{"id":2268,"date":"2017-08-26T12:20:05","date_gmt":"2017-08-26T10:20:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=2268"},"modified":"2017-09-11T14:06:06","modified_gmt":"2017-09-11T12:06:06","slug":"bartra-vom-wackelkandidat-zum-publikumsliebling","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=2268","title":{"rendered":"Marc Bartra: Vom Wackelkandidaten zum Publikumsliebling"},"content":{"rendered":"<p>Nach einem holprigen Start in Dortmund ist der Innenverteidiger zum Liebling der BVB-Fans aufgestiegen. Im neuen System der Borussia spielt Bartra zudem eine zentrale Rolle &#8211; gerade gegen Teams wie Hertha BSC.<!--more--><\/p>\n<p>(Dieser Artikel lief am 25. und 26. August 2017 bei <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/sport\/das-aktuelle-sportstudio\/abendspiel-bvb-hertha-marc-bartra-100.html\" target=\"_blank\">zdfsport.de<\/a>)<\/p>\n<p><strong><br \/>\nBei Borussia Dortmund wissen sie ganz genau, wie sie bei ihren Fans punkten k\u00f6nnen. Als j\u00fcngst das neue Ausw\u00e4rtstrikot beworben werden sollte, haben sie f\u00fcr die Fotos nat\u00fcrlich den aktuellen Publikumsliebling aufs Dach der Gesch\u00e4ftsstelle bugsiert, mit dem fr\u00fcheren Westfalenstadion plus Sonnenuntergang als perfektem Panorama.<\/strong><\/p>\n<p>Aber nicht Torj\u00e4ger Pierre-Emerick Aubameyang oder Marco Reus dienten da als BVB-Botschafter &#8211; sondern Marc Bartra, ein Innenverteidiger, der \u00fcber sein bewegtes und bewegendes Deb\u00fctjahr in Dortmund fast ein Buch schreiben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><strong>Emotionale Achterbahnfahrt<\/strong><br \/>\n&#8220;Es f\u00fchlt sich wirklich nach Familie an&#8221;, offenbarte Bartra den &#8220;Ruhr Nachrichten&#8221; vor Saisonstart. Die beizeiten knorrigen Westfalen haben den lebenslustigen Katalanen nach nur einer Spielzeit ins Herz geschlossen, weil er sich kompromisslos auf die neue Heimat eingelassen hat. Bei ihm muss kein BVB-Anh\u00e4nger bef\u00fcrchten, dass er per Streik einen Vereinswechsel erzwingt.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich spielt auch Bartras besondere Geschichte eine Rolle: Beim Anschlag auf den Mannschaftsbus Anfang April erlebte der 26-J\u00e4hrige die &#8220;schlimmsten 15 Minuten&#8221; seines Lebens. Doch seine Art, den Terror mit einf\u00fchlsamen Botschaften zu verarbeiten, hat ihm Respekt und Zuneigung bei den Fans verschafft und beim Comeback am letzten Spieltag der vergangenen Saison auch den sch\u00f6nsten Moment seiner Karriere: &#8220;Als die Leute aufstanden und alle meinen Namen riefen &#8211; das war das Emotionalste, was ich jemals in einem Fu\u00dfballstadion erlebt habe.&#8221;<\/p>\n<p><strong>Hollywoodreifes Happy End<\/strong><br \/>\nDabei sah es im ersten halben Jahr nicht nach einer Love-Story aus zwischen dem Neuzugang vom FC Barcelona und den ambitionierten Westfalen. Als vermeintlicher Hummels-Nachfolger stand der f\u00fcr acht Millionen Euro verpflichtete U21-Europameister von 2013 gleich unter Druck. Dass der Verteidiger mit Bugwelle antrat, machte es nicht leichter. &#8220;Ich habe mit den Besten der Welt trainiert&#8221;, prahlte der zw\u00f6lfmalige spanische Nationalspieler f\u00fcr westf\u00e4lische Geschm\u00e4cker anfangs ein wenig zu laut und verwies stolz auf die Lehrjahre in Barcas legend\u00e4rer Nachwuchs-Akademie La Masia.<\/p>\n<p>Doch wackliges Stellungsspiel, fehlende Lufthoheit und der Hang zu Risikop\u00e4ssen lie\u00dfen fr\u00fch die Frage aufkommen, ob Bartra nach 103 Pflichtspielen f\u00fcr den Weltklub nicht doch gefl\u00fcchtet sei, weil er an Stars wie Gerard Piqu\u00e9 oder Javier Mascherano nie herankommen w\u00fcrde. Gleich vier Mal verpasste ihm der &#8220;kicker&#8221; in der Hinrunde 2016\/17 die Note 4,5 oder schlechter.<\/p>\n<p>Im Winter gelang Bartra die Wende. Seine Auftritte wurden souver\u00e4ner, die Noten deutlich besser, ehe ihn der beim Bombenattentat gebrochene rechte Arm zur\u00fcckwarf. Doch auch diese, vor allem psychologisch belastende Phase \u00fcberwand er, Solidarit\u00e4t und Anteilnahme unter Mitspielern und Fans waren ihm sicher. Nach der emotionalen Liga-R\u00fcckkehr feierte er beim DFB-Pokalsieg in Berlin sogar noch ein hollywoodreifes Happy End.<\/p>\n<p><strong>Neben Sokratis etabliert<\/strong><br \/>\nBartra l\u00e4sst keine Gelegenheit aus, seine Zuneigung f\u00fcr die Borussia in sozialen und klassischen Medien zu bekunden. So belohnte Dortmunds Nummer 5 eine BVB-Anh\u00e4ngerin mit seinem Trikot, weil diese sich beim Derby schwarz-gelb gewandet mutig in den Schalke-Block gesetzt hatte. Via Instagram und Twitter l\u00e4sst er die BVB-Gemeinde regelm\u00e4\u00dfig an seinem privaten Gl\u00fcck teilhaben. Das mag Geschmacksache sein, wirkt aber immerhin nicht so aufgesetzt wie bei vielen anderen, agenturgesteuerten Fu\u00dfballprofis. So tauchen seine Frau Melissa Jimenez, die er in diesem so ereignisreichen Jahr auch geheiratet hat, sowie sein T\u00f6chterchen Gala oft in Nebenrollen auf.<\/p>\n<p>Das alles w\u00fcrde nicht funktionieren oder sogar kontraproduktiv wirken ohne sportliche Basis. Aber auch unter Trainer Peter Bosz scheint Bartra Fortschritte zu machen. Er hat sich als etatm\u00e4\u00dfiger zweiter Innenverteidiger neben Abwehrchef Sokratis etabliert, vor Konkurrent \u00d6mer Toprak. Die P\u00e4sse kommen schn\u00f6rkelloser und pr\u00e4ziser und werten sein Aufbauspiel auf. Das Stellungsspiel hat sich verbessert, was angesichts der im neuen System h\u00f6her stehenden Verteidigung wichtig ist. Mehr Risiko vertr\u00e4gt die Abwehr nicht, die schon in der Vorsaison mit 40 Liga-Gegentoren anf\u00e4llig war. Gerade gegen frech auf Konter lauernde Teams wie aktuell Hertha BSC ist eine geringe Fehlerquote das A und O.<\/p>\n<p><strong>Traumtor beim Liga-Start<\/strong><br \/>\nNachdem er zum Saisonstart bei der ungl\u00fccklichen Supercup-Pleite gegen den FC Bayern mit einem verschossenen Elfer noch zum tragischen Helden wurde, gl\u00e4nzt Bartra inzwischen auch als Vollstrecker. In der ersten DFB-Pokalrunde gelang ihm der F\u00fchrungstreffer, beim Liga-Auftakt in Wolfsburg sogar ein Traumtor. Allein das kompromisslose Kl\u00e4ren sollte sich Bartra schnell noch bei Sokratis abschauen. Nicht jedes Problem muss er k\u00fcnstlerisch anspruchsvoll l\u00f6sen, auch ein Tackling an der Seitenlinie f\u00fchrt manchmal direkt in die Dortmunder Herzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach einem holprigen Start in Dortmund ist der Innenverteidiger zum Liebling der BVB-Fans aufgestiegen. 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