVB-Trainer J\u00fcrgen Klopp nach der umk\u00e4mpften Partie freim\u00fctig zu. Denn bei nun zehn Punkten Vorsprung auf den vierten Rang und einer spektakul\u00e4ren Tordifferenz von plus 32 ist f\u00fcr den aktuellen Tabellenzweiten das Saisonziel direkte Champions-League-Qualifikation nun zum Greifen nahe. Angesichts nur noch f\u00fcnf zu spielender Partien im Saisonfinale sagte Klopp: \u201eWir haben jetzt einen Abstand zwischen uns und den wilden Verfolgern, der uns nicht bei jedem Fehler gleich unter Druck setzt.\u201c Dank der gleichzeitigen Ausrutscher von Revierrivale Schalke 04, von Bayer Leverkusen und der verpassten Chance der Wolfsburger sollte mindestens Rang drei f\u00fcr den Vizemeister des vergangenen Jahres sicher sein.<\/p>\n<p>Der Weg dahin war allerdings ziemlich beschwerlich. Gegen brutal starke Wolfsburger zeigten die m\u00fcden Europapokal-Pechv\u00f6gel des BVB eine schwache erste H\u00e4lfte und kn\u00f6pften dabei nahtlos an die f\u00fcrchterlichen ersten 45 Minuten unter der Woche in Madrid an, als der Vorjahresfinalist der Champions League zwei von insgesamt drei Treffern kassierte und aller Wahrscheinlichkeit nach den erneuten Einzug ins Halbfinale der K\u00f6nigsklasse verspielte. Auch gegen Wolfsburg lief der BVB zun\u00e4chst best\u00e4ndig hinterher, lie\u00df sich immer wieder zu simpelsten Fehlern dr\u00e4ngen und hatte alles Gl\u00fcck der Welt, dass die Partie zur Halbzeit nicht schon zu Gunsten der G\u00e4ste entschieden war.<\/p>\n<p><strong>Olics doppeltes Lattenpech<\/strong><br \/>\n\u201eBei 19 Torabschl\u00fcssen ist ein Treffer wohl zu wenig\u201c, sagte Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking entt\u00e4uscht und mit einem Achselzucken. Olic hatte mit einer ersten Gro\u00dfchance in der 11. Minute den VfL-Chancenwucher eingel\u00e4utet, Kevin de Bruyne trat in der 24. Minute frei vorm Kasten deutlich zu weit dran vorbei, nur eine Minute sp\u00e4ter rettete Mitch Langerak bei Hummels Querschl\u00e4ger in h\u00f6chster Not. Nur in der 33. Minute musste sich Dortmunds Ersatzkeeper geschlagen geben. Nachdem der Ersatz des angeschlagenen Stammtorh\u00fcters Roman Weidenfeller  den Kopfball von Junior Malanda nur abklatschen konnte, war Olic per Abstauber zur Stelle und erzielte die hoch verdiente F\u00fchrung (33.).<\/p>\n<p>Doch dann kam die sagenumwobene Szene, die ihren Platz in der ruhmreichen Geschichte des Dortmunder Fu\u00dfballtempels einnehmen wird: Nach einer Ma\u00dfflanke von de Bruyne setzte Olic den Ball aus k\u00fcrzester Distanz an die Unterkante der Latte, der Abpraller fiel dem St\u00fcrmer-Oldie auf der Torlinie liegend erneut auf den Fu\u00df und ging wieder ans Geb\u00e4lk (40.). Statt 0:2 prangte weiter ein ertr\u00e4glicher Minimalr\u00fcckstand von der Anzeigetafel, die zum Stadionjubil\u00e4um schick auf Retro getrimmt war. Dortmund konnte sein Gl\u00fcck kaum begreifen. Nach diesem Wunder darf man die Querlatte vor der S\u00fcd aus BVB-Sicht getrost heilig sprechen! <\/p>\n<p><strong>Wolfsburgs Spieler rennen sich \u00fcber den Haufen<\/strong><br \/>\n\u201eIn der zweiten Halbzeit ist dann der Knoten bei uns aufgegangen\u201c, sagte ein erleichterter Klopp sp\u00e4ter. Dazu hatte der Coach der Dortmunder selbst einiges beigetragen. Denn entgegen seiner \u00fcblichen Praxis wechselte der 46-J\u00e4hrige bereits nach der Pause doppelt und stellte zudem auf ein offensiveres 4-1-4-1-System um. Milos Jojic ersetzte Nuri Sahin, r\u00fcckte aber weiter nach vorne als Dortmunds defensiver Mittelfeldmotor und verst\u00e4rkte so den Druck auf Wolfsburgs Schaltzentrale. Linksverteidiger Erik Durms kam f\u00fcr den schwachen Pierre-Emerick Aubameyang und erm\u00f6glichte es Klopp, Kevin Gro\u00dfkreutz von der Viererkette wieder weiter nach vorne zu ziehen, wo er zumindest an diesem Abend wesentlich besser ins Spiel passte. \u201eIch sehe Kevin alles nach. Wir wissen, was wir an ihm haben. Aber er hat heute einige Male falsch gestanden\u201c, erkl\u00e4rte Dortmunds Trainer.<\/p>\n<p>Das war die richtige L\u00f6sung f\u00fcr das Problem, und der Erfolg lie\u00df nicht lange auf sich warten. St\u00fcrmerstar Robert Lewandowski traf nach Marco Reus\u2018 Ecke mit dem R\u00fccken zum Ausgleich (51.) und erzielte seinen 17. Saisontreffer. Danach bekam der BVB die Partie immer besser in den Griff und erarbeitete sich einige sehenswerte Angriffe. Der erneut ungl\u00fcckliche Henrich Mchitarjan zog nach einem Bilderbuchkonter aus nicht geahndeter Abseitsposition noch knapp am Tor vorbei, doch gut eine Viertelstunde vor Schluss schaffte Reus den Siegtreffer. Als W\u00f6lfe-Torwart Max Gr\u00fcn, der die verletzte Nummer eins Diego Benaglio nicht sonderlich gl\u00fccklich vertrat, seinen eigenen Mitspieler Robin Knoche \u00fcber den Haufen rannte und dabei den Ball aus der Hand verlor, war der Nationalspieler zur Stelle und musste den Ball nur noch \u00fcber die Linie schieben.<\/p>\n<p><strong>Ab jetzt nur noch zweite Halbzeiten f\u00fcr den BVB?<\/strong><br \/>\nTrotzdem blieb Wolfsburg dran und erarbeitete sich mutig weitere Chancen. Bei einem Sieg w\u00e4ren die hoch ambitionierte Niedersachsen bis auf f\u00fcnf Z\u00e4hler zum BVB aufger\u00fcckt und h\u00e4tten damit sogar Rang vier erobert. Doch das mittlerweile fast auf Europapokal-Niveau aufgeputschte Publikum br\u00fcllte sein Team einfach \u00fcber alle Schwierigkeiten hinweg. Wie schon vor einer Woche in Stuttgart, wo Dortmund sogar einen Zwei-Tore-R\u00fcckstand erfolgreich drehte, gl\u00fcckte dem BVB erneut ein Liga-Comeback.<\/p>\n<p>F\u00fcr die K\u00f6nigsklasse ist eine solche Aufholjagd angesichts der 0:3-Hypothek aus dem Hinspiel wenig wahrscheinlich. Aber f\u00fcr einen anst\u00e4ndigen Abschied von der gro\u00dfen B\u00fchne war es immerhin eine gelungene Generalprobe. Das simple Rezept f\u00fcrs R\u00fcckspiel gegen Real Madrid hat Trainer Klopp schon parat: \u201eAm Dienstag m\u00fcssen wir zwei zweite Halbzeiten spielen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wolfsburgs irres Alupech er\u00f6ffnet dem BVB eine unverhoffte R\u00fcckkehr. 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