{"id":2341,"date":"2017-12-15T11:15:02","date_gmt":"2017-12-15T09:15:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=2341"},"modified":"2018-01-08T10:48:43","modified_gmt":"2018-01-08T08:48:43","slug":"watzke-schaltet-auf-angriffsmodus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=2341","title":{"rendered":"Watzke schaltet auf Angriffsmodus"},"content":{"rendered":"<p>Der BVB-Chef k\u00e4mpft um die Deutungshoheit der Dortmunder Krise. Der Umgang mit der Kritik ist auch eine Frage des Spins.<!--more--><\/p>\n<p>(Dieser Artikel lief am 16.12.2017 bei <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/sport\/das-aktuelle-sportstudio\/das-aktuelle-sportstudio-vom-16-dezember-2017-100.html\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">zdfsport.de<\/a>)<\/p>\n<p><strong>Ein einziger Bundesliga-Sieg nach acht Partien ohne Erfolg &#8211; und schon ist er zur\u00fcck in seinem Element: \u201eSechs Monate Dortmund sind h\u00f6her zu bewerten als f\u00fcnf Jahre Gelsenkirchen\u201c, sagt Hans-Joachim Watzke, als er bei \u201e19:09 &#8211; der schwarz-gelbe Talk\u201c nach der kurzen Laufzeit des Vertrages f\u00fcr \u00dcbergangstrainer Peter St\u00f6ger gefragt wird.<\/strong><\/p>\n<p>Als Gast im Dortmunder Lensing-Carr\u00e9e\u201c, wo die heimischen \u201eRuhr Nachrichten\u201c regelm\u00e4\u00dfig mit BVB-Gr\u00f6\u00dfen diskutieren, kommt der Borussen-Chef mit Seitenhieben auf den Revierrivalen Schalke gut an. Ein echtes Heimspiel. <\/p>\n<p><strong>Unerkl\u00e4rliche Talfahrt<\/strong><br \/>\n\u201eJetzt haben wir vielleicht einmal daneben gelegen\u201c, verteidigt sich Watzke. Der Rauswurf von Trainer Peter Bosz vor wenigen Tagen will ins Positive gedreht werden. Da f\u00e4llt unter den Tisch, dass die Trainerbilanz aus gut zw\u00f6lf Jahren seiner Amtszeit auch differenzierter betrachtet werden k\u00f6nnte als mit dem Dauerverweis auf die goldene Klopp-\u00c4ra. Watzkes erster Trainertransfer J\u00fcrgen R\u00f6ber ergriff einst nach nur wenigen Wochen die Flucht. Thomas Doll hat vor allem dank seiner \u201eIch lach mir den Arsch ab\u201c-Rede einen Platz im kollektiven BVB-Ged\u00e4chtnis. Und Thomas Tuchel? Wurde der nicht k\u00fcrzlich wegen un\u00fcberbr\u00fcckbarer Differenzen entlassen?<\/p>\n<p>Der Bosz-Rauswurf vertr\u00e4gt noch Spin. \u201eErst gewinnen wir alles, dann pl\u00f6tzlich nicht mehr. So was habe ich noch nie erlebt. Das ist ein Ph\u00e4nomen\u201c, sagt Watzke. Nicht mal Matthias Sammer oder Jose Mourinho, mit denen der BVB-Chef nach eigenen Angaben zuletzt telefonierte, k\u00f6nnten sich einen Reim auf die sportliche Talfahrt machen. Die j\u00fcngst ans Licht gekommene Cliquen-Bildung im Team? \u201eHat schon vor Bosz angefangen.\u201c Warum er sie laufen lie\u00df, sagt der 58-J\u00e4hrige nicht.<\/p>\n<p><strong>In die Defensive getrieben<\/strong><br \/>\nOb die BVB-Chefs wirklich untersch\u00e4tzt haben, wie radikal Bosz seinem Ideal vom holl\u00e4ndischen \u201eVoetbal Total\u201c nacheifert, sei dahingestellt. Aber schon seit dem Abschied von Klopp und dessen \u00dcberfallfu\u00dfball fehlt ein konsistenter Plan, f\u00fcr welche Philosophie Schwarz-Gelb \u00fcberhaupt steht. Tuchel sollte die Borussia taktisch breiter aufstellen und auf Ballbesitz polen. Bereits mit Bosz ging es wieder retour zur wilden Balljagd. Nun muss St\u00f6ger aus der Borussia vor\u00fcbergehend ein Bollwerk machen. Von der Kritik in den Medien f\u00fchlt sich Watzke nun auch pers\u00f6nlich angegriffen. \u201eMan hat ja fast den Eindruck, beim BVB sind nur Legastheniker und Analphabeten am Werk.\u201c<\/p>\n<p>Watzke muss zugute gehalten werden, dass das wohl ereignisreichste Jahr der Klubgeschichte seinen Chef zum Getriebenen gemacht hat. Eine Ausnahmesituation jagte die n\u00e4chste. \u201e2017 war schrecklich\u201c, gesteht Watzke, der sogar \u00fcber R\u00fccktritt nachdachte. Erst die h\u00e4ssliche Randale vorm Spiel gegen Leipzig, dazu die teils deutlich \u00fcberzogene \u00f6ffentliche Schelte. Die S\u00fcdtrib\u00fcnen-Sperre. Dann der Bomben-Anschlag aufs Team. Und schlie\u00dflich der \u00fcber Monate schwelende Zoff mit Tuchel, der zu allem PR-sch\u00e4dlichen \u00dcberfluss als DFB-Pokalsieger entlassen werden musste. All das hat den BVB-Chef in die Defensive getrieben und lie\u00df kaum noch Platz f\u00fcr Strategie.<\/p>\n<p><strong>Neuanfang im Sommer<\/strong><br \/>\nIm n\u00e4chsten halben Jahr hat Watzke die Chance, seinen Herzensklub in deutlich mehr Ruhe f\u00fcr die Zukunft aufzustellen. Mit dem einen oder anderen neuen Spieler ab Sommer. Mit einem neuen Trainer &#8211;  vielleicht wird es trotz aller Dementis ja doch die jugendlich-mutige L\u00f6sung Julian Nagelsmann aus Hoffenheim. Und mit einer festen Philosophie, die f\u00fcr Fans, Aktion\u00e4re und die angepeilten internationalen M\u00e4rkte wieder eine stimmige Geschichte erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Watzke kann sich dabei auf seine fr\u00fchere Paraderolle als Macher und Gestalter zur\u00fcckbesinnen. Den n\u00f6tigen Kampfmodus der Klopp-Jahre hat er wohl schon zur\u00fcck. Und als ob das \u00fcberhaupt n\u00f6tig w\u00e4re, bringt er sich beim BVB-Pr\u00e4sidenten dem\u00fctig f\u00fcr eine letzte Amtszeit \u00fcber 2019 hinaus ins Gespr\u00e4ch: \u201eIch werde nicht bis 65 in diesem Amt sein. Aber wenn mich Reinhard Rauball fragt, k\u00f6nnte ich mir vorstellen, noch mal zu verl\u00e4ngern.\u201c Alles eine Frage des Spins.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der BVB-Chef k\u00e4mpft um die Deutungshoheit der Dortmunder Krise. 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