{"id":141,"date":"2010-06-29T23:37:36","date_gmt":"2010-06-29T21:37:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=141"},"modified":"2012-07-03T23:40:24","modified_gmt":"2012-07-03T21:40:24","slug":"majestix-sucht-den-zaubertrank","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=141","title":{"rendered":"Majestix sucht den Zaubertrank"},"content":{"rendered":"<p>Bei der WM kehrt gerade etwas Ruhe ein. Zeit zum Durchatmen. Zeit, um auch mal abseits der Stadien nach dem Rechten zu schauen. Unser Weg f\u00fchrt uns ins zentrale Anti-Dopinglabor der Fu\u00dfball-WM nach Bloemfontein. Nur drei Kilometer vom Free State Stadium entfernt, in dem die deutsche Mannschaft gerade den Erzivalen England entzaubert hat, jagt Pieter van der Merwe mit seinem achtk\u00f6pfigen Team m\u00f6gliche S\u00fcnder dieser WM. Beauftragt und finanziert von der FIFA.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Auf der Suche nach der verbotenen Substanz\u2028<\/strong><br \/>\nAlle A- und B-Proben dieses Turniers landen auf seinem Schreibtisch. Per Kurier werden die versiegelten Urin-Fl\u00e4schchen unmittelbar nach den Spielen durchs Land kutschiert. \u201eAm n\u00e4chsten morgen um 7 Uhr liegen uns die Proben vor\u201c, sagt van der Merwe. \u201eZwischen Eingang und unserem Bericht an die FIFA vergehen keine 24 Stunden.\u201c Seine Mitarbeiter m\u00fcssen in Rekordzeit die Liste der verbotenen Substanzen abarbeiten, die von der Welt-Antidoping-Agentur Wada aufgestellt wurde. Weit \u00fcber hundert Substanzen sind das, auf jede einzelne muss untersucht werden. Die Maschinen, welche die Hauptarbeit \u00fcbernehmen, hat sein Team Majestix, Sterix oder Jimmerfix genannt \u2013 frei nach den Comicfiguren aus Asterix und Obelix \u2013 die sich mit Zaubertrank gegen die R\u00f6mer behaupten.<\/p>\n<p><strong>Zwei Labors f\u00fcr ganz Afrika\u2028<\/strong><br \/>\nSeit \u00fcber drei\u00dfig Jahren wird in S\u00fcdafrika gegen Doping gek\u00e4mpft. Schon das Apartheid-Regime erkannte das Problem fr\u00fchzeitig und gr\u00fcndete Mitte der Achtziger Jahre das Institut an der Universit\u00e4t Free State im Herzen des Landes. Damals waren die Wissenschaftler wegen der politischen Lage S\u00fcdafrikas isoliert, heute bestehe enger Kontakt zur weltweiten Antidoping-Forschung. \u201eWir kennen die Kollegen, zum Beispiel aus K\u00f6ln. Einmal im Jahr gibt es eine gro\u00dfe Konferenz. Wir tauschen uns st\u00e4ndig aus. Es gibt ja E-Mail und Computer\u201c, so van der Merwe. In Afrika ist seine Arbeit fast einmalig. Das einzige andere Antidoping-Labor des Kontinents steht neun Flugstunden entfernt in Tunesien.<\/p>\n<p><strong>Anonymer Kampf gegen die Betr\u00fcger<\/strong><br \/>\nOb schon ein Spieler erwischt wurde, so wie Argentiniens heutiger Trainer Diego Maradona bei der WM 1994 in den USA, mag der Institutsleiter nicht sagen. \u201eDa m\u00fcssen sie die FIFA fragen.\u201c Selbst an den letzten Sportler, den sein Team im vergangenen Jahr enttarnt hat, kann sich der gelernte Chemiker nicht namentlich erinnern. \u201eDas war ein britischer Athlet, der in S\u00fcdafrika trainierte. Auf unseren Proben stehen nur Nummern drauf. Wen es trifft, erfahren wir erst im Nachhinein.\u201c Im Gegensatz zu einigen anderen Sportarten werden die B-Proben der Fu\u00dfball-WM auch nicht einige Jahre aufgehoben, um sp\u00e4ter auf heute noch unbekannte Betrugspraktiken untersucht zu werden. So weit gehe der Auftrag der FIFA nicht, sagt der Wissenschaftler.<\/p>\n<p><strong>\u201cDoping ist gar nicht so leicht\u201d<\/strong><br \/>\nDer 60-J\u00e4hrige wirkt nicht wie die bekanntesten deutschen Dopingj\u00e4ger. Ganz und gar nicht. Dem S\u00fcdafrikaner, fr\u00fcher selbst Rugbyspieler und Leichtathlet, fehlt der missionarische Eifer eines Werner Franke und der gesellschaftskritische Blick eines Wilhelm Sch\u00e4nzer. \u201eIch w\u00fcrde nicht sagen, dass Doping unm\u00f6glich ist. Aber es ist auch gar nicht so leicht\u201c, sagt er. \u201eDer Sport ist fast sauber. Nur ein bis zwei Prozent der international genommenen Proben sind positiv.\u201c Dass im Multimillionen-Gesch\u00e4ft Sport die andere Seite die Nase l\u00e4ngst vorne haben k\u00f6nnte, kommt dem h\u00f6flichen und zuvorkommenden van der Merwe nicht in den Sinn. Er ist durch und durch Wissenschaftler, er glaubt an Zahlen, an seine akribische Arbeit und ganz offenbar auch an das Gute im Menschen.<\/p>\n<p><em>Bloemfontein\/S\u00fcdafrika, Dienstag, 29. Juni 2010 von Patrick<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der WM kehrt gerade etwas Ruhe ein. Zeit zum Durchatmen. Zeit, um auch mal abseits der Stadien nach dem Rechten zu schauen. Unser Weg f\u00fchrt uns ins zentrale Anti-Dopinglabor der Fu\u00dfball-WM nach Bloemfontein. 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