{"id":1645,"date":"2014-12-06T13:04:09","date_gmt":"2014-12-06T11:04:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=1645"},"modified":"2014-12-10T13:48:32","modified_gmt":"2014-12-10T11:48:32","slug":"klopps-spiel-mit-dem-feuer-geht-auf","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=1645","title":{"rendered":"Klopps Spiel mit dem Feuer geht auf &#8211; vorerst"},"content":{"rendered":"<p>Mitten in der schwersten sportlichen Krise degradiert Dortmunds Trainer seine Nummer eins im Tor und mischt die Mannschaft munter durch. Mit Erfolg &#8211; aber auch mit einer schwer abzusch\u00e4tzenden Folge.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Nachdem der Befreiungsschlag in der Bundesliga gelungen war, geriet bei J\u00fcrgen Klopp im Eifer des Gefechts ein bisschen was durcheinander. Konsequent verwechselte der Trainer von Borussia Dortmund den G\u00e4ste-Keeper Oliver Baumann mit einer fr\u00fcheren BVB-Gr\u00f6\u00dfe. &#8220;Ich sage schon den ganzen Abend Lehmann, oder?&#8221;, gab Klopp dann zu, als er in der Pressekonferenz auf seinen Versprecher hingewiesen worden war.<\/strong><\/p>\n<p>Das kann schon mal passieren, wenn man in der schlimmsten sportlichen Krise knapp die Kurve kriegt und die Erleichterung einfach raus muss. Zumal Klopp unmittelbar vor dem 1:0-Sieg \u00fcber die TSG 1899 Hoffenheim die eigenen Torh\u00fcter durcheinandergewirbelt hatte. Dass Weltmeister Roman Weidenfeller \u00fcberraschend auf der Bank landete, war allerdings eine h\u00f6chst bewusste Entscheidung des Trainers und hatte nun gar nichts mir einem Versehen zu tun.<\/p>\n<p><strong>Noch keine Entscheidung \u00fcber die k\u00fcnftige Nummer eins<\/strong><\/p>\n<p>&#8220;Das war ein Bauchgef\u00fchl, nicht mehr und nicht weniger&#8221;, erkl\u00e4rte Klopp, warum er sich \u00fcberraschend f\u00fcr den Australier Mitch Langerak im Tor entschieden hatte. &#8220;Mitch war heute einfach mal dran. Ich wollte seine Frische und seinen Spa\u00df im Spiel haben&#8221;, so der Coach, der sich seinerseits dar\u00fcber freuen durfte, mit seinem Team nach dem vierten Saisonsieg zumindest vorl\u00e4ufig den letzten Tabellenplatz verlassen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Wer allerdings k\u00fcnftig die Nummer eins im Team des abgest\u00fcrzten Vizemeisters sein soll, darauf wollte sich Klopp ganz und gar nicht festlegen. &#8220;Dar\u00fcber habe ich mir \u00fcberhaupt noch keine Gedanken gemacht\u201c, sagte der 47-J\u00e4hrige. Sprich: Mindestens bis zum n\u00e4chsten Spiel haben die Schwarz-Gelben eine Torh\u00fcter-Diskussion am Hals.<\/p>\n<p><strong>Keine M\u00f6glichkeit, sich auszuzeichnen<\/strong><\/p>\n<p>Immerhin bleibt dem BVB nach dem Heimsieg weiteres Krisengerede erspart &#8211; und Klopp zun\u00e4chst die Frage \u00fcber Sinn und Zweck seiner gewagten Personalrochade. W\u00e4re das Experiment gescheitert, h\u00e4tte Klopp gleich beide Keeper besch\u00e4digt. Rein sportlich machte der Wechsel von Weidenfeller, der seinem Ersatzmann vor dem Spiel sogar fair Gl\u00fcck w\u00fcnschte, auf Langerak keinen Unterschied. Trotz des j\u00fcngsten Weidenfeller-Patzers bei der Pleite in Frankfurt sind die beiden Kontrahenten leistungsm\u00e4\u00dfig keine Welten voneinander entfernt. Vermutlich war es eher das gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Zeichen an die zuletzt blutleer auftretende Mannschaft, dass sich niemand zu sicher sein sollte angesichts der prek\u00e4ren Lage.<\/p>\n<p>Gegen die erschreckend harmlosen Hoffenheimer hatte Langerak jedenfalls kaum Gelegenheit sich auszuzeichnen. Die einzige Chance der Kraichgauer direkt nach Anpfiff der zweiten H\u00e4lfte entsch\u00e4rfte Mats Hummels. Den tollen Freisto\u00df von Sebastian Rudy kl\u00e4rte der schmerzlich vermisste Abwehrchef unmittelbar vor der Linie.<\/p>\n<p><strong>Hummels strahlt Sicherheit aus<\/strong><\/p>\n<p>Vielleicht darf sich Langerak aber die verbesserte Kommunikation zwischen Torh\u00fcter und Verteidigung bei dieser Aktion zugute halten. &#8220;Ich habe mit Mitch ausgemacht, dass er in der Torwartecke bleibt&#8221;, erkl\u00e4rte Hummels die ungew\u00f6hnliche, aber effektive Arbeitsteilung. Auch seine Qualit\u00e4ten als Feldspieler stellte der 26-j\u00e4hrige Kronprinz unter Beweis, als er unter dem Druck eines missratenen R\u00fcckpasses TSG-St\u00fcrmer Sven Schipplock in bester Manuel-Neuer-Manier l\u00e4ssig austanzte. Das war es aber auch schon mit der Hoffenheimer Herrlichkeit.<\/p>\n<p>Die anderen Wechsel beim BVB waren auf dem Rasen viel bedeutender f\u00fcr den hei\u00df ersehnten Erfolg vor 80.000 enthusiastischen Fans: Mit dem Comeback von Kapit\u00e4n Hummels fand die Defensive prompt zu mehr Ruhe. &#8220;Er ist unglaublich stark, er hat auch seinem Nebenmann Neven Subotic mehr Sicherheit gegeben&#8221;, analysierte G\u00e4ste-Trainer Markus Gisdol treffend. Linksverteidiger Marcel Schmelzer machte seine Sache ebenfalls ordentlich, er stand zumindest nach hinten sicherer als zuletzt Erik Durm.<\/p>\n<p><strong>Gisdol ein wenig an den BVB von fr\u00fcher erinnert<\/strong><\/p>\n<p>Vor allem aber die Variante, Ilkay G\u00fcndogan statt Shinji Kagawa im offensiven Mittelfeld zu bringen, entpuppte sich als Gl\u00fccksgriff. Nicht nur, weil dem Pechvogel der vergangenen Monate mit seinem Kopfball zum 1:0 in der 17. Minute der Siegtreffer gelang &#8211; es war im \u00dcbrigen auch G\u00fcndogans erstes Bundesliga-Tor seit dem April 2013. Da der Spielgestalter aber auch weiter vorne agierte als sonst, konnte sich die Doppelsechs Sven Bender und Sebastian Kehl auf ihr Kerngesch\u00e4ft der Absicherung konzentrieren.<\/p>\n<p>G\u00fcndogan seinerseits hatte viel Platz und Ruhe, um B\u00e4lle in die Spitze zu spielen. Mit einer Passquote von 85 Prozent lag er weit \u00fcber dem Teamdurchschnitt. Immer wieder trieb er den BVB nach vorne und hatte au\u00dferdem Luft f\u00fcr neunzig Minuten. Erst in der Nachspielzeit ging er vom Platz &#8211; auch um den verdienten Applaus f\u00fcr ein Spiel zu ernten, dass aus Dortmunder Sicht Hoffnung macht. Nicht nur Hoffenheim-Coach Gisdol f\u00fchlte sich angesichts der offensiven zweiten Halbzeit der Dortmunder &#8220;ein bisschen an den BVB von fr\u00fcher erinnert&#8221;.<\/p>\n<p><strong>Schiedsrichter mit zwei haarstr\u00e4ubenden Fehlern<\/strong><br \/>\nEinzig die mangelnde Chancenverwertung war erneut zu bem\u00e4ngeln beim stark verbesserten BVB, der vom fr\u00fcheren Kapit\u00e4n Kehl mit einer spontanen Rede auf die wegweisende Partie eingeschworen worden war und dann k\u00e4mpferisch ganz anders zu Werke ging als zuletzt. Der b\u00e4renstarke Pierre-Emerick Aubameyang, der auch G\u00fcndogans Treffer gl\u00e4nzend vorbereitete, scheiterte im zweiten Durchgang zwei Mal am gl\u00e4nzend aufgelegten TSG-Keeper Baumann (61.Minute, 75.). Nach einer Ecke fand auch der mit aufger\u00fcckte Hummels in ihm seinen Meister (63.). Weil zudem Schiedsrichter Felix Zwayer einen lupenreinen Treffer Aubameyangs aberkannte, obwohl die BVB-Rakete deutlich nicht im Abseits stand, mussten die Fans bis zuletzt um das Ende der Talfahrt zittern.<\/p>\n<p>Kurz vor Schluss h\u00e4tten sich die Dortmunder n\u00e4mlich nicht \u00fcber einen Strafsto\u00df gegen sich beschweren k\u00f6nnen, als Subotic r\u00fcde gegen Tarik Elyounoussi einstieg. &#8220;Es w\u00e4re ein gl\u00fccklicher Punkt f\u00fcr uns gewesen, aber trotzdem war es zu hundert Prozent ein Elfmeter&#8221;, durfte sich Klopps Gegen\u00fcber Gisdol unwidersprochen \u00fcber einen weiteren Fehler des schwachen Unparteiischen aufregen.<\/p>\n<p><strong>T-Frage h\u00e4ngt bis Anderlecht \u00fcber dem BVB<\/strong><\/p>\n<p>Trotz des knappen Siegs will von Trendwende noch keiner was wissen bei den Westfalen. &#8220;Das haben wir nach dem Gladbach-Spiel auch schon gesagt&#8221;, erinnerte BVB-Urgestein Kevin Gro\u00dfkreutz mit erhobenem Zeigefinger an das wenig nachhaltige Zwischenhoch vor einigen Wochen.<\/p>\n<p>Es bleibt noch viel zu tun bei der Borussia, um aus der Krise herauszufinden. Auch die Entscheidung \u00fcber die Nummer eins im Tor der Dortmunder will noch gef\u00e4llt werden. Fans, Presse, und \u00d6ffentlichkeit d\u00fcrften gespannt sein, wie diese spannende T-Frage gel\u00f6st wird, die ja auch die gesamte Statik im Team betrifft. Zum Gl\u00fcck f\u00fcr den BVB geht es schon am Dienstag in der Champions League gegen den RSC Anderlecht weiter. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mitten in der schwersten sportlichen Krise degradiert Dortmunds Trainer seine Nummer eins im Tor und mischt die Mannschaft munter durch. 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