{"id":1503,"date":"2014-09-13T21:38:53","date_gmt":"2014-09-13T19:38:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=1503"},"modified":"2014-09-17T03:44:59","modified_gmt":"2014-09-17T01:44:59","slug":"fussball-maerchen-mit-dem-klitzekleinen-makel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=1503","title":{"rendered":"Kagawas Comeback: das Fu\u00dfball-M\u00e4rchen mit dem klitzekleinen Makel"},"content":{"rendered":"<p>Torsch\u00fctze, Antreiber Vorbereiter: Shinji Kagawa feiert eine traumhafte R\u00fcckkehr bei Vizemeister Borussia Dortmund. Eine offene Frage bleibt allerdings nach dem BVB-Sieg \u00fcber den Ligakonkurrenten SC Freiburg.<!--more--> <\/p>\n<p><strong>Den wichtigsten Liebesbeweis des Tages gab es in der Mixed Zone: Nach etlichen Fernsehinterviews in den Katakomben des fr\u00fcheren Westfalenstadions war Shinji Kagawa zuletzt noch bei der schreibenden Presse h\u00e4ngengeblieben. Bereitwillig gab der R\u00fcckkehrer \u00fcber sein Gef\u00fchlsleben Auskunft, als J\u00fcrgen Klopp seinem Sch\u00fctzling im Vorbeigehen den Ellbogen ins Kreuz rammte &#8211; in aller Freundschaft, versteht sich &#8211; und dem Japaner das n\u00e4chste breite Grinsen ins Gesicht zauberte.<\/strong><\/p>\n<p>Kagawa und Borussia Dortmund: Diese Verbindung passt einfach. Das wurde beim 3:1-Sieg des BVB \u00fcber den SC Freiburg wieder \u00fcberdeutlich, bei dem der kleine Wirbelwind als Torsch\u00fctze und Vorbereiter ein m\u00e4rchenhaftes Bundesliga-Comeback feierte.<\/p>\n<p><strong>Klopp erlebt das G\u00e4nsehautgef\u00fchl neu<\/strong><br \/>\nDabei h\u00e4tte es dieser statistischen Eindeutigkeit gar nicht mal bedurft. Denn \u00fcberall und jederzeit rund um das Spiel der Dortmunder gegen Lieblingsgegner Freiburg wurde klar, was beide Seiten an sich haben. Lange vorm Anpfiff feierte die S\u00fcdtrib\u00fcne den Heimkehrer, der sich nach zwei ungl\u00fccklichen Jahren bei Manchester United in Westfalen zur\u00fcckmeldete.<\/p>\n<p>Beim traditionellen Vorlesen der Aufstellung erlaubte sich Stadionsprecher Norbert Dickel sogar den Scherz, vor der neuen Nummer Sieben eine lange Kunstpause zu machen, um die Vorfreude auf den Japaner noch ein wenig zu steigern. Damit erzeugte er den wohl gr\u00f6\u00dften kollektiven Lacher der Heimspielgeschichte. Emotionsbolzen Klopp sagte \u00fcber diesen stimmungsvollen Prolog: &#8220;Ich habe ja sowieso schnell eine G\u00e4nsehaut, aber bei den Kagawa-Sprechch\u00f6ren stand die Jacke ein St\u00fcck ab.&#8221;<\/p>\n<p><strong>Zur\u00fcck zum alten System &#8211; extra f\u00fcr Kagawa<\/strong><br \/>\nBeim BVB hatten sie alles daf\u00fcr bereitet, dem Publikumsliebling die R\u00fcckkehr so leicht wie m\u00f6glich zu machen. Auf eine Comeback-Pressekonferenz nach Vertragsabschluss hatte der Klub verzichtet, um nicht wieder Gefahr zu laufen, ein R\u00fchrst\u00fcck wie bei Madrid-R\u00fcckkehrer Nuri Sahin aufzuf\u00fchren. Der Druck des Kagawa-Hypes war ohnehin schon ins Unermessliche gestiegen, mit angeblich um die 10.000 verkauften Trikots der Nummer 7, Artikeln in japanischer Schrift in der Dortmunder Zeitung &#8220;Ruhr Nachrichten&#8221;, und, und und. &#8220;Es ist viel auf ihn eingestr\u00f6mt, daf\u00fcr war es \u00fcberragend gut&#8221;, sagte Klopp nach dem Arbeitssieg dann auch eher erleichtert.<\/p>\n<p>Kagawa, der nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Nationalspieler Marco Reus schon viel schneller in der Dortmunder Schaltzentrale gebraucht wird, sollte sich in aller Ruhe in der alten Umgebung einfinden und zurechtfinden. Extra f\u00fcr den 25-J\u00e4hrigen hatte Trainer Klopp am dritten Spieltag der Bundesliga daher sogar das alte 4-2-3-1-System wieder ausgepackt, mit dem der BVB in Kagawas erster Dortmunder Episode so stilsicher und erfolgreich war. &#8220;Wir wollen es ihm m\u00f6glichst leicht machen&#8221;, begr\u00fcndete der Coach den R\u00fcckgriff auf Bew\u00e4hrtes. Zuletzt hatte es der BVB vermehrt mit einer Raute im Mittelfeld probiert, um das Spiel mehr auf die neuen Spitzen Adrian Ramos und Ciro Immobile zuzuschneiden.<\/p>\n<p><strong>Treffer im Jubil\u00e4umsspiel<\/strong><br \/>\nUnd so brauchte der Acht-Millionen-Mann wirklich nur eine halbe Stunde, um sich zurechtzufinden und seinen Schatten loszuwerden: Freiburgs Kapit\u00e4n Julian Schuster folgte ihm zun\u00e4chst auf Schritt und Tritt. Mit einem ersten Distanzkracher nach f\u00fcnf Minuten scheiterte Kagawa noch deutlich. Bei einem gef\u00e4hrlichen Konter \u00fcber Milos Jojic und Kevin Gro\u00dfkreutz in der 21. Minute hatte Freiburgs Marc-Oliver Kempf noch etwas gegen das Happy-End dieses Fu\u00dfballm\u00e4rchens und kl\u00e4rte in letzter Sekunde zur Ecke.<\/p>\n<p>Doch dann gab es kein Halten mehr: Erst schickte Kagawa seinen Buddy Gro\u00dfkreutz mit einem Traumpass auf die Reise, der wunderbar zum Torsch\u00fctzen Adrian Ramos quer legte (34.). Und nur acht Minuten sp\u00e4ter durfte sich der Japaner selbst feiern lassen, als er abgezockt auf 2:0 erh\u00f6hte. Vorausgegangen war ein toller Konter \u00fcber Gro\u00dfkreutz und Ramos. F\u00fcr Kagawa war es der erste Bundesliga-Treffer nach 875 Tagen. Mit dem bislang letzten machte er Dortmund vor gut zwei Jahren wieder zum Meister, es war das entscheidende 2:0 am 32. Spieltag gegen Borussia M\u00f6nchengladbach. Insgesamt gelang ihm nun schon sein 22. Bundesliga-Treffer, und das im Jubil\u00e4umsspiel, der Nummer 50.<\/p>\n<p><strong>Der K\u00f6rper spielt noch nicht wieder mit<\/strong><br \/>\nEs h\u00e4tte sogar noch besser kommen k\u00f6nnen, denn Kagawa gelang noch ein weiterer Sensationspass, den Ramos allerdings nicht unter Kontrolle brachte. Nichts verlernt auf der Insel, m\u00f6chte man sagen, und auch der Spieler selbst beeilte sich hinterher, seine Zeit in England nicht zu negativ zu verkaufen. &#8220;Auch in zwei Jahren bei Manchester United habe ich dazugelernt&#8221;, sagte der Regisseur trotzig \u00fcber die schwere Zeit, die er entweder auf der falschen Position auf der Seite verbrachte oder sogar als Bankdr\u00fccker. Kein Wunder also, dass die Freude \u00fcber R\u00fcckkehr zum BVB aus jeder Pore drang. &#8220;Es ist sehr erfrischend, wieder diesen schnellen Fu\u00dfball mit Gegenpressing zu spielen hier in Dortmund.&#8221; Das allerdings war der einzige Haken des umjubelten Comebacks. Denn nach gut einer Stunde war bereits vorzeitig Schluss f\u00fcr den Mittelfeldspieler. Von Kr\u00e4mpfen geplagt schleppte sich der Japaner unter Hilfe vom Platz, w\u00e4hrend die gut 80.000 im Stadion eine weitere ohrenbet\u00e4ubende Seelenmassage betrieben.<\/p>\n<p>Dass die Kraft noch nicht reicht bei Kagawa, obwohl dieser nach fr\u00fchem WM-Aus mit den Blauen Samurai in Brasilien doch eine ausgiebige Saison-Vorbereitung genoss, sollte dem BVB also ein wenig zu denken geben. Schon am Dienstag in der Champions League gegen den FC Arsenal wird sich zeigen, wie weit der von seiner Fitness so abh\u00e4ngige Offensivwirbler der Borussia wirklich schon helfen kann. Beim BVB ist man sich dieser Einschr\u00e4nkung aber sehr wohl bewusst. &#8220;Er wird noch ein bisschen aufholen m\u00fcssen, um unser Tempo in den n\u00e4chsten Wochen mitzuspielen&#8221;, sagte Teamkollege Sebastian Kehl und warb um Geduld.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Torsch\u00fctze, Antreiber Vorbereiter: Shinji Kagawa feiert eine traumhafte R\u00fcckkehr bei Vizemeister Borussia Dortmund. 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