{"id":2332,"date":"2017-11-20T17:18:31","date_gmt":"2017-11-20T15:18:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=2332"},"modified":"2018-10-28T11:18:50","modified_gmt":"2018-10-28T09:18:50","slug":"kleiner-lichtblick-in-der-bvb-krise","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=2332","title":{"rendered":"Kleiner Lichtblick in der BVB-Krise"},"content":{"rendered":"<p>Mario G\u00f6tze trotzt Dortmunds Abw\u00e4rtstrend, doch auch bei ihm bleibt viel Luft nach oben. Nun geht&#8217;s in der Champions League gegen Tottenham.<!--more--><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/sport\/uefa-champions-league\/dortmund-tottenham-vorbericht-100.html\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Der Artikel lief am 20.11.2017 bei zdfsport.de<\/a><\/p>\n<p><strong>Nur ein Sieg aus den letzten acht Pflichtspielen, eine Slapstick-Abwehr und kein Punch mehr in der Offensive: Vor den wichtigen Partien gegen Tottenham und im Liga-Derby gegen den Tabellenzweiten FC Schalke f\u00e4llt es selbst Berufsoptimisten schwer, bei Borussia Dortmund positive Aspekte zu entdecken. Mario G\u00f6tzes Entwicklung k\u00f6nnte ein solcher sein und Mut machen &#8211; mit manch bemerkenswerter Einschr\u00e4nkung allerdings.<\/strong><\/p>\n<p>Das BVB-Sorgenkind hat sich in den vergangenen Wochen gegen den Trend stabilisiert. G\u00f6tze geh\u00f6rt klar zu den Besseren unter den inzwischen fast ausnahmslos unter Niveau spielenden Krisen-Borussen. Die &#8220;kicker&#8221;-Note 3,3 ist ausbauf\u00e4hig, kann sich angesichts der dramatischen Dortmunder Talfahrt aber sehen lassen. Zumal sich G\u00f6tze mit seiner besonderen Vorgeschichte gegen die Misere stemmt: Seine komplizierte Stoffwechsel-Krankheit hat ihn gro\u00dfe Teile der vergangenen Saison gekostet und zum Start der aktuellen Spielzeit auf Null gesetzt. Dass der als \u00e4u\u00dferst sensibel geltende Sportler diese in vielerlei Hinsicht belastende Zeit \u00fcberwand und die Krankheit nun &#8220;ausgeheilt&#8221; ist, wie er gerade der &#8220;Welt&#8221; verriet, ist eine Erfolgsgeschichte.<\/p>\n<p><strong>Probleme im Offensiv-Pressing<\/strong><br \/>\nEs ist alles andere als selbstverst\u00e4ndlich, dass G\u00f6tze wieder regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber die volle Distanz geht und eine Konstante im BVB-Spiel geworden ist. In sieben der letzten acht Partien spielte der 25-J\u00e4hrige neunzig Minuten durch, in 13 von 19 Pflichtspielen stand er auf dem Feld, elf Mal in der Startelf. Auch bei der j\u00fcngsten Pleite beim VfB Stuttgart war G\u00f6tze ein Lichtblick und gl\u00e4nzte in der ersten H\u00e4lfte mit Ballkontrolle und cleveren Anspielen. Einerseits.<\/p>\n<p>Andererseits war auch G\u00f6tze nicht bereit, auf die Umstellung der Stuttgarter Taktik zu reagieren und sich gegen die VfB-Wucht zu wehren &#8211; weder gedanklich, noch k\u00f6rperlich. Wie in vielen der zuletzt entt\u00e4uschenden Dortmunder Auftritte, in denen s\u00e4mtliche BVB-Akteure mit zunehmender Spieldauer ins Schwimmen gerieten. G\u00f6tze wirkt noch nicht komplett austrainiert und beizeiten auch damit \u00fcberfordert, die zentrale Rolle im Offensiv-Pressing des umstrittenen Bosz-Systems konsequent durchzuhalten. Das tr\u00e4gt zur Instabilit\u00e4t der Westfalen bei und er\u00f6ffnet dem Gegner R\u00e4ume. Symptomatisch, dass Trainer Peter Bosz seinem vermeintlichen Schl\u00fcsselspieler bei der Balljagd gegen den FC Bayern nur die Jokerrolle zutraute.<\/p>\n<p><strong>Neue Rolle nimmt ihm die St\u00e4rken<\/strong><br \/>\nMit vier Torvorlagen in der noch jungen Saison deutete G\u00f6tze seine F\u00e4higkeiten zumindest wieder an. Immer \u00f6fter gelingen auch tolle vorletzte P\u00e4sse, die mit Treffern gekr\u00f6nt werden oder es verdient h\u00e4tten. L\u00e4ngst hat er auch den Respekt vieler jener BVB-Fans zur\u00fcck gewonnen, die ihm den Bayern-Abstecher ewig \u00fcbel nehmen wollten. Doch genauso offenbaren sich Defizite. Es fehlt die Explosivit\u00e4t, der Mut zum Dribbling und vor allem der erfolgreiche Abschluss: Beinahe scheint es so, als h\u00e4tte der WM-Finalakrobat von Rio seinen Torinstinkt verloren &#8211; und beizeiten sogar die perfekte Schusstechnik. Bei der Pleite in Stuttgart etwa zielte wo G\u00f6tze gleich zwei Mal aus guter Position nur harmlos auf die Tormitte.<\/p>\n<p>Spiele entscheiden, den Unterschied ausmachen &#8211; das zeichnete G\u00f6tze mal aus. Dass es noch nicht wieder so ist, hat auch mit der neuen Rolle im BVB-Spiel zu tun. Dortmunds Nummer 10 wird meist nicht direkt hinter den Spitzen mit Zug zum Tor eingesetzt, sondern etwas defensiver, zudem mit Aufgaben in der Absicherung. &#8220;Ich sehe mich als Spielgestalter, nicht als Vollstrecker&#8221;, sagt G\u00f6tze \u00fcber seinen Wandel und scheint mit sich im Reinen.<\/p>\n<p><strong>Realistisches Lob von L\u00f6w<\/strong><br \/>\nSchon bei R\u00fcckkehr nach Dortmund hatte er verk\u00fcndet, er wolle nicht mehr mit dem Mario G\u00f6tze der erfolgreichen Klopp-\u00c4ra verglichen werden. Dabei ist nicht sicher, ob das eine logische und n\u00f6tige Entwicklung darstellt oder doch einen R\u00fcckschritt. Vielleicht beschr\u00e4nkt er sich und sein unfassbar gro\u00dfes Talent mit dem Wunsch nach einer neuen Charakter-Rolle einfach nur selbst.<\/p>\n<p>Eigen- und Fremdwahrnehmung bei G\u00f6tze gehen ohnehin signifikant auseinander. Er selbst sieht sich schon bei 100 Prozent, eine vorsichtigere Einsch\u00e4tzung vertritt der Bundestrainer: &#8220;Mario ist k\u00f6rperlich wieder auf sehr gutem Niveau. Er wird besser und besser&#8221;, sagte Joachim L\u00f6w in der j\u00fcngsten L\u00e4nderspiel-Woche, schob aber nach: &#8220;Er wird noch brauchen, um das zu zeigen, was in ihm steckt.&#8221; Die gute Nachricht: F\u00fcr ein Nationalelf-Comeback samt Remis-rettender Torvorlage gegen WM-Mitfavorit Frankreich hat das nach fast einem Jahr Zwangspause trotzdem gereicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mario G\u00f6tze trotzt Dortmunds Abw\u00e4rtstrend, doch auch bei ihm bleibt viel Luft nach oben. 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