{"id":810,"date":"2013-05-01T03:25:39","date_gmt":"2013-05-01T01:25:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=810"},"modified":"2013-05-05T10:42:03","modified_gmt":"2013-05-05T08:42:03","slug":"maximale-show-maximales-drama-das-kann-nur-der-bvb-fusball","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=810","title":{"rendered":"Maximale Show, maximales Drama &#8211; das kann nur der BVB-Fu\u00dfball"},"content":{"rendered":"<p>Der Chef fl\u00fcchtet auf Toilette, der Trainer in Gottes Hand. Champions-League-Finalist Borussia Dortmund bietet beim irren R\u00fcckspiel bei Real Madrid wie immer: Unvergessliches.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Spaniens K\u00f6nig Juan Carlos wird diese Partie nie vergessen &#8211; und seinen Sitznachbarn Hans-Joachim Watzke vermutlich genauso wenig: Beim Stande von 2:0 f\u00fcr Real Madrid machte sich der komische Deutsche einfach aus dem Staub, lie\u00df Royal Royal sein und schloss sich kurzerhand auf der n\u00e4chstgelegenen Toilette ein, weil er die Dramatik nicht mehr ertrug. Das Bernabeu-Stadion kochte und ewig lange f\u00fcnf Minuten Nachspielzeit ohne weiteres Gegentor waren f\u00fcr Borussia Dortmund und seinen Chef noch zu \u00fcberstehen, um ins Finale der Champions League einzuziehen. \u201eIch musste das erste Mal in meiner Karriere wegen akuter Herzprobleme die Trib\u00fcne verlassen\u201c, erkl\u00e4rte Watzke sp\u00e4ter. Wie vermutlich die gesamte schwarz-gelbe Gemeinde bibberte der BVB-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer dem Abpfiff entgegen, nur an einem stilleren \u00d6rtchen. Erst als er minutenlang keine Jubelst\u00fcrme mehr h\u00f6rte, wusste der 53-J\u00e4hrige: \u201eWir haben es geschafft.\u201c Sein Team steht im gr\u00f6\u00dften Endspiel, das der Klubfu\u00dfball zu bieten hat. Zum zweiten Mal nach dem Sieg 1997.<\/p>\n<p>\u201eUnseren Fu\u00dfball gibt es eben nur alles inklusive\u201c, sagte ein stolzer, gl\u00fccklicher und bestimmt \u00e4hnlich erleichterterer BVB-Trainer J\u00fcrgen Klopp nach der denkw\u00fcrdigen Partie in Madrid. Maximale Show, maximale Emotion, maximales Drama. Und manchmal halt auch ein Tanz auf der Rasierklinge wie gegen den Lieblingsklub des spanischen Regenten. Zum wiederholten Male hatte Klopps Mannschaft eine wilde Darbietung geliefert: hatte die wilde Anfangsphase der Gastgeber mit Gl\u00fcck, Geschick und Roman Weidenfeller im Tor schadlos \u00fcberstanden; hatte um den \u00fcberragenden Mats Hummels selbst das Kommando \u00fcbernommen und den fr\u00fcheren Galaktischen nach allen Regeln der Taktik-Kunst den Zahn gezogen; hatte sich nicht von den ungeahndeten Nickligkeiten der Real-Stars aus der Ruhe bringen lassen; hatte aber leichtfertig durch Robert Lewandowski und Ilkay G\u00fcndogan vier hundertprozentige Chancen vergeigt, die das Halbfinale nach dem komfortablen 4:1-Sieg aus dem Hinspiel eigentlich fr\u00fchzeitig entscheiden mussten; und hatte dann doch noch aus dem Nichts in der 83. und 89. Minute zwei Tore durch Karim Benzema und Sergio Ramos kassiert und pl\u00f6tzlich das gro\u00dfe Ziel wieder aufs Spiel gesetzt.<\/p>\n<p><strong>&#8220;Eine der au\u00dfergew\u00f6hnlichsten Leistungen der letzten Jahre&#8221;<\/strong><br \/>\nEin dritter Trefferder Madrilenen h\u00e4tte die \u201eOperacion tres zero\u201c perfekt gemacht, das von den Spanier so herbeigesehnte Wunder. \u201eSi se puede\u201c hallte es in der irren Schlussphase in Orkanst\u00e4rke durchs Bernabeu &#8211; frei \u00fcbersetzt: \u201eWir schaffen das!\u201c Die Real-Fans glaubten daran, die Dortmund-Fans f\u00fcrchteten das, und selbst Kontroll-Freak Klopp hatte sich da l\u00e4ngst fatalistisch in den Lauf der irdischen und \u00fcberirdischen Dinge gef\u00fcgt.<\/p>\n<p>\u201eNach dem zweiten Gegentreffer dachte ich: Wenn der Liebe Gott will, dass wir ins Finale kommen soll, werden wir es schaffen. Wenn er andere Pl\u00e4ne hat, dann eben nicht\u201c, sagte der BVB-Trainer, der sehr gl\u00e4ubig ist, damit aber nie hausieren geht. Der Coach, der auf seiner ersten Trainerstation in Mainz schon herzzerrei\u00dfende Erlebnisse in Form dramatisch verpasster Aufstiege erlebte, h\u00e4tte auch den Alptraum des Ausscheidens hingenommen nach dieser fantastischen K\u00f6nigsklassen-Kampagne seiner Mannschaft, die den BVB zum hei\u00dfesten Team Europas machte. Aber so war es nat\u00fcrlich noch viel sch\u00f6ner und lie\u00df den obersten BVB-\u00dcbungsleiter schwelgen. \u201eIch bin so stolz auf mein junges Team. Das war eine der au\u00dfergew\u00f6hnlichsten sportlichen Leistungen der letzten Jahre.\u201c Drama, Baby!<\/p>\n<p><strong>Mourinho: &#8220;Dortmund spielt schneller und intensiver&#8221;<\/strong><br \/>\nAuf den Finaleinzug bezogen ist das sicher eine korrekte Aussage. Aber selbst die Partie im Bernabeu, die Dortmund im vorletzten Spiel nebenbei den Nimbus der Unbesiegbarkeit in der Champions League stahl, ist nicht hoch genug einzusch\u00e4tzen in sportlicher Hinsicht. 83 Minuten beeindruckte Dortmund durch taktische Finesse und spielerische \u00dcberlegenheit gegen das mit Superstars gespickte Team der Spanier, so dass selbst dessen Trainer Jose Mourinho verzweifelte. \u201eWir hatten es heute mit einer Mannschaft zu, die schneller und intensiver spielt als wir\u201c, sagte Reals superselbstbewusster Trainer, der in Klopp wie schon in der Gruppenphase seinen Meister fand.<\/p>\n<p><strong>Ein letztes Mal in der perfekten Rolle<\/strong><br \/>\nDass es am Ende f\u00fcr die Dortmunder noch so knapp wurde, ist allen beim BVB in der R\u00fcckschau herzlich egal. \u201eDie 97er-Mannschaft ist gl\u00fccklicher ins Finale gekommen\u201c, erinnerte Sportdirektor Michael Zorc, damals Kapit\u00e4n des \u00dcberraschungssiegers, an das dramatische Halbfinale bei Manchester United, in dem Verteidiger J\u00fcrgen Kohler auf der Linie liegend angeschossen wurde und so das Aus verhinderte. 16 Jahre sp\u00e4ter steht der BVB am Ende nat\u00fcrlich zu Recht im Endspiel. Kevin Gro\u00dfkreutz, der f\u00fcr den fr\u00fch mit einem Muskelfaserriss ausgewechselten Mario G\u00f6tze aufs Feld geworfen wurde, fasste es in seine typischen Worte: \u201eWir sind so eine geile Truppe, haben so geile Fans und sind so ein geiler Verein. Wir haben es einfach verdient.\u201c<\/p>\n<p>Und der Weg muss nicht zu Ende sein f\u00fcr diesen \u201egeilen Klub\u201c. Im gro\u00dfen Finale am 25. Juni in Wembley, vermutlich gegen die aktuelle \u00dcbermannschaft der Bundesliga, den FC Bayern, sind die Schwarz-Gelben dann ein weiteres Mal nur Au\u00dfenseiter, was Klopp hoch erfreut angesichts der vorherigen Erfolge in dieser Saison gegen die hoch gehandelten Meister aus England, Spanien, Holland und der Ukraine. Manchester City, Real Madrid gleich doppelt, Ajax Amsterdam und Schachtar Donezk mussten bereits dran glauben, warum nicht als n\u00e4chstes der kommende deutsche Titeltr\u00e4ger? \u201eDas ist die perfekte Rolle f\u00fcr uns.\u201c Eine gro\u00dfe Show ist sowieso garantiert im Finale &#8211; daf\u00fcr steht der BVB-Fu\u00dfball.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Chef fl\u00fcchtet auf Toilette, der Trainer in Gottes Hand. 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