{"id":480,"date":"2012-09-19T03:13:57","date_gmt":"2012-09-19T01:13:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=480"},"modified":"2012-10-02T20:24:22","modified_gmt":"2012-10-02T18:24:22","slug":"dortmund-wandert-weiter-auf-einem-schmalen-grat","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=480","title":{"rendered":"Meister Dortmund feiert, und wandert doch auf einem schmalen Grat"},"content":{"rendered":"<p>Eine Kopie des Vorjahres &#8211; zum Gl\u00fcck eine schlechte: Bei Borussia Dortmunds knappem Auftaktsieg \u00fcber Ajax Amsterdam vertreibt erst der sp\u00e4te Treffer von Robert Lewandowski die b\u00f6sen Geister der vergangenen Champions-League-Saison.<!--more--><\/p>\n<p>In all die gl\u00fccklichen Gesichter bei Borussia Dortmund mischten sich nach dem knappen 1:0-Sieg \u00fcber Ajax Amsterdam auch einige genervte. Immer dann, wenn der unausweichliche Vergleich aufkam mit der katastrophalen Europa-Kampagne des BVB im Vorjahr. Etwa bei Kapit\u00e4n Sebastian Kehl, der in der improvisierten Mixed Zone unter der Gegentrib\u00fcne des fr\u00fcheren Westfalenstadions pl\u00f6tzlich zu einer Basta-Rede ansetzte: \u201eEs ist nervig, immer wieder auf die letzte Saison angesprochen zu werden. Wir m\u00fcssen jetzt einen Haken dran machen.\u201c Und doch zeigt die Reaktion, welche B\u00fcrde die Schwarz-Gelben mit in die erste Gruppenpartie der neuen Spielzeit schleppten: Zu offensichtlich war die Erleichterung, auf der gro\u00dfen B\u00fchne K\u00f6nigsklasse nicht schon wieder als Fehlbesetzung dazustehen.<\/p>\n<p><strong>Zwischen internationaler Klasse und Harakiri-Fu\u00dfball<\/strong><br \/>\nDabei lieferte die hochintensive und packende Partie des Deutschen Meisters gegen Hollands Titeltr\u00e4ger etliche Parallelen zur Ungl\u00fcckssaison in der Champions League, die der BVB mit nur vier Punkten als Letzter einer vermeintlich leichten Gruppe abschloss. Auch gegen das junge, mal wieder im Umbruch befindliche Team aus Amsterdam zeigte Dortmund erneut all die Facetten, bei denen der Beobachter kaum noch unterscheiden kann, ob das nun gehobene internationale Klasse ist oder doch nur brotlose Schn\u00f6rkelei mit Harakiri-Elementen.<\/p>\n<p>Mit den Offensivk\u00fcnstlern Mario G\u00f6tze und Marco Reus erstmals gemeinsam in der Startelf zauberte der BVB seinen leidenschaftlichen Angriffsfu\u00dfball auf den Rasen, der in der Bundesliga seit zwei Jahren das Ma\u00df aller Dinge ist. Dankbar \u00fcberlie\u00df der BVB den G\u00e4sten den Vortritt in Sachen Ballbesitz, um daf\u00fcr umso konzentrierter am eigenen \u00dcberfallfu\u00dfball zu feilen. Sp\u00e4testens Mitte der Ajax-H\u00e4lfte attackierten die Dortmunder, eroberten Ball um Ball und erarbeiteten sich f\u00fcnf Riesenchancen. Aber all diese M\u00f6glichkeiten lie\u00df der BVB in schlechter Erinnerung an 2011 fahrl\u00e4ssig liegen &#8211; einschlie\u00dflich eines schwach geschossenen Elfmeters durch Mats Hummels kurz nach der Pause. Angesichts dieser eklatanten Torausbeute schwand selbst bei Berufsoptimist J\u00fcrgen Klopp zwischenzeitlich die Zuversicht: \u201eIch habe irgendwann gedacht, allzu viele Chancen kommen nicht mehr.\u201c<\/p>\n<p><strong>Klopp: &#8220;Die Nerven muss man erst mal haben&#8221;<\/strong><br \/>\nAuch h\u00e4tte sich Dortmund nicht \u00fcber den einen oder anderen Gegentreffer beschweren k\u00f6nnen, nach teilweise haarstr\u00e4ubenden individuellen Fehlern. Der schlimmste unterlief dem ansonsten souver\u00e4nen Ilkay G\u00fcndogan gleich nach zw\u00f6lf Minuten. Er h\u00e4tte eigentlich den fr\u00fchen R\u00fcckstand bedeuten m\u00fcssen. Der Ajax-Konter war in seiner Entstehung fast baugleich mit dem vorm 0:1 im Auftaktspiel gegen Arsenal in der vergangenen Saison. Doch an genau diesem Punkt enden alle Parallelen zur Vergangenheit. Denn zum einen ist Amsterdams D\u00e4ne Christian Eriksen &#8211; bei allem unbestreitbar gro\u00dfen Talent &#8211; noch kein Robin van Persie. Und zum anderen erwischte Roman Weidenfeller einen Riesentag. Der Torh\u00fcter hielt seine Mannschaft nicht nur in dieser Szene im Spiel. Insgesamt \u201edrei Weltklasseparaden\u201c attestierte Klopp seiner Nummer eins in der Endabrechnung.<\/p>\n<p>Ein weiterer Unterschied und damit Schl\u00fcssel zum Sieg im 180. Europapokalspiel des BVB war, dass der Revierklub einen Lernerfolg zeigte und nicht die Nerven verlor. Nachdem Klopp zur Pause noch monierte, seine Spieler h\u00e4tten es mit dem Gas geben etwas \u00fcbertrieben, gab der Coach ein schlichtes, aber wirksames Rezept mit auf den Weg in die zweite Halbzeit: Nicht hektisch werden, auf ein Tor warten, zur Not auf ein sp\u00e4tes. Zwei Minuten vor Ende der regul\u00e4ren Spielzeit belohnte sich der Deutsche Meister f\u00fcr seine Geduld: St\u00fcrmer Robert Lewandowski schloss supercool ab, obwohl er kurz nach der Pause aus nahezu gleicher Lage kl\u00e4glich gescheitert war. \u201eDie Nerven muss man erst mal haben\u201c, zog Klopp angesichts der dramatischen Schlussphase den Hut.<\/p>\n<p><strong>&#8220;Wir k\u00f6nnen auch Europa&#8221; &#8211; aber was hei\u00dft das?<\/strong><br \/>\nEs bleibt ein schmaler Grat, auf dem die Borussia international wandert. Mit ein bisschen mehr Gl\u00fcck h\u00e4tte es auch schon im vergangenen Jahr super laufen k\u00f6nnen anstatt katastrophal. Dieses Mal h\u00e4tte es ebenso gut schief gehen k\u00f6nnen, doch nun hat der BVB in \u00e4hnlicher Situation das bessere Ende f\u00fcr sich. Kapit\u00e4n Kehl durfte schlie\u00dflich zur Freude der Fans endlich reklamieren: \u201eWir k\u00f6nnen auch Europa.\u201c Was das angesichts der harten Aufgaben in einer Gruppe mit Real Madrid und Manchester City genau bedeutet, ist allerdings noch v\u00f6llig offen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Kopie des Vorjahres &#8211; zum Gl\u00fcck eine schlechte: Bei Borussia Dortmunds knappem Auftaktsieg \u00fcber Ajax Amsterdam vertreibt erst der sp\u00e4te Treffer von Robert Lewandowski die b\u00f6sen Geister der vergangenen Champions-League-Saison.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":false,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","enabled":false}}},"categories":[66,14],"tags":[67,16,248,33,68],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p2zHXD-7K","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/480"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=480"}],"version-history":[{"count":14,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/480\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":504,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/480\/revisions\/504"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=480"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=480"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=480"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}