{"id":1475,"date":"2014-09-07T18:15:35","date_gmt":"2014-09-07T16:15:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=1475"},"modified":"2014-09-07T18:17:44","modified_gmt":"2014-09-07T16:17:44","slug":"erik-durm-als-klopp-fragte-musste-ich-nicht-gross-ueberlegen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=1475","title":{"rendered":"Erik Durm: &#8220;Als J\u00fcrgen Klopp mich fragte, musste ich nicht gro\u00df \u00fcberlegen&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Der Shooting-Star von Borussia Dortmund erz\u00e4hlt im Interview mit <em>Athletic Brandao<\/em>, wie er vom Drittliga-St\u00fcrmer zum Au\u00dfenverteidiger mit Perspektive umgeschult wurde und warum sein BVB-Teamkollege Marcel Schmelzer kein Konkurrent ist.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Erik Durms Karriere liest sich wie ein M\u00e4rchen: Vor anderthalb Jahren spielte er noch in der 3. Liga gegen den Abstieg, inzwischen k\u00e4mpft er in der Nationalmannschaft um einen Stammplatz auf der linken Abwehrseite . Mit nur 19 Bundesliga-Spielen auf dem Buckel schaffte er den Sprung in den WM-Kader und wurde mit dem DFB-Team Weltmeister. Nachdem er in Brasilien auf der Bank sa\u00df, soll der 22-J\u00e4hrige beim Umbruch der Nationalelf eine aktive Rolle einnehmen. Bundestrainer Joachim L\u00f6w h\u00e4lt gro\u00dfe St\u00fccke auf den Verteidiger, der vor gar nicht allzu langer Zeit noch St\u00fcrmer spielte.<\/strong><\/p>\n<p>Im Interview mit <em>Athletic Brandao<\/em> erz\u00e4hlt der Youngster, warum er seinen Platz im Angriff gerne aufgab, wie es ist, wenn Argentiniens Star Angel Di Maria auf einen zul\u00e4uft, und warum er Teamkollege Marcel Schmelzer weder beim BVB noch in der Nationalelf als Konkurrenten sieht.<\/p>\n<p><strong><em>Athletic Brandao<\/em>: Herr Durm, Ihr Teamkollege Kevin Gro\u00dfkreutz hat sich den WM-Pokal als T\u00e4towierung auf die Schulter malen lassen. W\u00e4re das auch was f\u00fcr Sie?<\/strong><br \/>\nErik Durm: Theoretisch schon. Ich habe mir Gedanken \u00fcber ein Tattoo gemacht, ich wei\u00df aber noch nicht, wie es genau aussehen soll. Und ob ich es wirklich mache? Mal schauen.<\/p>\n<p><strong>Holen Sie sich f\u00fcr zuhause einen kleinen WM-Pokal als Erinnerung an die tolle Zeit?<\/strong><br \/>\nJa, das w\u00e4re schon cool. Eine Vitrine f\u00fcr die Medaille, einen Pokal, die Fu\u00dfballschuhe, das Trikot. Alles, was dazu geh\u00f6rt. Das werde ich in Angriff nehmen. Auf die WM bin ich sehr stolz. Brasilien war ein intensives, sch\u00f6nes Gef\u00fchl, an das ich mich gerne erinnere.<\/p>\n<p><strong>Wie war das WG-Leben im Campo Bahia, dem Quartier der Nationalmannschaft?<\/strong><br \/>\nSuper! Jedes Haus hatte eine tolle Mischung, da hat unseres keine Ausnahme gemacht. Das waren alles klasse Jungs. Wir konnte immer was zusammen machen, ob Karten spielen, Billard, Playstation, ganz egal.<\/p>\n<p><strong>Sind Sie denn eigentlich ein WG-Typ?<\/strong><br \/>\nKlar, ich habe fr\u00fcher in Mainz in einer WG gewohnt, als ich noch dort gespielt habe. Es gibt nichts Besseres als eine M\u00e4nner-WG mit besten Kumpels. Da gibt\u2018s immer was zu tun, immer was zu lachen.<\/p>\n<p><strong>Wer war der WG-Chef bei Ihnen in Brasilien?<\/strong><br \/>\nDen gab es eigentlich gar nicht. Wir hatten zwar Mats Hummels und Thomas M\u00fcller im Haus&#8230;<\/p>\n<p><strong>&#8230;und sogar Nationalmannschafts-Kapit\u00e4n Philipp Lahm&#8230;<\/strong><br \/>\n&#8230;und trotzdem hat keiner den Chef raush\u00e4ngen lassen. Alles ganz easy, mit einem tollen Teamgedanken. Auch eine Bayern-Dortmund-Rivalit\u00e4t gab es \u00fcberhaupt nicht. Die geh\u00f6rt bei der Nationalelf ohnehin ausgeblendet. Wir haben f\u00fcr ganz Deutschland gespielt.<\/p>\n<p><strong>Als Sie f\u00fcr die WM nominiert wurden, waren Sie als einziger echter Linksverteidiger sogar ein Kandidat f\u00fcr die Startelf. Haben Sie mal gedacht, &#8220;Mensch Jogi, bring endlich den Spezialisten&#8221;?<\/strong><br \/>\n(lacht) Nat\u00fcrlich h\u00e4tte ich mich dar\u00fcber gefreut, und wenn ich reingekommen w\u00e4re, h\u00e4tte ich alles gegeben. So wie ich auch im Training immer alles gegeben habe. Ich bin ja Fu\u00dfballer genug, um spielen zu wollen. Aber dieses Jahr ist f\u00fcr mich soviel Positives passiert, dass es schon sensationell war, \u00fcberhaupt dabei zu sein. Vor zwei Jahren bei der EM habe ich noch vorm Fernseher gesessen und die deutsche Mannschaft angefeuert. Bei der WM war ich dann pl\u00f6tzlich selbst dabei und habe das Team dann eben von der Bank aus unterst\u00fctzt. Genau wie alle anderen, selbst die Stars: wie Per Mertesacker oder Lukas Podolski. Das war unser Beitrag zum Titelgewinn.<\/p>\n<p><strong>Die Zeit auf der Bank d\u00fcrfte nun erst einmal vorbei sein. Der Bundestrainer hat k\u00fcrzlich den sanften Umbruch im deutschen Team verk\u00fcndet und Ihnen \u00f6ffentlich mehr Eins\u00e4tze versprochen.<\/strong><br \/>\nEcht? Das habe ich gar nicht so richtig mitbekommen. Ich habe mir fest vorgenommen, nicht so viel aufzuschnappen, was berichtet wird, weil ich mich voll auf den Fu\u00dfball konzentrieren will. Ich habe noch viel Arbeit vor mir, das wei\u00df ich auch. Gegen Argentinien etwa haben ja alle gesehen, dass es nicht so einfach ist, wenn ein Spieler wie Angel Di Maria pl\u00f6tzlich mit Tempo auf dich zul\u00e4uft. Das ist ganz sch\u00f6n schwer zu verteidigen. Im Moment versuche ich, alles aufzuschnappen, was mir weiterhilft. Alle Tipps, alle Ratschl\u00e4ge, von den Spielern, vom Trainerteam, hier bei der Nationalelf und bei Borussia Dortmund.<\/p>\n<p><strong>Hat der Bundestrainer schon mit Ihnen \u00fcber das Testspiel gesprochen?<\/strong><br \/>\nJa, er hat mir gesagt was schlecht war, aber vor allem auch, was gut war. Das gab es ja durchaus auch gegen Argentinien. Die Fehler m\u00fcssen wir abstellen und dann im ersten EM-Qualifikationsspiel gegen Schottland drei Punkte holen, bei uns zu Hause in Dortmund.<\/p>\n<p><strong>Was bedeutet Ihnen ein Heiml\u00e4nderspiel? Ist das noch einmal was Besonderes?<\/strong><br \/>\nBislang durfte ich es ja noch nicht erleben, aber ich glaube schon, dass es so ist. Ich freue mich auf jeden Fall sehr darauf.<\/p>\n<p><strong>Sie waren lange St\u00fcrmer, und haben erst vor kurzer Zeit auf Verteidiger umgeschult. Wie kam es dazu?<\/strong><br \/>\nIch habe in der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund gespielt, und eines Tages, sp\u00e4t in der R\u00fcckrunde 2012\/2013, kam J\u00fcrgen Klopp nach dem Training zu mir und sagte, er kann sich vorstellen, dass ich ein Bundesliga-Verteidiger bin. Wenn ein Trainer wie er so etwas sagt, ist das nat\u00fcrlich riesig. Bundesliga war immer mein Ziel, da musste ich also nicht gro\u00df \u00fcberlegen. Ich war ja auch nicht so vermessen zu sagen, ich verdr\u00e4nge jetzt Robert Lewandowski aus dem Sturm des BVB.<\/p>\n<p><strong>Wie schwierig war die Umstellung?<\/strong><br \/>\nPuh, ich musste das Verteidigen fast v\u00f6llig neu lernen. Ich war ja 14 Jahre lang ein Neuner, ein echter St\u00fcrmer. Da muss man zwar auch defensiv mitarbeiten, aber es ist ja etwas anderes, wenn dann pl\u00f6tzlich so ein Gareth Bale auf dich zul\u00e4uft.<\/p>\n<p><strong>Wer hat Ihnen geholfen?<\/strong><br \/>\nIn Dortmund haben wir so viele tolle Jungs, die daf\u00fcr in Frage kommen. Von Lukasz Piszczek und Marcel Schmelzer habe ich mir nat\u00fcrlich viel abgeschaut. Oder jetzt bei der Nationalelf von Philipp Lahm: Das Gef\u00fchl daf\u00fcr, als Au\u00dfenverteidiger relativ hoch zu stehen und doch die Linie zu finden, das hat Philipp zum Beispiel immer klasse drauf gehabt.<\/p>\n<p><strong>Wie lange dauert so ein Prozess?<\/strong><br \/>\nIch bin ja erst seit gut einem Jahr Verteidiger. Mit dem Lernen ist f\u00fcr mich noch lange nicht Schluss. Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht dazulerne. Da sind noch einige Schwankungen drin, aber insgesamt wird es st\u00e4ndig besser. Wir wollen mal sehen, was am Ende dabei rauskommt. (lacht)<\/p>\n<p><strong>Es k\u00f6nnte die skurrile Situation entstehen, dass Sie in der Nationalelf spielen und im Verein hinter Marcel Schmelzer auf der Bank sitzen. Wie halten Sie diesen Konkurrenzkampf aus?<\/strong><br \/>\nIch habe es schon oft gesagt und sage es gerne noch einmal: Marcel und ich sehen uns nicht als Konkurrenten, wir verstehen uns gut. Auf dem Platz gibt jeder hundert Prozent und versucht sein Bestes. Wer letztlich spielt, hat es auch verdient. Da ist \u00fcberhaupt kein Neid dabei, wir versuchen vielmehr, uns gegenseitig zu pushen und geben uns auch R\u00fcckendeckung. Das sollte in jedem guten Team so sein.<\/p>\n<p><strong>Linke Seite, rechte Seite. Sie sind \u00fcberall einsetzbar. Welche liegt Ihnen denn mehr?<\/strong><br \/>\nSchwer zu sagen. Vielleicht ein Tick lieber links, weil ich da das Tempo etwas besser mitnehmen kann. Aber ganz am Anfang habe ich rechts gespielt und mich da auch wohl gef\u00fchlt. F\u00fcr mich ist es aber erst mal wichtig, dass ich \u00fcberhaupt spielen darf und in der Bundesliga dabei bin. Alles andere ist zweitrangig.<\/p>\n<p><strong>Haben Sie Vorbilder? Als Verteidiger, oder aus ihrem fr\u00fcheren Leben als St\u00fcrmer?<\/strong><br \/>\nFr\u00fcher schon. Luis Figo, als er bei Real Madrid gespielt hat. Das war einfach ein geiler Kicker, mit einem super Fu\u00df, einer klasse Technik, der tolle Freist\u00f6\u00dfe geschossen hat. Der hatte Pr\u00e4senz auf dem Rasen und das Spiel gelenkt. Die Schuhe, die Figo anhatte, das Trikot: das hatte ich dann auch alles.<\/p>\n<p><strong>Wann sehen wir das erste Tor des St\u00fcrmers im Ruhestand?<\/strong><br \/>\nIch habe schon mal den Fehler gemacht, dass ich mich zu sehr unter Druck setze. Bei der zweiten Mannschaft wollte ich es erzwingen, das hat dann nicht so geklappt. Deswegen mache ich mir da jetzt gar keinen Stress. Au\u00dferdem fragt sowieso keiner der 80.000 im Stadion: Wann macht denn der Erik endlich mal sein Tor? Wenn es irgendwann soweit ist, sch\u00f6n. Aber das ist nicht meine wichtigste Aufgabe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Shooting-Star von Borussia Dortmund erz\u00e4hlt im Interview mit Athletic Brandao, wie er vom Drittliga-St\u00fcrmer zum Au\u00dfenverteidiger mit Perspektive umgeschult wurde und warum sein BVB-Teamkollege Marcel Schmelzer kein Konkurrent ist.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","enabled":false}}},"categories":[144,9],"tags":[16,72,57,151,149,145,17,152],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p2zHXD-nN","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1475"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1475"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1475\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1479,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1475\/revisions\/1479"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1475"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1475"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1475"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}