{"id":550,"date":"2012-10-13T04:13:08","date_gmt":"2012-10-13T02:13:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=550"},"modified":"2012-10-20T20:41:52","modified_gmt":"2012-10-20T18:41:52","slug":"das-dfb-team-verdrangt-das-italien-trauma","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=550","title":{"rendered":"Das DFB-Team verdr\u00e4ngt das Italien-Trauma"},"content":{"rendered":"<p>Mit starkem Fu\u00dfball, tollen Toren und einem Kantersieg in Irland vertreibt die deutsche Nationalmannschaft gleich mehrere b\u00f6se Geister &#8211; jedenfalls vorerst.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Vermutlich war es nur ein dummer Zufall, dass ausgerechnet Giovanni Trapattoni herhalten musste f\u00fcr diese ganz spezielle Vergangenheitsbew\u00e4ltigung der deutschen Nationalmannschaft. Aber es passte nat\u00fcrlich perfekt: Der italienische Trainer der irischen Auswahl rutschte nerv\u00f6s auf seinem Stuhl auf dem Podium hin und her, kurz davor, eine Neuauflage der kultigen Flasche-Leer-Rede zu halten. Mit hochrotem Kopf und ausladender Gestik war der Coach des hoffnungslos unterlegenen Gruppengegners der DFB-Elf bem\u00fcht, Contenance zu wahren: die 1:6-Packung im WM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland, die h\u00f6chste Heimniederlage Irlands, brachte den fr\u00fcheren Commissario Tecnico der Squadra Azzura in h\u00f6chste Erkl\u00e4rungsnot, w\u00e4hrend die G\u00e4ste vom Kontinent mit einem der \u00fcberzeugendsten Auftritte des Fu\u00dfballjahres 2012 zumindest vorerst ihr Trauma verdr\u00e4ngten: gegen Traps taktikaffines und vielleicht sogar \u00fcberlegenes Heimatland bei der EM gescheitert zu sein.<\/p>\n<p><strong>L\u00f6w: &#8220;Wir haben die Balance gefunden&#8221;<\/strong><br \/>\n\u201eDieser Sieg ist auch in der H\u00f6he verdient\u201c, sagte Trapattonis Gegen\u00fcber Joachim L\u00f6w mit einer ungewohnten Mischung aus Stolz, Genugtuung und Erleichterung, nach einem durchg\u00e4ngig angenehmen Herbstabend in Dublin mit h\u00fcbschen Spielz\u00fcgen, tollen Toren und einem ordentlichen Schub f\u00fcrs eigene Selbstbewusstsein. \u201eDer Gegner hat ein bisschen einfallslos gespielt, mit B\u00e4llen achtzig Metern nach vorn.\u201c F\u00fcr den Bundestrainer und alle anderen \u201eOpfer Balotellis\u201c endete mit dem \u00fcberzeugenden Erfolg auf der gr\u00fcnen Insel f\u00fcrs Erste eine Phase externer Kritik, die dieser in der Art und Weise in seiner sechsj\u00e4hrigen Laufbahn als oberster Fu\u00dfballcoach des Landes noch nicht erlebt hatte.<\/p>\n<p>Nach der harschen Auseinandersetzung nach dem Halbfinal-Aus bei der EURO hatte L\u00f6w auch j\u00fcngst noch viel Gegenwind erfahren. Zum Beispiel, weil sein hochbegabtes Team zum Auftakt der neuen Saison den Beweis seiner Klasse mehrfach schuldig geblieben war. \u201eJetzt stimmt bei uns der Rhythmus wieder\u201c, sagte der 52-J\u00e4hrige nun trotzig und schloss f\u00fcr sich vor allem das Kapitel \u00d6sterreich-L\u00e4nderspiel ab. \u201eWir haben heute die richtige Balance gehabt zwischen temporeichem Spiel nach vorne und Geduld bei gegnerischem Ballbesitz.\u201c In Wien war das nicht gelungen. Dort hatte das DFB-Team nur mit viel, viel Gl\u00fcck einen Sieg eingefahren und daf\u00fcr medial ordentlich Pr\u00fcgel bezogen.<\/p>\n<p><strong>Wahnsinnspassgeber Schweinsteiger und Scharfsch\u00fctze Kroos<\/strong><br \/>\nAuch im neuen Stadion an der Lansdowne Road in der irischen Hauptstadt startete der Zweite der FIFA-Weltrangliste alles andere als berauschend. Eine halbe Stunde lang blieben die M\u00e4nner in Schwarz und Wei\u00df ohne einen einzigen Torschuss und n\u00e4hrten den Verdacht, dass eben doch nicht alles stimmt beim gro\u00dfen Favoriten, der so gerne auf heile Welt macht. Doch dann wischte ein doppelter Geniestreich von Marco Reus noch vor der Pause alle Fragezeichen beiseite: im deutschen Team &#8211; und auf der Pressetrib\u00fcne.<\/p>\n<p>Danach lie\u00df ein stark ersatzgeschw\u00e4chtes irisches Team alle Hoffnung fahren, die Sensation zu schaffen. Die DFB-Elf fand im zweiten Durchgang zur wunderbaren Leichtigkeit der Vor-EM-Zeit zur\u00fcck und kam m\u00fchelos zu weiteren gro\u00dfartigen Spielz\u00fcgen und sehenswerten Toren. Mesut \u00d6zils souver\u00e4ner Treffer per Elfmeter ist damit nat\u00fcrlich weniger gemeint als etwa Miroslav Kloses 65. L\u00e4nderspieltreffer, dem ein Wahnsinnspass von Aushilfskapit\u00e4n Bastian Schweinsteiger vorausging. Oder der Distanzschuss-Doppelpack von M\u00fcnchens Scharfsch\u00fctze Toni Kroos, der den leicht angeschlagenen Sami Khedira nach dem Wechsel nahtlos ersetzte.<\/p>\n<p><strong>Causa Schmelzer &#8211; halbherzig gel\u00f6st<\/strong><br \/>\nWenn die deutsche Mannschaft gewollt h\u00e4tte, w\u00e4re der Abend f\u00fcr Trapattonis Boys in Green vermutlich zu einem noch gr\u00f6\u00dferen Desaster geworden. Doch beim Stande von 5:0 &#8211; nach nur einer Stunde &#8211; hatten die DFB-Kicker l\u00e4ngst Mitleid mit den Iren, die sich angesichts dieser Dem\u00fctigung auch nicht mehr auf ihre sonst so grandiosen Fans verlassen konnten. Deutschland steht mit neun Punkten und 11:2 Toren aus drei Spielen klar auf Kurs Richtung nach Brasilien, schon vor der anstehenden schweren Aufgabe gegen Schweden am Dienstag in Berlin. Diskussionen \u00fcber mangelnden Teamgeist lassen sich mit dieser Bilanz im R\u00fccken locker ertragen.<\/p>\n<p>Folglich konnte sich der Bundestrainer leisten, auch noch gro\u00dfz\u00fcgig den letzten Konfliktherd zu l\u00f6schen, den er vor der Partie unbedacht selbst angefacht hatte: \u201eMarcel Schmelzer hat heute wirklich gut gespielt\u201c, sagte L\u00f6w, nachdem er tags zuvor seinen linken Au\u00dfenverteidiger von Borussia Dortmund noch \u00f6ffentlich angez\u00e4hlt hatte. Endg\u00fcltig ausr\u00e4umen wollte er das Thema aber selbst im Gef\u00fchl des Sieges nicht: \u201eIch bin vielleicht auch etwas falsch verstanden worden.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit starkem Fu\u00dfball, tollen Toren und einem Kantersieg in Irland vertreibt die deutsche Nationalmannschaft gleich mehrere b\u00f6se Geister &#8211; jedenfalls vorerst.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":false,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","enabled":false}}},"categories":[14,55],"tags":[72,57,58,247,63],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p2zHXD-8S","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/550"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=550"}],"version-history":[{"count":13,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/550\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":559,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/550\/revisions\/559"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=550"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=550"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=550"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}