{"id":598,"date":"2012-11-07T04:51:18","date_gmt":"2012-11-07T02:51:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=598"},"modified":"2012-11-22T12:31:50","modified_gmt":"2012-11-22T10:31:50","slug":"dortmund-mausert-sich-zur-schwarz-gelben-bestie%e2%80%a8","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=598","title":{"rendered":"Der Deutsche Meister mausert sich zur schwarz-gelben Bestie\u2028"},"content":{"rendered":"<p>Sieg verpasst, Respekt gewonnen: Das fr\u00fchere Europapokal-Sorgenkind Borussia Dortmund zelebriert im Stadion des gro\u00dfen Favoriten Real Madrid die n\u00e4chste Gala in der Champions League.<!--more--><\/p>\n<p>Nach dem herausragenden Fu\u00dfball-Abend im Estadio Santiago Bernabeu wollte J\u00fcrgen Klopp gar nicht erst damit anfangen zu lamentieren, obwohl es gute Gr\u00fcnde gab. Wieder ein Gegentor fast mit dem Schlusspfiff, wieder den Sieg auf dramatische Weise verspielt. Stattdessen stellte der Trainer n\u00fcchtern, aufger\u00e4umt und beinahe dem\u00fctig fest: \u201eWir h\u00e4tten hier gerne gl\u00fccklich gewonnen. So haben wir verdient einen Punkt geholt.\u201c So weit ist es gekommen mit Europas fr\u00fcherem Sorgenkind Borussia Dortmund: Nach einer Weltklasse-Halbzeit und einem mehr als ehrenwerten 2:2 bei Real Madrid im Gruppenspiel der Champions League spricht der Revierverein dem ber\u00fchmtesten Klub der Welt g\u00f6nnerhaft einen Z\u00e4hler zu.<\/p>\n<p><strong>Zorc will noch nicht stolz sein<\/strong><br \/>\nSieg und Sensation &#8211; dieses Begriffspaar entwickelt sich beim Deutschen Meister endlich angemessen weit auseinander. Im zweiten Anlauf in der K\u00f6nigsklasse wird immer deutlicher, welch rasante Entwicklung die Borussia gerade nimmt auf internationalem Terrain. Auf dem Platz ist sie derart gereift, dass nach der Millionen-Truppe von Manchester City nun auch das gro\u00dfe Real vor eigenem Publikum nur mit aller Gewalt und ein wenig Gl\u00fcck eine drohende Niederlage abwenden konnte. Und in den K\u00f6pfen der Dortmunder stecken l\u00e4ngst andere Ziele: \u201eWir sind zufrieden f\u00fcr den Moment, aber stolz k\u00f6nnen wir erst sein, wenn wir was erreicht haben\u201c, diktierte Sportdirektor Michael Zorc trocken in die Mikrofone.<\/p>\n<p><strong>Klopp: &#8220;Mehr kann man nicht erwarten&#8221;<\/strong><br \/>\nDer BVB ist offensichtlich \u00fcber den Punkt hinweg, ein Remis bei Real als H\u00f6hepunkt der Vereinschronik anzusehen &#8211; oder einen verpassten Sieg gegen einen Gro\u00dfklub als verschenkte Lebenschance. Jose Mourinhos Lob, der BVB sei sogar ein Kandidat f\u00fcr den Gewinn der Champions League, wird zwar nett weg gel\u00e4chelt. Das ist viel zu weit weg. Aber als Spitzenreiter der Gigantengruppe D braucht der BVB pl\u00f6tzlich nur einen Punkt im n\u00e4chsten Spiel bei Ajax Amsterdam, um schon vorzeitig ins Achtelfinale einzuziehen und zu Europas absoluter Elite zu geh\u00f6ren. Eine enorme Leistung, wie auch Klopp findet: \u201eWir haben acht Punkte, sind ungeschlagen und haben es selbst in der Hand, weiterzukommen. Mehr kann man nach vier Spieltagen nicht erwarten. Und in dieser Gruppe schon mal gar nicht.\u201c<\/p>\n<p><strong>Real ist beeindruckt<\/strong><br \/>\nMit einer Leistung wie im ersten Durchgang in Madrid geh\u00f6rt der BVB jetzt schon zur Elite, diesbez\u00fcglich lie\u00df sich sogar Zorc zu einem Superlativ hinrei\u00dfen: \u201eDie erste Halbzeit geh\u00f6rt zum Besten, was wir je gespielt haben.\u201c Diszipliniert und mutig: Genau so, wie Klopp es von seiner Mannschaft gefordert hatte, waren die Schwarz-Gelben vor der beeindruckenden und viele Teams einsch\u00fcchternden Kulisse in der spanischen Hauptstadt zu Werke gegangen. \u201eDer Fehler der Meisten ist, bei Real wirklich wie eine Ausw\u00e4rtsmannschaft aufzutreten\u201c, hatte der BVB-Coach gewarnt und gleich das rechte Gegenmittel parat. Aus einer sicheren Defensive heraus zwar, aber immer wieder mit forschen Vorst\u00f6\u00dfen hatte sich der BVB schnell Respekt verschafft. Weiteren Respekt um genau zu sein, denn schon nach Hinspielerfolg war Real so beeindruckt von der schwarz-gelben Bestie wie sonst nur vom FC Bayern, der in Spanien so genannten Bestia Negra, der schwarzen Bestie.<\/p>\n<p><strong>G\u00f6tze sorgt f\u00fcr Wahnsinns-Stimmung<\/strong><br \/>\nAngef\u00fchrt vom \u00fcberragenden Mario G\u00f6tze, kultivierte die Borussia ihren gef\u00fcrchteten \u00dcberfallfu\u00dfball. Sie durchpfl\u00fcgte das Mittelfeld und kam immer wieder gef\u00e4hrlich vors Tor der Gastgeber. Marcel Schmelzer (9.) und Kilometerfresser Kevin Gro\u00dfkreutz (14.) h\u00e4tten fr\u00fch die F\u00fchrung erzielen k\u00f6nnen. Schlie\u00dflich war es Marco Reus, der nach gut einer halben Stunde Weltmeister Iker Casillas \u00fcberwand. Nicht mal vom zwischenzeitlichen Ausgleich durch Pepes Kopfballtreffer (34.) &#8211; dem bei der Flanke zuvor wohl ein Foul an Dortmunds St\u00fcrmer Robert Lewandowski voranging &#8211; lie\u00df sich die Borussia aus der Ruhe bringen. Noch unmittelbar vor der Pause konterte G\u00f6tze mit dem 2:1, auch wenn es am Ende Real-Verteidiger Alvaro Arbeloa war, der dem Ball den entscheidenden Dreh Richtung Torlinie gab. \u201eEr war so freundlich, ihn reinzuschie\u00dfen. Wer wei\u00df, wohin ich getroffen h\u00e4tte\u201c, sagte das Mittelfeldass voller Selbstironie. Schlie\u00dflich war er mit seinen technischen F\u00e4higkeiten alleine das Eintrittsgeld im Bernabeu wert. Auch als \u201ehalber\u201c Torsch\u00fctze sorgte er f\u00fcr anerkennendes Staunen bei den Anh\u00e4ngern der Madrilenen und f\u00fcr eine Wahnsinns-Stimmung unter den zigtausend mitgereisten BVB-Fans hoch oben unterm Trib\u00fcnendach. F\u00fcr eine Stimmung, die bei Klopp nach eigener Vermutung \u201enoch in zehn Jahren f\u00fcr eine G\u00e4nsehaut sorgen wird&#8221;.<\/p>\n<p><strong>Alles Gl\u00fcck fr\u00fchzeitig aufgebraucht<\/strong><br \/>\nNach dem Wechsel reagierte Real-Trainer Mourinho und baute seine Elf um. Jose Callejon kam f\u00fcr Gonzalo Higuain, Michael Essien f\u00fcr den abgemeldeten Luka Modric, und sp\u00e4ter auch noch Brasilien-Star Kaka f\u00fcr den Ungl\u00fccksraben Arbeloa. Bei Higuain war es eine Verletzung, aber sonst war allein die St\u00e4rke des BVB verantwortlich f\u00fcr die radikalen Umstellungen. \u201eMourinho hat gemerkt, wie wahnsinnig gut wir stehen\u201c, erkl\u00e4rte Kapit\u00e4n Sebastian Kehl nach der Partie, bei der er trotz Gesichtsmaske den vollen Durchblick behielt. In neuer taktischer Grundordnung entwickelte Madrid wesentlich mehr Druck und erarbeitete sich gegen tapfer k\u00e4mpfende Westfalen richtig gute Chancen. Zwei Mal war Roman Weidenfeller mit Riesenparaden zur Stelle, ein Mal kratzte Gro\u00dfkreutz in h\u00f6chster Not den Ball von der Linie. Bei Callejons vermeintlichem Abseitstor brauchte der BVB all das Gl\u00fcck auf, dass dann eine Minute vor Ende der Partie fehlte.<\/p>\n<p><strong>Weidenfeller &#8211; &#8220;dann haut er sich den Kopf blutig&#8221;<\/strong><br \/>\nEs war Mesut \u00d6zil vorbehalten, den K\u00f6niglichen mit einem h\u00fcbschen, aber vermutlich haltbaren Freisto\u00dftor das Remis zu retten. \u201eEin Geniestreich\u201c, t\u00f6nte BVB-Torwart Roman Weidenfeller. Ob das sein Ernst war? Sein Trainer r\u00fcckte diese spezielle Sicht der Dinge mit der ihm eigenen Ironie jedenfalls wieder gerade. \u201eWenn er da eine richtige Torwartbewegung macht, haut er sich den Kopf blutig.\u201c Damit wiederum h\u00e4tte der BVB seinen frisch erworbenen Respekt in Fu\u00dfball-Europa vermutlich ins Abstruse gesteigert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sieg verpasst, Respekt gewonnen: Das fr\u00fchere Europapokal-Sorgenkind Borussia Dortmund zelebriert im Stadion des gro\u00dfen Favoriten Real Madrid die n\u00e4chste Gala in der Champions League.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false,"jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":false,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","enabled":false}}},"categories":[66,14],"tags":[16,37,248,33,75],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p2zHXD-9E","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/598"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=598"}],"version-history":[{"count":31,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/598\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":638,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/598\/revisions\/638"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=598"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=598"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=598"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}