{"id":1569,"date":"2014-10-23T19:32:33","date_gmt":"2014-10-23T17:32:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=1569"},"modified":"2014-10-25T21:18:40","modified_gmt":"2014-10-25T19:18:40","slug":"raetselhafte-borussia-warum-der-bvb-nur-in-der-koenigsklasse-glaenzt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=1569","title":{"rendered":"Warum der BVB nur in der K\u00f6nigsklasse gl\u00e4nzt"},"content":{"rendered":"<p>In der Bundesliga l\u00e4uft Borussia Dortmund im Krisenmodus, in der Champions League folgt eine Show auf die n\u00e4chste &#8211; so wie nun bei Galatasaray. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind so vielf\u00e4ltig wie schlicht.\u2028\u2028<!--more--><\/p>\n<p><strong>Die t\u00fcrkische Presse kommt ohne Umschweife zur Sache. Jedenfalls im Fu\u00dfball: Borussia Dortmunds 4:0-Show gegen Galatasaray war gerade erst wenige Minuten Geschichte, da wollte ein Istanbuler Journalist im Bauch der T\u00fcrk Telekom Arena von Trainer J\u00fcrgen Klopp wissen: 1. Wie sollte der t\u00fcrkische Fu\u00dfball gerettet werden? Und 2.: Ist die Champions League einfacher, weil die Gegner den BVB schlechter einsch\u00e4tzen k\u00f6nnen?<\/strong><\/p>\n<p>Mit der Hilfestellung f\u00fcr die S\u00fcper Lig lie\u00df der am\u00fcsierte Coach die Fragesteller gerne alleine, doch zum zweiten Punkt hatte der 47-J\u00e4hrige gleich mehrere Antworten parat.<\/p>\n<p><strong>Der BVB \u00fcberl\u00e4sst Galatasaray den Ball<\/strong><br \/>\n&#8220;Ich glaube nicht, dass uns Mannschaften wie Galatasaray, Arsenal oder Anderlecht ungen\u00fcgend kennen&#8221;, schw\u00e4chte Klopp ab &#8211; nur um dem Journalisten dann auf Umwegen doch Recht zu geben: &#8220;Galatasaray ist eine Fu\u00dfball spielende Mannschaft&#8221;. \u00dcbersetzt hei\u00dft das: Der t\u00fcrkische Vizemeister teilt den Anspruch der meisten K\u00f6nigsklassen-Teams, es zun\u00e4chst in Sch\u00f6nheit und mit Ideen zu versuchen, anstatt sich wie K\u00f6ln oder Hamburg in der Abwehr einzumauern und geduldig auf die Fehler der Borussia zu warten, die so sicher kommen wie die n\u00e4chste Winterpause. Eine lobenswerte Strategie, aber recht naiv.<\/p>\n<p>Auf insgesamt 58 Prozent Ballbesitz brachte es das Team des fr\u00fcheren italienischen Nationaltrainers Cesare Prandelli &#8211; wohl gemerkt: die Verlierer-Mannschaft. Der BVB machte es dagegen wie in alten, besseren Zeiten &#8211; er lie\u00df Ball und Gegner laufen und schlug dann mit einer Effizienz zu, die es auch schon in den ersten beiden Vorrundenpartien auf europ\u00e4ischer Ebene, aber so gut wie nie in dieser Bundesliga-Saison zu bewundern gab. &#8220;Wir durften heute spielen, wie wir wollen&#8221;, freute sich Klopp freim\u00fctig \u00fcber die Aufbauhilfe. &#8220;In der Champions League ist es ein anderes Spiel. Wir haben hier mehr Raum f\u00fcr unsere Konter&#8221;, stimmte der stark formverbesserte Mats Hummels ein.&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Nur der Torpfosten stoppt Aubameyang<\/strong><br \/>\n&#8220;Das fr\u00fche Tor kam uns nat\u00fcrlich zupass&#8221;, f\u00fcgte Klopp au\u00dferdem hinzu und wies auch hier auf einen bedeutenden Unterschied hin: Wie schon in Anderlecht gelang dem BVB ein sehr fr\u00fcher Treffer, der die n\u00f6tige Ruhe brachte nach den Krisenwochen. Der erste Durchgang in Istanbul war nicht einmal zur H\u00e4lfte rum, da f\u00fchrten die G\u00e4ste durch die Treffer von Pierre-Emerick Aubameyang (7., 18. Minute) bereits mit 2:0. Dortmunds Trainer hatte den Gabuner \u00fcberraschend in die Spitze beordert.<\/p>\n<p>Dank der R\u00e4ume, die Galatasary lie\u00df, funktionierte das um Vieles besser als zuletzt mit den beiden Angreifern Ciro Immobile und Adrian Ramos, die sich in der Liga abwechselten. Mit ein wenig Gl\u00fcckt h\u00e4tte Aubameyang sogar einen Dreierpack erzielen k\u00f6nnen. Nur der Torpfosten war dagegen (31.).<\/p>\n<p><strong>Klopp mit einer Anleihe bei L\u00f6w<\/strong><br \/>\nDie andere Umstellung im Vergleich zur Bundesliga war mindestens genauso wichtig, obwohl sie eher dem Zufall geschuldet war: Weil Nationalspieler Erik Durm nicht rechtzeitig fit wurde, musste Sokratis auf der linken Seite in der Viererkette aushelfen. Eine weltmeisterliche L\u00f6sung sozusagen, denn auch die DFB-Elf war mit geballter Innenverteidiger-Power in Brasilien so erfolgreich.<\/p>\n<p>Sokratis hatte auf der ungewohnten Position anfangs einige Wackler, fand dann aber in die Partie. Insgesamt stand die Abwehr jedenfalls bedeutend sicherer als zuletzt. &#8220;Ich bin sehr gl\u00fccklich, dass diese Variante funktioniert hat&#8221;, sagte Klopp erleichtert. &#8220;Ich habe &#8216;Papa&#8217; schon im Spa\u00df gesagt, dass er sich auf der Stelle jetzt festgespielt hat. Gut m\u00f6glich, dass wir das k\u00fcnftig noch \u00f6fters probieren.&#8221;<\/p>\n<p><strong>Null Gegentore in der K\u00f6nigsklasse<\/strong><br \/>\nWeil auch Neven Subotic nach anf\u00e4nglicher Nervosit\u00e4t in die Spur fand und Kapit\u00e4n Hummels sich auf seine Defensivaufgaben konzentrierte anstatt beim Aufbauspiel einzugreifen, sprang am Ende keine einzige Gro\u00dfchance f\u00fcr die Gastgeber raus. Nicht einmal Holland-Star Wesley Sneijder konnte zu einem seiner gef\u00e4hrlichen Distanzsch\u00fcsse ansetzen, die noch Samstag beim Derby-Sieg \u00fcber Fenerbahce im Doppelpack zu bewundern waren.<\/p>\n<p>&#8220;Wir sind weit weg von der Perfektion. Aber wir haben tiefer gestanden und das heute auch neunzig Minuten durchgezogen&#8221;, analysierte Klopp nach der Partie und freute sich \u00fcber den Fortschritt seiner Mannschaft. Null Gegentore in der Champions League stehen nun 14 in der Bundesliga gegen\u00fcber.<\/p>\n<p><strong>G\u00fcndogan taucht wieder in den Statistiken auf<\/strong><br \/>\nSelbstverst\u00e4ndlich half auch, dass gleich mehrere BVB-Spieler einen Sahnetag erwischten, was angesichts der Vorgeschichte nicht selbstverst\u00e4ndlich war. Endlich wieder kreative Ideen, endlich wieder Torchancen! Vor allem Henrich Mchitarjan stach heraus. Er lieferte eines seiner besten Spiele in Schwarz-Gelb. Die ersten beiden Tore entstanden im Kopf des Armeniers, der so ein unfassbares Gesp\u00fcr f\u00fcr R\u00e4ume haben kann. Die Exekution seiner Ideen war dann bei Reus, Lukasz Piszczek und schlussendlich bei Aubameyang in besten H\u00e4nden.<\/p>\n<p>Auch Reus zeigte eine klasse Leistung und kr\u00f6nte diese durch den tollen Distanzkracher, der sich unhaltbar f\u00fcr Keeper Fernando Muslera ins Netz senkte (41.). &#8220;Manchmal braucht man auch Gl\u00fcck, damit so ein Ball mal reingeht&#8221;, sagte Klopp. Auch Fortune fehlte dem BVB zuletzt in der Liga. Zum Schluss machte Ramos den Deckel auf die Partie (83.), Joker Ilkay G\u00fcndogan sicherte sich nach seiner 14 Monate langen Verletzungspause seinen ersten Assist der Saison.&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bereit f\u00fcr dreckige Siege<\/strong><br \/>\nF\u00fcr Dortmund ergibt sich nun die skurrile Situation, auf heimischem Boden in den Schlund der&nbsp; Abstiegszone zu starren und in Europa nach der H\u00e4lfte der Distanz fast auf Achtelfinalkurs zu sein. Bei Twitter erfreuen sich die Fans von Schwarz-Gelb, die gerne mit dem Gr\u00fcndungsjahr 1909 des Klubs spielen, bereits an der optisch perfekten Zwischenbilanz von &#8220;09 Punkten und 09 Toren&#8221; in der K\u00f6nigsklasse.<\/p>\n<p>Aber nat\u00fcrlich gilt schon seit Schlusspfiff in Istanbul alle Konzentration dem Projekt Trendwende Bundesliga. &#8220;Wir werden keine R\u00e4ume mehr zulassen. Wir m\u00fcssen bereit sein f\u00fcr dreckige Siege&#8221;, k\u00fcndigte Klopp bereits angriffslustig an f\u00fcr das anstehende Heimspiel gegen Hannover 96. Aber vermutlich wei\u00df er: Das wird alles sehr viel schwieriger als in der Champions League.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Bundesliga l\u00e4uft Borussia Dortmund im Krisenmodus, in der Champions League folgt eine Show auf die n\u00e4chste &#8211; so wie nun bei Galatasaray. 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