{"id":1430,"date":"2014-08-24T00:10:28","date_gmt":"2014-08-23T22:10:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=1430"},"modified":"2014-09-01T17:04:05","modified_gmt":"2014-09-01T15:04:05","slug":"herber-rueckschlag-fuer-borussia-dortmund","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=1430","title":{"rendered":"Herber R\u00fcckschlag f\u00fcr Borussia Dortmund"},"content":{"rendered":"<p>Zum Ligastart wird der Vizemeister nach allen Regeln der eigenen Kunst vorgef\u00fchrt. Gegner Bayer Leverkusen spielt den besseren BVB-Fu\u00dfball.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Falls es den Dortmundern ein Trost sein sollte nach der ebenso bitteren wie verdienten 0:2-Niederlage gegen Bayer Leverkusen: den neuen Lieblingsfeind Karl-Heinz Rummenigge haben die Borussen zum Bundesligastart ganz nebenbei mal klar widerlegt. Nicht immer ist die Kopie schlechter als das Original, wie M\u00fcnchens Chef-Ideologe j\u00fcngst in Richtung des renitenten Herausforderers \u00e4tzte. Denn so wunderbar, wie die G\u00e4ste aus Leverkusen in Dortmund lupenreinen BVB-Fu\u00dfball zelebrierten &#8211; das war mindestens so gut wie die westf\u00e4lische Vorlage und genauso h\u00fcbsch anzusehen.<\/p>\n<p><strong>Mit den eigenen Waffen geschlagen<\/strong><br \/>\n\u201eF\u00fcr die erste Minute habe ich keine Erkl\u00e4rung\u201c, sagte BVB-Trainer Klopp nach der Partie achselzuckend. Nach nicht einmal neun Sekunden (!) lag der Ball im Dortmunder Tor und machte alle Pl\u00e4ne f\u00fcr einen ruhigen Ligastart zunichte. Karim Bellarabis Treffer war zugleich der schnellste der Bundesliga-Geschichte, und damit zu schnell f\u00fcr die meisten Schwarz-Gelben. \u201eDass Leverkusen so fr\u00fch auf den Ball geht, hat ja eigentlich keinen \u00fcberrascht\u201c, sagte Klopp sp\u00e4ter und f\u00fcgte mit Sarkasmus hinzu: \u201eUnd bei uns nur vier oder f\u00fcnf Mann.\u201c 94 Minuten nach dem Blitztor legte Stefan Kie\u00dfling nach Bellarabis toller Vorarbeit den zweiten Treffer nach und machte Bayers Spiel zu einer wirklich runden Sache.<\/p>\n<p>Das wirklich Erstaunliche war aber nicht diese Klammer in Torform, sondern was dazwischen im fr\u00fcheren Westfalenstadion passierte. Mit dem R\u00fcckenwind des Traumstarts spielte Bayer beim Bundesliga-Deb\u00fct seines neuen Trainers Roger Schmidt mutig jenes Pressing und Gegenpressing, mit dem der BVB einst die Liga verzaubert hatte. Fast unglaublich, mit welcher Verve und Ausdauer die G\u00e4ste aus dem Rheinland vor allem im ersten Durchgang die Vorgaben des fr\u00fcheren Paderborn- und Salzburg-Coaches umsetzten &#8211; nach einer nur relativ kurzen gegenseitigen Gew\u00f6hnungszeit. St\u00e4ndig standen sie den Dortmundern auf den F\u00fc\u00dfen, deren Offensivspiel dadurch nicht in Gang kam. St\u00e4ndig kamen die BVB-Kicker zu sp\u00e4t, standen falsch oder gegen zu viele Gegner. Die Folge: Das gef\u00fcrchtete Kurzpassspiel wollte gegen diesen Jagdfu\u00dfball nicht ansatzweise funktionieren.<\/p>\n<p><strong>Wie am ausgestreckten Arm des gro\u00dfen Bruders<\/strong><br \/>\nNach einer nahezu makellosen Saison-Vorbereitung und der mehr als ordentlichen Generalprobe im Supercup gegen den FC Bayern hatte sich der BVB ein gutes St\u00fcck weiter gew\u00e4hnt. Doch unter den doch etwas h\u00e4rteren Bundesliga-Bedingungen entpuppte sich der vermeintliche Fortschritt als Trugschluss. Auf dem Weg, den Abgang von Weltklassest\u00fcrmer Robert Lewandowski durch einen Systemwechsel zum 4-4-2 mit Raute im Mittelfeld und zwei St\u00fcrmern in der Spitze zu kompensieren, kassierte der BVB einen herben R\u00fcckschlag und wurde dabei mit den eigenen Waffen geschlagen. Sebastian Kehl war als alleiniger Sechser im defensiven Mittelfeld \u00fcberfordert, die im stilbildenden 4-2-3-1-System spielenden Leverkusener nutzten die zahlenm\u00e4\u00dfige \u00dcberlegenheit im Zentrum gnadenlos aus.<\/p>\n<p>Weder Marco Reus, noch der in der Vorbereitung \u00fcberragende Henrich Mchitarjan, waren in der Lage, dem Dortmunder Spiel eine Richtung zu geben. \u201eWir wussten, der BVB spielt gerne durch die Mitte, daher haben wir das Zentrum dicht gemacht\u201c, verriet Schmidt das ebenso einfache wie raffinierte Rezept. Aus der daraus resultierenden Anf\u00e4lligkeit der Werkself bei eigenen Ballverlusten \u201ehaben wir zu selten Nutzen gezogen\u201c, \u00e4rgerte sich Klopp. Wie ein wild um sich boxender kleiner Junge, der von seinem gro\u00dfen Bruder mit ausgestrecktem Arm auf Distanz gehalten wird, k\u00e4mpfte seine Mannschaft vergeblich um einen Wirkungstreffer.<\/p>\n<p><strong>Immobile fremdelt noch<\/strong><br \/>\nKeine einzige viel versprechende Chance sprang im ersten Durchgang f\u00fcr die Gastgeber raus, genauso wenige bis zur hektischen Schlussphase, obwohl der BVB nach der Pause in die gewohnte Grundordnung zur\u00fcckgekehrt war und dadurch zumindest defensiv Sicherheit gewann. Als in der 82. Minute auf der Anzeigetafel \u201eMeiste Torsch\u00fcsse: Ginter. 1\u201c aufleuchtete, war den 80.000 im fr\u00fcheren Westfalenstadion l\u00e4ngst klar, dass an diesem Abend nur ein Lucky Punch einen Punkt h\u00e4tte retten k\u00f6nnen. Doch selbst mit der Brechstange brachte Dortmund die G\u00e4ste nur zwei Mal leicht in Verlegenheit: Matthias Ginter (83.) und Pierre-Emerick Aubameyang (93.) fanden ihren Meister aber in Leverkusens exzellentem Keeper Bernd Leno. Wie es besser geht, bewies dann Kie\u00dfling, der nach Erik Durms f\u00fcrchterlichem Patzer gegen Bellarabi mit dem Schlusspfiff letzte Zweifel beseitigte.<\/p>\n<p>So wie Bayern-Trainer Pep Guardiola nach der Supercup-Schlappe in Dortmund f\u00fcr sein Team Geduld f\u00fcr die n\u00e4chsten Wochen reklamiert hatte, so hofft nun auch der BVB auf den Faktor Zeit. \u201eWir m\u00fcssen den Jungs jetzt helfen\u201c, warb Klopp um Verst\u00e4ndnis und meinte damit zum einen die Weltmeister, die noch Trainingsr\u00fcckstand haben, wie bei Durm und Ginter deutlich zu sehen war. Zum anderen aber auch Reus nach \u00fcberstandener Verletzung und vor allem Neuzugang Ciro Immobile, der bei seinem Liga-Deb\u00fct ordentlich fremdelte. Der Torsch\u00fctzenk\u00f6nig der italienischen Serie A strahlte keinerlei Torgefahr aus, machte es mit seiner statischen Spielweise der Bayer-Abwehr aber auch sehr leicht. \u201eWir sind da entspannt\u201c, sagte Klopp \u00fcber seinen neuen Angreifer und nahm lieber den Rest der Mannschaft in die Verantwortung. \u201eWir haben heute ja nicht so gespielt, als dass ein St\u00fcrmer sich haufenweise Chancen h\u00e4tte erarbeiten k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Es gibt noch einen weiteren Trost<\/strong><br \/>\nEine Alternative zu Immobile gab es nicht, nachdem sich auch Adrian Ramos noch zur ohnehin wieder \u00e4rgerlich langen Liste von acht Verletzten gesellt hat. W\u00e4hrend der gro\u00dfe Konkurrent FC Bayern trotz \u00e4hnlicher Probleme einen gl\u00fccklichen Auftaktsieg feierte und sich \u00fcber die Ausrutscher der vermeintlichen Konkurrenz aus Dortmund, Schalke und Wolfsburg vermutlich schlapp lacht, k\u00f6nnte der Start f\u00fcr den BVB nun deutlich ungem\u00fctlicher werden als gedacht. Weiteren Trost spendet nur der Blick in die Fu\u00dfball-Geschichtsb\u00fccher: Schon in die Saison 2010\/2011 starteten die Dortmunder mit einem 0:2 &#8211; gegen Bayer Leverkusen. Und zogen danach bis zum \u00fcberraschenden Gewinn des Meistertitels diesen unfassbaren Powerfu\u00dfball durch, der doch so schwer zu kopieren schien.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Ligastart wird der Vizemeister nach allen Regeln der eigenen Kunst vorgef\u00fchrt. 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