{"id":2287,"date":"2017-09-11T14:05:26","date_gmt":"2017-09-11T12:05:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=2287"},"modified":"2017-09-14T13:13:29","modified_gmt":"2017-09-14T11:13:29","slug":"tottenham-und-der-wembley-fluch","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=2287","title":{"rendered":"Tottenham und der Wembley-Fluch"},"content":{"rendered":"<p>Dortmunds Auftaktgegner in der Champions League k\u00e4mpft mit seiner schwarzen Serie. Dabei h\u00e4tten die Spurs das Zeug zum cleversten Klub Englands.<!--more--><\/p>\n<p>(Dieser Artikel lief am 12. September bei <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/sport\/uefa-champions-league\/borussia-dortmund-vor-dem-champions-league-spiel-gegen-tottenham-hotspur-100.html\" target=\"_blank\">zdfsport.de<\/a>)<\/p>\n<p><strong>Ein 3:0 am Wochenende gegen Everton, St\u00fcrmerstar Harry Kane erzielte sein hundertstes Tor f\u00fcr Tottenham: Besser h\u00e4tte die Generalprobe f\u00fcr die K\u00f6nigsklasse eigentlich nicht laufen k\u00f6nnen. Doch weil der Premier-League-Spielplan ein Gastspiel vorsah, tragen die Spurs ihre akute Heimschw\u00e4che noch mit ins Startduell der K\u00f6nigsklasse gegen Borussia Dortmund.<\/strong><\/p>\n<p>Nur ein einziger Sieg in sieben Auftritten steht zu Buche, seit die Lilywhites Wembley zum vor\u00fcbergehenden Exil erkoren haben. Vergangene Saison bereits trugen die Spurs dort ihre internationalen Spiele aus, nun auch die Ligapartien. Aber wie Heimat f\u00fchlt sich das Nationalstadion noch nicht an. Auf dem f\u00fcnf Meter l\u00e4ngeren und zwei Meter breiteren Rasen hat das Team Probleme, sein kompaktes, druckvolles Spiel aufzuziehen. An der engen White Hart Lane, bis zum Abriss im Sommer das zweitkleinsten Feld der Premier League, war Tottenham zuletzt eine Macht.<\/p>\n<p><strong>\u00dcberschuss trotz Transferrausch<\/strong><br \/>\nEin gutes Omen also f\u00fcr den BVB, der in London aber nicht allzu sehr auf Serien setzen sollte. Noch einmal werden sich die Westfalen nicht so leicht durchsetzen wie 2015\/16 im Achtelfinale der Europa League. Seitdem hat sich Tottenham weiterentwickelt, ohne dabei jeden Trend mitzumachen. So agierten die Spurs diesen Sommer recht moderat, als die mit TV-Geld aufgepumpte Premier League im kollektiven Transferrausch \u00fcber 1,5 Milliarden Euro in neue Spieler investierte.<\/p>\n<p>Neben Manchester City (244 Millionen Euro), Chelsea (202 Mio.), Man United (164 Mio.) oder Everton (158 Mio.), kommen die 89 Millionen Euro der Spurs bescheiden daher. Obwohl sich auch die Londoner beim Kauf von Davinson Sanchez (Ajax Amsterdam, 40 Mio.) einen Klubrekord erlaubten, sprang ein \u00dcberschuss raus. Aus dem oberen Tabellendrittel gelang das sonst nur dem Erzrivalen FC Arsenal.<\/p>\n<p><strong>Bale als bestes Beispiel<\/strong><br \/>\nSelbst auf die letzten f\u00fcnf Jahre hochgerechnet haben die Spurs an Transfers mehr verdient als ausgegeben. Wie Dortmund, gegen das die Spurs zu ihrem 200. Europapokalspiel antreten, setzt der Klub auf den Nachwuchs aus seiner angesehenen Academy. Zwei Spurs wurden dieses Jahr mit England U20-Weltmeister. Wie der BVB bem\u00fcht er sich um die Veredlung eingekaufter Talente und macht damit auch mal Kasse &#8211; Real Madrids Hundert-Millionen-Mann Gareth Bale als Paradebeispiel.<\/p>\n<p>J\u00fcngst verdiente der Klub 51 Millionen Euro mit dem Verkauf von Nationalverteidiger Kyle Walker an ManCity. Aber auch ohne Glamour gibt\u2018s Geld: Je 19 Millionen Euro brachten der fr\u00fcheren K\u00f6lner Kevin Wimmer (Stoke City) und Nabil Bentaleb (Schalke 04). Damit n\u00e4hren die Spurs ihren Ruf als vielleicht cleverster Klub der Liga.<\/p>\n<p><strong>Neues Superstadion<\/strong><br \/>\nTottenham befindet sich auch nicht im Besitz russischer Oligarchen, arabischer Scheichs oder von US-Investoren. Hauptanteilseigner ist seit 2007 der Engl\u00e4nder Joe Lewis. Der 80-j\u00e4hrige Milliard\u00e4r \u00fcberl\u00e4sst die Leitung seinem Gesch\u00e4ftspartner Daniel Levy. Der fr\u00fchere Chef der Glasgow Rangers h\u00e4lt bei Tottenham schon seit 2001 als Chairman die F\u00e4den in der Hand. F\u00fcr beide geh\u00f6ren mittel- und langfristige Investitionen f\u00fcr stete Gewinne zum Businessmodell.<\/p>\n<p>So steckt der Klub gerade nach eigenen Angaben hundert Millionen Euro ins Trainingsgel\u00e4nde. Satte 800 Millionen Euro kostet das neue Stadion, das direkt neben der altehrw\u00fcrdigen White Hart Lane errichtet wird. Der Bau der teuren Superarena wird durch einen lukrativen Deal mit der NFL gest\u00fctzt, die American-Football-Liga wird dort bis 2027 mindestens zwanzig Partien austragen.<\/p>\n<p><strong>Kane und Co. sind geblieben<\/strong><br \/>\nSportlich fehlte bisher der gro\u00dfe Wurf, den letzten Meistertitel gab es vor \u00fcber 50 Jahren. Auch hier wurden neue Voraussetzungen geschaffen. Nachdem Tottenham zuvor zehn Trainer in zw\u00f6lf Jahren verschliss, f\u00fchrt Mauricio Pochettino nun schon im vierten Jahr Regie. Der Argentinier hat die Spurs zur\u00fcck in die Spitze gef\u00fchrt und den ersten englischen Europapokalsieger zum Titelkandidaten entwickelt.<\/p>\n<p>Pochettinos Profil liest sich wie ein BVB-Bewerbungsschreiben: Der 45-J\u00e4hrige steht f\u00fcr Angriffsfu\u00dfball, f\u00fcr hohes Pressing, bevorzugt im 4-2-3-1, und er hat ein H\u00e4ndchen f\u00fcr Talente. Nach R\u00e4ngen f\u00fcnf, drei und zwei ist den Spurs auch diese Saison zuzutrauen, mit Englands Neureichen mitzuhalten und nach dem verpatzten K\u00f6nigsklasse-Auftritt im vergangenen Jahr auch in Europa zu gl\u00e4nzen. Zwar fehlt dem Kader Breite. Aber Stars wie Englands WM-Hoffnungen Kane, Dele Alli, der gegen Dortmund gesperrt ist, oder Eric Dier widerstanden allen Lockangeboten der Konkurrenz. Dass der Wembley-Fluch bald beendet wird, d\u00fcrfte wohl nur eine Frage der Zeit sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dortmunds Auftaktgegner in der Champions League k\u00e4mpft mit seiner schwarzen Serie. 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