{"id":1633,"date":"2014-11-27T10:57:47","date_gmt":"2014-11-27T08:57:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=1633"},"modified":"2014-12-06T13:05:01","modified_gmt":"2014-12-06T11:05:01","slug":"%e2%80%a8dortmund-exportiert-die-krise-nach-europa","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=1633","title":{"rendered":"\u2028Dortmund exportiert die Krise nach Europa"},"content":{"rendered":"<p>Nun also auch in der Champions League: Der wankende BVB gibt bei der Pleite beim FC Arsenal ein ersch\u00fctterndes Bild ab. \u201eDas war ein R\u00fcckschritt\u201c, sagt selbst einer der Spieler.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Am Ende gab es sogar spontan Beifall, nicht nur von den gut 4000 mitgereisten Fans von Borussia Dortmund. Auch die wenigen im Emirates-Stadion verbliebenen Anh\u00e4nger des FC Arsenal klatschten wohlwollend, als die Westfalen weit nach Schlusspfiff mit h\u00e4ngenden K\u00f6pfen vom Rasen schlichen. Der aktuellen Leistung des Ausw\u00e4rtsteams galt diese faire Geste sicher nicht, denn bei der 0:2-Pleite in London pr\u00e4sentierte sich der BVB in allerschlimmster Bundesliga-Form und besa\u00df nicht einmal den Hauch einer Chance.<\/strong><\/p>\n<p>Vielmehr hatten die Arsenal-Anh\u00e4nger wohl das Gef\u00fchl, sich nach den stets packenden Duellen der j\u00fcngeren Vergangenheit noch f\u00fcr den schwarz-gelben Vollgasfu\u00dfball fr\u00fcherer Jahre bedanken zu m\u00fcssen, ehe dieser m\u00f6glicherweise bald f\u00fcr lange Zeit von der Bildfl\u00e4che verschwindet.<\/p>\n<p><strong>G\u00fcndogan trotz fehlender Fitness noch der Beste<\/strong><br \/>\nMit Karacho hat der BVB seine sportliche Krise nun auch in die Champions League exportiert, damit bleibt sich der einstige Powerklub immerhin treu. Zwar hat die erste Vorrunden-Pleite keine direkte Auswirkung auf die bereits f\u00fcrs Achtelfinale qualifizierten Dortmunder: Im letzten Heimspiel gegen Anderlecht k\u00f6nnen sie wohl mit einem Remis Rang eins vor den Londonern sichern. \u201eZu neunzig Prozent wird Dortmund Gruppensieger\u201c, sagte selbst Arsenal-Coach Arsene Wenger.<\/p>\n<p>Doch die Art und Weise, wie sich der BVB nach vier Siegen zum Auftakt nun in Nordlondon ins Schicksal f\u00fcgte, lie\u00df viele Begleiter der Westfalen kopfsch\u00fcttelnd zur\u00fcck &#8211; selbst eigene Spieler: \u201eWir konnten uns keine richtige Torchance erspielen\u201c, analysierte Ilkay G\u00fcndogan treffend. Aufgrund der schwierigen Personalsituation bekam der Spielmacher seinen ersten Startelfeinsatz in der K\u00f6nigsklasse seit dem verlorenen Finale 2013 &#8211; und machte seine Sache trotz deutlicher Fitness-Defizite noch am besten unter Dortmunds zahlreichen Totalausf\u00e4llen.<\/p>\n<p><strong>Ginter in der Abwehr heillos \u00fcberfordert<\/strong><br \/>\nDenn insgesamt pr\u00e4sentierte sich die Borussia derma\u00dfen unterirdisch, uninspiriert und ohne Erfolgswillen, dass den Fans sp\u00e4testens jetzt Angst und Bange werden m\u00fcsste. Von den fr\u00fcheren Attributen ist nichts \u00fcbrig geblieben. Gegenpressing: findet nicht statt. \u00dcberfallartige Angriffe: Fehlanzeige. K\u00f6rpersprache: \u201eLasst uns in Ruhe\u201c. Nur zwei Chancen lieferte das Dortmunder Spiel. Die erste &#8211; nach G\u00fcndogans Traumpass und Lukasz Piszczeks Verl\u00e4ngerung vergab Henrich Mchitarjan (39. Minute) wie so oft in letzter Zeit leichtfertig.<\/p>\n<p>Die zweite lie\u00df der eingewechselte Adrian Ramos in der Nachspielzeit liegen. Aber da war der gebrauchte Abend im englischen Nebel ohnehin nicht mehr zu retten. \u201eDas war ein R\u00fcckschritt\u201c, sagte Matthias Ginter sp\u00e4ter. Der Weltmeister war als Ersatz der beiden angeschlagenen Innenverteidiger Mats Hummels und Sokratis heillos mit seiner Aufgabe \u00fcberfordert.<\/p>\n<p><strong>Mit noch gr\u00f6\u00dferen Zweifel zur\u00fcck nach Deutschland<\/strong><br \/>\nDer treueste Begleiter der Borussia dieser Tage ist eigenes Unverm\u00f6gen gepaart mit einer Portion Pech. Schon nach zwei Minuten lag der Ball erstmals im Tor von Torh\u00fcter Roman Weidenfeller, und eigentlich h\u00e4tte FIFA-Schiedsrichter Viktor Kassai den Treffer nicht geben d\u00fcrfen. Yaya Sanogo stand beim Anspiel von Santi Cazorla knapp im Abseits. Andererseits war es erneut selbst verschuldet. \u201eTrotz 5:3-\u00dcberzahl haben wir den Treffer kassiert\u201c, m\u00e4kelte Sportdirektor Michael Zorc. BVB-Trainer J\u00fcrgen Klopp haderte indes mit dem Schicksal: \u201eDas war der schlechteste Start, den man sich vorstellen kann.\u201c<\/p>\n<p>Es war zugleich das schnellste Gegentor in der Champions-League-Historie der Schwarz-Gelben. Dabei hatte Klopp so eindringlich darauf hingewiesen, ja mit einem Erfolgserlebnis nach Deutschland zur\u00fcckzukehren, um auch im Tagesgesch\u00e4ft endlich mit Selbstvertrauen gegen die vielen Zweifel anzuk\u00e4mpfen. Auch die Brandrede von Hans-Joachim Watzke verhallte ungeh\u00f6rt: Die Spieler lieferten eben jenen Verwaltungsfu\u00dfball, den der BVB-Chef nicht mehr sehen wollte. Nun geht der Tabellensechzehnte der Bundesliga noch schwerer angeschlagen ins Duell bei Eintracht Frankfurt am Sonntag.<\/p>\n<p><strong>Auch Klopps Schachz\u00fcge bleiben ohne Wirkung<\/strong><br \/>\n\u201eWir waren nicht mutig genug\u201c, kritisierte der Coach seine Elf, bei der nichts klappen wollte, und: \u201eEs gibt tausend gute Gr\u00fcnde, warum wir heute keinen guten Fu\u00dfball gespielt haben.\u201c Einige hatte der Coach selbst zu verantworten. So brachte er Ciro Immobile in der Sturmspitze wohl nur, weil genau diese Finte beim 2:0-Sieg im Hinspiel funktioniert hatte. Der Italiener bekam aber diesmal \u00fcberhaupt nichts hin. Auch Klopps taktischer Zug, Pierre-Emerick Aubameyang auf die Position des Spielmachers zu stellen, ging nicht auf.<\/p>\n<p>Weil zudem auf den Seiten Kevin Gro\u00dfkreutz kein Feuer entfachte und Henrich Mchitarjan jede Idee schuldig blieb, kam das BVB-Spiel nicht auf Touren. Dass Dortmunds Abwehr stets anf\u00e4llig ist, geh\u00f6rt europaweit zum Allgemeinwissen. Treffer Nummer zwei kassierte der BVB diesmal in der 57. Minute, als die Dortmunder Verteidigung so tat, als habe sie noch nie vom Chilenen Alexis Sanchez geh\u00f6rt. Arsenals St\u00fcrmerstar bedankte sich unbehindert mit einem Kunstschuss zum 2:0 aus zwanzig Metern.<\/p>\n<p><strong>Gem\u00fctliches Scheitern in der Komfortzone<\/strong><br \/>\nEinzig die \u00d6ffentlichkeitsarbeit funktioniert derzeit noch bei den Westfalen. Am Morgen vor der Partie hatte die Mannschaft das Anschwitzen im Regent\u2018s Park absolviert, wo sonst Hobby-Fu\u00dfballer ihr Gl\u00fcck suchen. Die englische Presse, die Klopp lieber heute als morgen in der Premier League sehen w\u00fcrde, feierte den BVB daf\u00fcr als \u201ebodenst\u00e4ndigen Arbeiterklub\u201c, obwohl der Tross im nahegelegenen Nobelhotel f\u00fcr vermutlich das doppelte Jahresgehalt eines Fabrikarbeiters Quartier bezogen hatte. Im Spiel am Abend pr\u00e4sentierte sich der Champions-League-Finalist von 2013 zwar nicht wie eine Freizeittruppe, aber auch nicht wie der w\u00fcrdige Spitzenreiter der K\u00f6nigsklassen-Gruppe D.<\/p>\n<p>Und so wirkte der Gang zu den Treuesten der Treuen nach der Partie im Emirates-Stadion diesmal wie ein Trauermarsch. Die Mannschaft stieg pflichtbewusst \u00fcber die Werbebande, um sich per Handschlag direkt bei den Fans zu bedanken, die weiter bedingungslos hinter ihnen stehen. Unpassend schien es obendrein: Schwarz-Gelb st\u00fcrzt jubelnd ins Verderben und die Anh\u00e4nger merken nicht, dass sie ihren Helden sogar damit schaden, sie f\u00fcr ihre schlechten Leistungen auch noch ausdauernd zu feiern und in der Komfortzone zu belassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun also auch in der Champions League: Der wankende BVB gibt bei der Pleite beim FC Arsenal ein ersch\u00fctterndes Bild ab. \u201eDas war ein R\u00fcckschritt\u201c, sagt selbst einer der Spieler.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","enabled":false}}},"categories":[66,14],"tags":[120,16,248,119,171,33,170],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p2zHXD-ql","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1633"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1633"}],"version-history":[{"count":10,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1633\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1643,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1633\/revisions\/1643"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1633"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1633"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1633"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}