{"id":1366,"date":"2014-04-09T04:03:35","date_gmt":"2014-04-09T02:03:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=1366"},"modified":"2014-04-16T02:39:08","modified_gmt":"2014-04-16T00:39:08","slug":"das-war-die-beste-art-auszuscheiden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=1366","title":{"rendered":"\u201eDas war die beste Art auszuscheiden\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Gro\u00dfes Spiel, gro\u00dfe Gesten: Nach Borussia Dortmunds Beinahe-Wunder gegen Real Madrid l\u00f6st unb\u00e4ndiger Stolz den Frust \u00fcber das Viertelfinal-Aus ab.<!--more--><\/p>\n<p>Als der Traum vom Fu\u00dfballwunder endg\u00fcltig zerplatzt war, zeigte sich J\u00fcrgen Klopp als gr\u00f6\u00dfter Fan seiner Mannschaft. Immer wieder animierte er das ohnehin begeisterte Publikum im fr\u00fcheren Westfalenstadion, die Schwarz-Gelben auf dem Rasen zu feiern. Der Trainer von Borussia Dortmund stellte sich also vor die S\u00fcdtrib\u00fcne, aber mit dem R\u00fccken zur Gelben Wand, und er klatschte seinen Jungs Beifall &#8211; genau wie die treuesten der Treuen hinter ihm. Klopp hatte allen Grund dazu: Beim 2:0-Sieg \u00fcber den Weltklub Real Madrid bot seine Rumpftruppe eine Leistung der Extraklasse. Wieder mal hatte der BVB die K\u00f6niglichen in der Champions League ganz nah am Rande des Scheiterns, obwohl die 0:3-Hypothek aus dem Viertelfinal-Hinspiel doch un\u00fcberwindlich gro\u00df schien.<\/p>\n<p><strong>Power und Leidenschaft in Dortmunds DNA<\/strong><br \/>\n\u201eVon einer Million M\u00f6glichkeiten auszuscheiden, war das die beste\u201c, sagte Klopp nach dem erneut denkw\u00fcrdigen Fu\u00dfball-Abend in Westfalen und platzte fast vor Stolz. Nur ein Tor fehlte seinem Team f\u00fcr eine Verl\u00e4ngerung &#8211; schon das w\u00e4re nach der Vorgeschichte eine Sensation gewesen. Chancen dazu gab es. Vor allem durch Henrich Mchitarjan, der zum tragischen Helden avancierte. Der Armenier vergab schon in der ersten H\u00e4lfte eine Riesenm\u00f6glichkeit fahrl\u00e4ssig. Im zweiten Durchgang machte er dann scheinbar alles richtig, als er einen Traumpass von Marco Reus aufnahm, Real-Keeper Iker Casillas ausspielte &#8211; zum Entsetzen der feierbereiten Jubelgemeinde aber nur den Pfosten traf (69.). Als nur eine Minute sp\u00e4ter Dauerl\u00e4ufer Kevin Gro\u00dfkreutz mit einem Drehschuss an Spaniens Nationaltorh\u00fcter scheiterte, war die Luft raus bei den gebeutelten Dortmundern. Aber auch erst dann. Nach tollem Aufb\u00e4umen und leidenschaftlichem Kampf fehlte am Ende die Kraft, um Madrids Startruppe weiter einzuschn\u00fcren.<\/p>\n<p><strong>Gro\u00dfchancen vergeben<\/strong> <a href=\"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=1373\">Mchitarjan wird zum tragischen Helden<\/a><\/p>\n<p>\u201eWir wollten heute was beweisen, und das haben wir auch geschafft mit unserer unglaublichen Leistung\u201c, sagte Klopp. Mit dem Mute der Verzweiflung, aber nie kopflos, hatte seine Elf versucht, das Unglaubliche noch zu erreichen und dabei dem Topklub aus der spanischen Hauptstadt einen geh\u00f6rigen Schrecken eingejagt. Und das mal wieder in ziemlich ver\u00e4nderter Besetzung. Doch an diesem Gala-Abend in Dortmund machte es \u00fcberhaupt keinen Unterschied, dass sein Team im wenig erprobten 4-1-4-1 spielte; dass Edeljoker Oliver Kirch in seinem erst dritten Europapokal-Einsatz zum Stabilisator vor der Abwehr aufstieg; dass Milos Jojic ausgerechnet gegen Real sein Startelfdeb\u00fct feierte, weil Nuri Sahins R\u00fcckenschmerzen einen Einsatz nicht zulie\u00dfen; dass Oldie Manuel Friedrich f\u00fcr Sokratis in die Viererkette aufr\u00fcckte, weil der verl\u00e4ssliche Grieche nach Klopps Angaben dringend eine Pause brauchte. Die Widrigkeiten, die den BVB vom atemlosen Angriffsfu\u00dfball abhalten, m\u00fcssen vermutlich erst erfunden werden. Der FC Bayern mag das Sieger-Gen haben, der Borussia ist Power und Leidenschaft in die DNA eingeritzt. Mit gro\u00dfem Kampf machten die auf der Felge rollenden BVB-Spieler gegen Madrid mal wieder alle Defizite wett.<\/p>\n<p><strong>Reus-Doppelpack er\u00f6ffnet alle M\u00f6glichkeiten<\/strong><br \/>\n\u201eWir h\u00e4tten eine der gr\u00f6\u00dften Sensationen der Fu\u00dfballgeschichte schaffen k\u00f6nnen\u201c, sagte Dortmunds Abwehrchef Mats Hummels nach der Partie ohne \u00dcbertreibung. Auch Ur-Borusse Gro\u00dfkreutz hatte gemischte Gef\u00fchle, als er mit der verpassten Chance haderte: \u201eWir werden sicher heute Nacht nicht gut schlafen k\u00f6nnen.\u201c Insgesamt \u00fcberwog aber deutlich der Stolz beim Vorjahresfinalisten \u00fcber das ungl\u00fcckliche, aber insgesamt verdiente Ausscheiden aus der K\u00f6nigsklasse. \u201eEs war fantastisch, heute hier zu sein\u201c, sagte BVB-Chef Hans-Joachim Watzke. Und: \u201eDie Mannschaft hat eine wunderbare Mentalit\u00e4t.\u201c<\/p>\n<p>Dabei war es denkbar schlecht losgegangen beim Versuch, Real zum dritten Mal in Folge ein Bein zu stellen. Schon nach einer Viertelstunde hatten die G\u00e4ste aus Madrid einen Hand-Elfmeter bekommen, der wohl keiner war. Fabio Coentrao schoss aus n\u00e4chster N\u00e4he Lukasz Piszczek an, und obwohl der Rechtsverteidiger den Arm angelegt hatte, zeigte Schiedsrichter  Damir Skomina aus Slowenien auf den Punkt. Doch Roman Weidenfeller blieb Sieger im Duell mit Angel di Maria. \u201eDas war die Schl\u00fcsselszene des Spiels\u201c, sagte Real-Trainer Carlo Ancelotti sp\u00e4ter und gab zu: \u201eDanach haben meine Spieler es mit der Angst bekommen.\u201c Das lag vor allem daran, dass Nationalspieler Reus einen Sahnetag erwischte. Erst legte er sensationell f\u00fcr Mchitarjan auf (18.), f\u00fcnf Minuten sp\u00e4ter besorgte er die F\u00fchrung selbst: Nach Friedrichs langem Pass nutzte er die verungl\u00fcckte R\u00fcckgabe von Real-Verteidiger Pepe und schoss zum 1:0 ein. Noch vor der Pause staubte der Offensivspieler zum 2:0 ab, nachdem Robert Lewandowski zuvor am Pfosten gescheitert war (37.). Eine weitere gute M\u00f6glichkeit durch Hummels\u2018 platzierten Kopfball vereitelte Reals fr\u00fcherer Stammkeeper Casillas, der bekanntlich nur noch bei Champions-League-Spielen das Vertrauen des Trainerteams besitzt.<\/p>\n<p><strong>Klopp: Die bessere Mannschaft ist weitergekommen<\/strong><br \/>\nErst im zweiten Durchgang fing sich das taumelnde Madrid, das ohne Superstar Cristiano Ronaldo angetreten war. Der Weltfu\u00dfballer musste aufgrund seiner Knieverletzung eine Zwangspause einlegen und bibberte auf der Ersatzbank um seine Chance, im Halbfinale Lionel Messi als Rekordtorsch\u00fctzen hinter sich zu lassen. Noch liegt der Portugiese gleichauf mit seinem Dauerrivalen aus Barcelona, dem das Kunstst\u00fcck von 14 Toren in einer Saison auch schon mal gelang. Gareth Bale sorgte f\u00fcr ein erstes Highlight aus spanischer Sicht, doch wieder war Weidenfeller zur Stelle (55.). Als dem BVB am Ende die Kr\u00e4fte schwanden, vergaben Karim Benzema (80.) und erneut Bale (90.) die vorzeitige Entscheidung.<\/p>\n<p>Dazwischen allerdings lag noch einmal eine grandiose Phase des BVB, die Mchitarjan und Gro\u00dfkreutz einfach mit einem Treffer h\u00e4tten kr\u00f6nen m\u00fcssen. Der Trainer der Dortmunder wollte aber gerade das Vers\u00e4umnis von Pechvogel Mchitarjan nicht zu hoch h\u00e4ngen und verwies vielmehr auf Defizite aus dem ersten Duell. \u201eWenn wir in Madrid ein Tor geschossen h\u00e4tten, w\u00e4ren wir weiter.\u201c Trotz des \u00fcberraschend engen Ausgangs hatte Klopp auch kein Problem damit, den Erfolg des Gegners anzuerkennen. \u201eOb die bessere Mannschaft weitergekommen ist? Ja, so ist der Wettbewerb\u201c, sagte der 46-J\u00e4hrige. \u201eHeute waren wir besser, aber in Madrid war Real klar besser und hat ein Tor mehr geschossen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Geld, Renommee und ein besserer Lostopf<\/strong><br \/>\nTrotzdem muss sich der BVB nicht gr\u00e4men. Auch wenn es nicht wie in der traumhaften Vorsaison bis zum Finale langte, haben die Schwarz-Gelben erneut Vieles gelernt und Gro\u00dfes erreicht in der K\u00f6nigsklasse. Weder die Trainer-Sperre nach Klopps verbalem Aussetzer gleich zu Beginn der Gruppenphase in Neapel hat die Mannschaft stoppen k\u00f6nnen, noch das unfassbare Verletzungspech. Mehrfach stand Borussia mit dem R\u00fccken zur Wand. Jedes Mal hat es sich aus der Klemme befreit. Es gibt wohl nicht viele Mannschaften in Europa, die R\u00fcckschl\u00e4ge so eindrucksvoll wegstecken. Dass Borussia die anspruchsvolle Vorrunde mit den weiteren Gegnern Arsenal London und Olympique Marseille sogar als Sieger abschloss, spricht f\u00fcr ihre Entschlossenheit, die zum Abschluss gegen Real noch einmal mehr als deutlich wurde.<\/p>\n<p>Zum ersten Mal seit 16 Jahren ist der BVB in zwei Spielzeiten in Folgen bis unter die besten Acht Europas vorgedrungen. Und das mit Spielern wie Friedrich, der vor wenigen Monaten noch arbeitslos war; mit Marian Sarr, der als 18-J\u00e4hriger im Gruppenfinale in Marseille ein eindrucksvolles Profideb\u00fct gab (!), oder nun mit Akteuren wie Jojic und Kirch, die erfolgreich in die Bresche springen. F\u00fcr Borussia zahlt sich diese neue Konstanz nicht nur finanziell durch die Champions-League-Millionen aus. Der Klub untermauert auch den guten Ruf, den er sich mittlerweile auf dem Kontinent aufgebaut hat. Auch bei der Pressekonferenz nach dem Real-Spiel durfte sich Klopp von internationalen Journalisten mit Gl\u00fcckw\u00fcnschen zu einer tollen Spielzeit in der K\u00f6nigsklasse umschmeicheln lassen. Au\u00dferdem wird der aktuelle Tabellenzweite der Bundesliga in der kommenden Saison, sollte die  Qualifikation f\u00fcr die Champions League wie erwartet klappen, wohl erstmals seit Ewigkeiten wieder im Lostopf 2 liegen. Damit sinkt die Gefahr, erneut in eine Hammergruppe zu kommen.<\/p>\n<p><strong>Kreuzband-Patient Subotic f\u00e4llt Hummels um den Hals<\/strong><br \/>\nAlles in allem also gar nicht so schlecht f\u00fcr einen Klub, der vor neun Jahren fast klinisch tot war. Einer der vielen verletzten Spieler dr\u00fcckte die Gem\u00fctslage der Borussia nach dieser erneut eindrucksvollen, spannenden, aber auch wechselvollen Europapokal-Saison mit all ihren H\u00f6hen und Tiefen vielleicht am besten aus. Am Abend der gro\u00dfen BVB-Gesten fiel Neven Subotic im Kabinengang seinem Abwehrpartner Mats Hummels um den Hals und sagte ihm einfach: \u201eIch bin so stolz, ein Teil dieses Teams zu sein.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gro\u00dfes Spiel, gro\u00dfe Gesten: Nach Borussia Dortmunds Beinahe-Wunder gegen Real Madrid l\u00f6st unb\u00e4ndiger Stolz den Frust \u00fcber das Viertelfinal-Aus ab.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","enabled":false}}},"categories":[66,14],"tags":[16,248,33,40,75,136],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p2zHXD-m2","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1366"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1366"}],"version-history":[{"count":15,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1366\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1392,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1366\/revisions\/1392"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1366"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1366"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1366"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}