{"id":266,"date":"2012-07-23T23:49:54","date_gmt":"2012-07-23T21:49:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=266"},"modified":"2012-07-25T21:56:44","modified_gmt":"2012-07-25T19:56:44","slug":"warum-der-meister-noch-nicht-in-der-spur-ist","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=266","title":{"rendered":"Warum der Meister noch nicht in der Spur ist"},"content":{"rendered":"<p>Schwache Tests, zerst\u00fcckelte Vorbereitung, Schwierigkeiten durch die sp\u00e4te R\u00fcckkehr der EM-Fahrer. Was f\u00fcr die meisten anderen Teams ein Problem darstellt, ist f\u00fcr Borussia Dortmund: Fortschritt.<!--more--><\/p>\n<p>Manchmal erinnert J\u00fcrgen Klopp ein wenig an J\u00fcrgen Klinsmann, die Klubausgabe: Immer gut gelaunt, Probleme werden zu Projekten deklariert, jede Gefahr zur spannenden Herausforderung. Und \u00fcber allem schwebt das gro\u00dfe Ziel, die eigenen Spieler jeden Tag ein wenig besser zu machen. Nur dass beim Dortmunder Trainer nach drei Titeln in zwei Jahren klar ist, dass er dieses Credo auch mit Leben gef\u00fcllt hat. Und so d\u00fcrfen die BVB-Fans trotz einer bislang eher holprigen Vorbereitung auf die 50. Bundesliga-Saison hoffen, dass ihr Oberstratege auch recht beh\u00e4lt, wenn er sagt: Dortmund liegt im Soll.<\/p>\n<p><strong>Ambitioniertes Luxusproblem<\/strong><br \/>\n\u201eDas ist normal f\u00fcr alle Spitzenmannschaften\u201c, hat Klopp j\u00fcngst verlauten lassen, als er zur sp\u00e4ten R\u00fcckkehr der Nationalspieler befragt wurde und zu den Schwierigkeiten, die sich dadurch im Trainingsalltag ergeben. Das ist in mehrerer Hinsicht bemerkenswert. Zum einen, weil der BVB von seiner Defensivtaktik abweicht und sich inzwischen selbst als Topteam verkauft und nicht mehr nur als kleiner Herausforderer, der sich ein Jahr an die Spitze verirrt hat. Nach zwei Meistertitel und einem Pokalsieg ist es vermutlich auch h\u00f6chste Zeit, das nervige Understatement zu beenden. Zum anderen aber, weil Klopp damit ausdr\u00fcckt, dass er mit seiner Mannschaft vor der Saison 2012\/2013 ein Risiko eingeht &#8211; ein kalkuliertes.<\/p>\n<p>Vor seiner ersten Meisterschaft hatte Klopp von Anfang an fast den kompletten Kader zur Hand, um jenes atemberaubende System von Pressing und Gegenpressing einzustudieren, mit dem der BVB schlie\u00dflich die gesamte Liga auf dem falschen Fu\u00df erwischte. Heute m\u00fcssen sich die Westfalen &#8211; auf zugegeben etwas niedrigerem Niveau &#8211; mit fast den gleichen Problemen arrangieren wie der FC Bayern, der regelm\u00e4\u00dfig nach Turnieren physisch und psychisch ausgelaugte Spieler zur\u00fcckbekommt. Aber Klopp und der BVB denken \u00fcberhaupt nicht daran, sich zu beschweren, oder den einfachen Weg einzuschlagen. Den 25-Mann-Tross mit 25 hoch x individuellen Problemen auf ein gemeinsames Niveau zu bringen, ist \u201eambitioniert\u201c, wie BVB-Chef Hans-Joachim Watzke gerne zugibt. Aber auf diese neuen Luxusprobleme sind die Westfalen auch sehr stolz. Denn mehr noch als der wohl erstmals die magische 200-Millionen-Euro-Grenze \u00fcberschreitende Umsatz oder die st\u00e4ndig steigende Attraktivit\u00e4t f\u00fcr Sponsoren dr\u00fcckt die Zahl der aktuellen Nationalspieler im Kader die steile Entwicklung des einstigen Bankrottkandidaten aus.<\/p>\n<p><strong>Reus einbauen? Sollte machbar sein<\/strong><br \/>\nDaf\u00fcr nimmt Trainer Klopp auch R\u00fcckschl\u00e4ge in den Testspielen hin. \u201e17 Tore gegen eine Ostfriesen-Auswahl\u201c geh\u00f6ren nicht zum Plan f\u00fcr die Vorbereitung, sagte Klopp j\u00fcngst und presst die gewachsenen sportlichen Anspr\u00fcche wie gewohnt in eine druckreife Schlagzeile. \u201eWir wollen uns selbst Probleme machen in der Vorbereitung\u201c, sagt Klopp, der \u00fcber jeden Lernanreiz dankbar ist. Dass sieben Gegentore alleine in den beiden Partien in Br\u00fcgge und N\u00fcrnberg allerdings zu viel des Guten, oder besser gesagt: des Schlechten, sind, versteht sich von selbst bei einem vor Ehrgeiz brennenden Trainer, der im zweiten Anlauf endlich auch in der Champions League gl\u00e4nzen will. \u201eWir haben mehr Ballbesitz, aber kommen nicht zum Abschluss und der Gegner schie\u00dft die Tore\u201c, legte Klopp sofort nach der N\u00fcrnberg-Pleite den Finger in die Wunde, obwohl viele Startelf-Kandidaten noch gar nicht dabei waren. Auch von der zweiten Garde erwartet er in Sachen Abwehrverhalten und Spieler\u00f6ffnung Bundesligareife. Damit seine Unzufriedenheit auch dem Letzten im Kader klar werde, schob er ungew\u00f6hnlich deutlich nach: \u201eDas finde ich f\u00fcr den A&#8230;\u201c<\/p>\n<p>Lieber jetzt verlieren, die Probleme offen ansprechen und beseitigen, als wie im Vorjahr sanft durch die Testphase zu gleiten, sich feiern zu lassen und dann beim Saisonstart Schiffbruch zu erleiden. Damals hatte sich nach dem grandiosen Auftaktspiel gegen den HSV etwas zu viel L\u00e4ssigkeit und Selbstverliebtheit in die Aktionen des Titelverteidigers eingeschlichen. Prompt fand sich der BVB am sechsten Spieltag auf Rang elf wieder &#8211; mit scheinbar unaufholbarem Acht-Punkte-R\u00fcckstand auf die Bayern. Im \u00dcbrigen f\u00e4ngt der BVB im Gegensatz zu 2010 heute auf einen viel h\u00f6heren Level an. Die Mannschaft ist in gro\u00dfen Teilen eingespielt, erneut hat der europ\u00e4isch gesehen immer noch kleine BVB seine \u00fcberall begehrten Einzelk\u00f6nner bis auf eine einzige Ausnahme beisammen gehalten. Einen Hochbegabten wie Marco Reus in dieses lebende Gebilde einzupflanzen, erscheint zumindest auf den ersten Blick relativ einfach.<\/p>\n<p><strong>Es geht aufw\u00e4rts beim BVB &#8211; \u00fcberall<\/strong><br \/>\nAu\u00dferdem macht die extrem lange Sommerpause vieles einfacher. Mehr als vier Wochen bleiben noch bis zum Liga-Start. Der Supercup am 12. August spielt im Trainingsplan des Meisters keine Rolle &#8211; Prestigeduell in M\u00fcnchen hin oder her. So k\u00f6nnen Hummels, G\u00f6tze und Co. derzeit in aller Ruhe auf dem Nebenplatz des Ri-Au-Stadions von Bad Ragaz in Form gebracht werden, w\u00e4hrend zum Beispiel der anfangs verletzte Patrick Owomoyela individuell um den Anschluss k\u00e4mpft und der restliche Kader schon morgens vor dem Fr\u00fchst\u00fcck zu 1000-Meter-L\u00e4ufen getriezt wird oder es sp\u00e4ter in zwei Einheiten pro Tag mit dem Ball ans Eingemachte geht.<\/p>\n<p>Das alles funktioniert nur, weil sich das BVB-Wachstum l\u00e4ngst auch im Trainerstab widerspiegelt. Insgesamt sieben \u00dcbungsleiter \u00fcberwachen mittlerweile die Geschicke des kickenden Personals &#8211; auf dass die L\u00fccke zum FC Bayern auch in dieser Hinsicht kleiner werde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schwache Tests, zerst\u00fcckelte Vorbereitung, Schwierigkeiten durch die sp\u00e4te R\u00fcckkehr der EM-Fahrer. 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