{"id":970,"date":"2013-08-24T13:36:00","date_gmt":"2013-08-24T11:36:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=970"},"modified":"2013-09-15T00:17:33","modified_gmt":"2013-09-14T22:17:33","slug":"schwarz-gelb-wirft-die-rotationsmaschine-an","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=970","title":{"rendered":"Schwarz-Gelb wirft die Rotationsmaschine an"},"content":{"rendered":"<p>Das hat es in Dortmund noch nicht gegeben: Trainer J\u00fcrgen Klopp nimmt Abschied vom Konzept der Stammelf und n\u00e4hert sich damit weiter dem Branchenf\u00fchrer an. Die schwarz-gelbe Maschine rotiert zu Saisonbeginn fast l\u00e4ssig mit Personal und Spielvarianten &#8211; selbst wenn sich der Ertrag noch in Grenzen h\u00e4lt wie beim knappen Sieg \u00fcber Werder Bremen.<!--more--><\/p>\n<p>Es sind gerade mal drei Partien absolviert, und Borussia Dortmund hat sich bereits selbst \u00fcberholt mit seinen Zielen und Anspr\u00fcchen. \u201eAm Anfang der Saison musst du Spiele gewinnen und nicht Rotationsweltmeister werden\u201c, hatte Trainer J\u00fcrgen Klopp vor dem Start der 51. Bundesliga-Saison noch gesagt. Nach dem knappen 1:0-Erfolg \u00fcber Werder Bremen, dem 450. Heimsieg in der Geschichte der Borussia, ist der sportliche Auftrag mit dem besten Saisonstart seit zw\u00f6lf Jahren vorerst erf\u00fcllt. Neun Punkte, 7:1 Tore &#8211; besser geht es kaum. Parallel dazu hat Schwarz-Gelb in Sachen Aufstellung schon einen kleinen Westfalentitel errungen.<\/p>\n<p><strong>Die Rasselbande wird erwachsen<\/strong><br \/>\nBereits 19 verschiedene Akteure des Kaders sind zum Einsatz gekommen, zumindest f\u00fcr konservative Dortmunder Verh\u00e4ltnisse ist das ziemlich ungew\u00f6hnlich. Denn beim BVB gilt &#8211; oder muss man sagen: galt? &#8211; stets das Kloppsche Credo. \u201eWir sind eine Mannschaft, die an ihre Grenze gehen muss, um in der Bundesliga eine dominante Rolle zu spielen. Daf\u00fcr muss man eingespielt sein.\u201c Das hatte der Coach vor der Spielzeit in einem bemerkenswerten Interview mit \u201ebundesliga.de\u201c gesagt. Doch w\u00e4hrend Klopp bei Aufbau und Pflege seiner Meistermannschaft in der Regel auf die gleichen Gesichter vertraute, wird inzwischen auch beim Stammelf-Fanatiker munter durchgemischt.<\/p>\n<p>Die neue Pressing-Maschine, die der Trainer versprochen hat, l\u00e4sst sich auf h\u00f6chstem Niveau nicht mehr nur mit elf Akteuren betreiben, zumal der Altersschnitt der fr\u00fcheren Rasselbande auf \u00fcber 26 Jahre gestiegen ist. Gleich 18 Spieler des BVB haben nun theoretisch das Zeug f\u00fcr einen Startelf-Einsatz, ohne dabei auf den R\u00e4ngen f\u00fcr kollektive Magenschmerzen zu sorgen.<\/p>\n<p><strong>Tiefenentspannter Blick auf das Maskottchen<\/strong><br \/>\nSo r\u00fcckte Innenverteidiger Sokratis am 2. Spieltag gegen Braunschweig \u00fcberraschend in die Startelf und flog nun trotz starker Leistung wieder raus &#8211; obwohl er gegen seine alten Teamkollegen von Werder Bremen einen Informationsvorsprung ins Feld f\u00fchren konnte gegen\u00fcber Neven Subotic. Austauschsch\u00fcler Kevin Gro\u00dfkreutz h\u00e4lt auf der rechten Abwehrseite eigentlich nur den Platz von Professor Lukasz Piszczek warm, ersetzt den Langzeitverletzten aber erstaunlich abgekl\u00e4rt. Auch nach der R\u00fcckkehr des etablierten Au\u00dfenverteidigers wird Ur-Borusse Gro\u00dfkreutz eine Alternative bleiben, so viel l\u00e4sst sich jetzt schon sagen.<\/p>\n<p>Der Einsatz von Ersatztorh\u00fcter Mitch Langerak in Augsburg war zwar der saison\u00fcbergreifenden Rotsperre der klaren Nummer eins Roman Weidenfeller geschuldet. Aber dank der perfekten Bilanz von elf Siegen in elf Pflichtspielen sieht die BVB-Gemeinde jeden Einsatz des australischen Klub-Maskottchens v\u00f6llig tiefenentspannt.<\/p>\n<p><strong>Und im Hintergrund lauert Hofmann<\/strong><br \/>\nViel deutlicher noch wird der k\u00fcnftige BVB-Weg im Mittelfeld: Pierre-Emerick Aubameyang, Auftaktheld in Augsburg mit einem Dreierpack, musste sich gegen Werder wieder hinter Jakub Blaszczykowski anstellen. Kein Problem f\u00fcr den BVB, weil Marco Reus einfach links oder rechts spielt, je nachdem welcher der beiden anderen Akteure gerade als sein Pendant f\u00fcr die Stammelf auserkoren ist. Wobei sich selbst Nationalspieler Reus j\u00fcngst gegen Braunschweig auf der Bank wiederfand und nach der L\u00e4nderspielwoche zun\u00e4chst ein wenig durchschnaufen durfte.<\/p>\n<p>Klopp hat auf den Au\u00dfen viele Optionen, nicht nur personell. Mit dem pfeilschnellen Aubameyang l\u00e4sst sich ein gef\u00e4hrliches Konterspiel aufziehen. Die Variante Kuba ist wohl die defensivst\u00e4rkste, und mit Reus kommt sofort Zauber in die Partie. Ach, und dann gibt es ja noch den \u201eVierten Neuzugang\u201c, wie Sportdirektor Michael Zorc ihn genannt hat: Youngster Jonas Hofmann hat in bislang 40 Joker-Minuten schon f\u00fcr mehr  Aufsehen gesorgt als mancher gesetzte Bundesliga-Kicker in einer kompletten Spielzeit.<\/p>\n<p><strong>Sahin wird \u00fcberraschend zur Konstante<\/strong><br \/>\nIm defensiven Mittelfeld wird die Rotationskunst auf die Spitze getrieben. Mit Blick auf die Champions League hat sie der BVB schon im Vorjahr eindrucksvoll praktiziert, nun ist sie auch so in der Bundesliga angekommen. Gleich vier Spieler teilen sich zwei Planstellen: Ilkay G\u00fcndogan, Kapit\u00e4n Sebastian Kehl, Sven Bender und Nuri Sahin.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es weiter Abstufungen und das P\u00e4rchen G\u00fcndogan\/Bender gilt als die Top-Variante f\u00fcr Flutlichtabende. Aber im Prinzip ist hier ohne gravierenden Qualit\u00e4tsverlust nahezu jede Kombination denkbar, und genau so praktiziert es der BVB auch. Interessanterweise ist zurzeit Sahin die einzige Konstante mit drei Startelf-Eins\u00e4tzen in der Liga. Der Meisterschaftsheld von 2011 profitiert allerdings gerade von G\u00fcndogans Verletzungspech.<\/p>\n<p><strong>Nur Details fehlen f\u00fcr Traumtor mit Youtube-Potenzial<\/strong><br \/>\nEs ist l\u00e4ngst nicht alles perfekt beim BVB &#8211; trotz Traumstart und Tabellenf\u00fchrung. G\u00f6tze-Nachfolger Henrich Mchitarjan etwa ben\u00f6tigt ganz offensichtlich noch Zeit, um in der Schaltzentrale des Dortmunder Vollgasfu\u00dfballs anzukommen. In Augsburg und gegen Braunschweig hakte es beim Umschalten noch gewaltig und auch das Spiel in die Spitze lie\u00df trotz der Siege W\u00fcnsche offen. Auch die Abwehr steht noch nicht wieder so bombenfest, wie es ein einziges Gegentor vermuten lassen k\u00f6nnte. Selbst das Werder-Spiel h\u00e4tte mit ein wenig Pech in die Buxe gehen k\u00f6nnen. Aber beim Erfolg \u00fcber Bremen bekamen die Fans eine erste Ahnung von den M\u00f6glichkeiten: Phasenweise erinnerten die Kombinationen schon wieder an die zauberhaften Meisterjahre 2011 und 2012.<\/p>\n<p>Denn trotz der unfassbar schlechten Chancenverwertung mit 32 Torsch\u00fcssen und nur einem Treffer durch Robert Lewandowski \u00fcberwog das Positive: Oft fehlte nur ein kleines Detail, das aus einer Aktion zum Haare raufen ein Traumtor mit ewigem Youtube-Potenzial gemacht h\u00e4tte. Nun, da die Borussia auch in der Kaderbreite dem Rotationsweltmeister FC Bayern ein St\u00fcck n\u00e4her gekommen scheint, d\u00fcrfen sich die Fans jedenfalls berechtigte Hoffnungen auf eine starke Saison in allen drei Wettbewerben machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das hat es in Dortmund noch nicht gegeben: Trainer J\u00fcrgen Klopp nimmt Abschied vom Konzept der Stammelf und n\u00e4hert sich damit weiter dem Branchenf\u00fchrer an. 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