{"id":991,"date":"2013-09-15T00:16:55","date_gmt":"2013-09-14T22:16:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=991"},"modified":"2013-09-19T23:16:16","modified_gmt":"2013-09-19T21:16:16","slug":"tempo-tempo-tempo-dortmunds-powerfussball-laesst-alles-weltliche-hinter-sich","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.athletic-brandao.de\/?p=991","title":{"rendered":"Tempo, Tempo, Tempo: Dortmunds Powerfu\u00dfball erklimmt die n\u00e4chste Stufe"},"content":{"rendered":"<p>Gegentreffer? Bedeutungslos. Marco Reus? Hat einen Platz im Himmel sicher. Die H\u00f6lle von Neapel? Kann kommen! Nach dem traumhaften Kantersieg \u00fcber den Hamburger SV strotzt Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund nur so vor Selbstvertrauen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Bis zum bitteren Ende stand der Hamburger SV unter Belagerung. Selbst als nur noch wenige Minuten zu absolvieren waren, jagte Borussia Dortmunds Rakete Pierre-Emerick Aubameyang noch einem sicheren HSV-R\u00fcckpass auf Rene Adler hinterher &#8211; und zwang den Torwart der G\u00e4ste zu einem verungl\u00fcckten Schuss ins Aus. 6:2 stand es da bereits f\u00fcr den Spitzenreiter der Bundesliga, doch der BVB zeigte keine Gnade. Vier Tage vor dem ersten Gruppenspiel der Champions League spielten sich die schwarz-gelben Hochgeschwindigkeits-Fu\u00dfballer in einen wahren Rausch und dachten nicht im Traum daran, sich f\u00fcr den Hexenkessel von Neapel zu schonen.<\/p>\n<p><strong>HSV-Torwart Adler verhindert noch schlimmeres Debakel<\/strong><br \/>\nDer BVB kommt m\u00e4chtig ins Rollen, das ist die Quintessenz des 5. Spieltags der Bundesliga. Mit der optimalen Bilanz von f\u00fcnf Siegen aus f\u00fcnf Spielen und stolzen 15:4 Toren hat Borussia Dortmund nicht nur einen klubeigenen Startrekord aufgestellt. Viel mehr lieferte das Team von Trainer J\u00fcrgen Klopp ein Spektakel ab, das die Fans von den Sitzen riss. \u201eAuch die Haupttrib\u00fcne hat nach dem Spiel noch lange komplett gestanden, das kommt selbst hier in Dortmund nicht allzu oft vor\u201c, sagte Klopp und war sichtlich beeindruckt vom Auftritt seiner Truppe und von der Atmosph\u00e4re im ohnehin feierw\u00fctigen Westfalenstadion.<\/p>\n<p>Konterspezialist Aubameyang hatte G\u00e4stekeeper Adler gleich zwei Mal schlecht aussehen lassen (19., 65.) und bei dessen Weltklasse-Auftritt f\u00fcr Abz\u00fcge in der B-Note gesorgt. Robert Lewandowski (73., 81.) gelang ein weiterer Doppelpack, Henrich Mchitarjan (22.) sowie Marco Reus (74.) erzielten die restlichen  Tore f\u00fcr den haushoch \u00fcberlegenen BVB. Bei unglaublichen 32:4 Torsch\u00fcssen h\u00e4tten es noch viel, viel mehr sein m\u00fcssen. Mats Hummels (13.) und Marco Reus (38.) trafen noch vor der Pause jeweils die Latte, in der zweiten Halbzeit verhinderte Nationaltorwart Adler ein noch gr\u00f6\u00dferes Debakel. Gegen die schwarz-gelbe Gegenpressing-Maschine war kein Kraut gewachsen. \u201eObwohl wir von Tempo, Technik und Spielwitz der Dortmunder wussten, haben wir naiv gespielt\u201c, sagte HSV-Trainer Thorsten Fink, f\u00fcr den es nach der dritten Saisonniederlage wieder ungem\u00fctlich werden d\u00fcrfte.<\/p>\n<p><strong>Klopp: &#8220;Zwischenst\u00e4nde haben keine Relevanz&#8221;<\/strong><br \/>\nVorm Horrortrip nach Dortmund hatte der Hamburger Trainer alle Register gezogen, um vielleicht doch an die beiden \u00dcberraschungssiege gegen den Favoriten aus der Vorsaison anzukn\u00fcpfen. So schickte er eine Abwehr-Dreierkette in die unm\u00f6gliche Aufgabe, um mit dem zus\u00e4tzlichen Mann im Mittelfeld die R\u00e4ume dicht zu machen und die Angriffe der Borussia im Ansatz zu unterbinden. Doch das ging geh\u00f6rig daneben, weil Reus, Mchitarjan und Co. einen gro\u00dfen Tag erwischten und auch ohne den verletzten Ilkay G\u00fcndogan ein Tempospiel aufzogen, das den Experten Respekt abn\u00f6tigte und die Fans mit offenem Mund und gro\u00dfen Augen zur\u00fccklie\u00df. Nachdem seine Mannschaft bereits nach 22 Minuten deutlich hinten lag, beendete Fink das Abwehr-Experiment. Danach k\u00e4mpfte sich der HSV sogar zum zwischenzeitlichen Ausgleich, weil Zhi Gin Andreas Lam ein Traumtor von der Strafraumkante gelang (26.) und Heiko Westermann kurz nach der Pause die zweite Dortmunder Nachl\u00e4ssigkeit mit einem wuchtigen Kopfball zum 2:2 bestrafte (49.).<\/p>\n<p>Doch das war zu wenig, um dem BVB gef\u00e4hrlich zu werden. Die Dortmunder jagten zu zweit oder zu dritt allen B\u00e4llen hinterher und lieferten ein Gegenpressing par excellence &#8211; vielleicht sogar besser noch als im ersten Meisterjahr dieser BVB-Generation 2011. Angesichts der k\u00e4mpferisch, spielerisch, l\u00e4uferisch \u00fcberragenden Reaktion der Borussia rutschte Trainer Klopp ein bemerkenswerter Satz heraus: \u201eZwischenst\u00e4nde haben nur an schlechten Tagen f\u00fcr uns Relevanz.\u201c \u00dcber so weltliche Dinge wie Gegentore ist der BVB offenbar inzwischen hinaus.<\/p>\n<p><strong>Reus mit seinem besten Spiel f\u00fcr Schwarz-Gelb<\/strong><br \/>\nSchwarz-Gelb fuhr einfach einen Angriff nach dem n\u00e4chsten und lie\u00df sich selbst von Misserfolgserlebnissen in Serie nicht aus der Ruhe bringen. Bestes Beispiel daf\u00fcr war Mittelfeldakteur Reus. In seinem wohl besten Spiel im Dortmunder Dress spulte der Nationalspieler ein Riesenpensum ab. Er trieb seine Mannschaft immer wieder nach vorne und hatte nach seinem Lattentreffer noch drei weitere Gro\u00dfchancen, mit denen er im zweiten Durchgang an Adler scheiterte.<\/p>\n<p>Trotzdem hatte er die Nerven, bei einem spektakul\u00e4ren Konter auf den f\u00e4lligen Torschuss zu verzichten &#8211; zum Wohle des Teams: Der noch besser postierte Lewandowski bedankte sich f\u00fcr die Selbstlosigkeit des Kollegen mit dem Treffer zum 4:2, der letzte Zweifel am Erfolg der Westfalen beseitigte. \u201eWer solche B\u00e4lle durchl\u00e4sst, kommt in den Himmel\u201c, fl\u00fcsterte Klopp seinem Spielgestalter noch auf dem Rasen ins Ohr, wie er sp\u00e4ter freim\u00fctig bekannte. Reus belohnte sich derweil lieber schon zu Lebzeiten und feierte nur eine Minute nach der feinen Zusammenarbeit doch noch einen eigenen Torerfolg. <\/p>\n<p><strong>Hummels findet zu sich selbst<\/strong><br \/>\nIm Schatten der Dortmunder Angriffsmaschinerie hatte sogar ein Sorgenkind Zeit, sich frisches Selbstvertrauen zu holen: Mats Hummels, der im j\u00fcngsten Bundesligaspiel in Frankfurt nach schwacher Leistung zur Halbzeit ausgewechselt worden war und bei der Nationalmannschaft zuletzt sogar seinen Stammplatz verloren hatte. Gegen Hamburg spielte der Innenverteidiger die Partie souver\u00e4n herunter und war zweikampfst\u00e4rkster Akteur auf dem Platz. 92 Prozent aller Duelle gingen an ihn.<\/p>\n<p>Hummels fokussierte sich dieses Mal auf Grundlegendes: Er lie\u00df Ausfl\u00fcge in die gegnerische H\u00e4lfte und seine ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigten Risikop\u00e4sse fast v\u00f6llig au\u00dfen vor. Der 24-J\u00e4hrige gewann mit einem mehr als soliden Auftritt alte Sicherheit zur\u00fcck, die er und die BVB-Abwehr am Mittwoch im Stadio San Paolo beim SSC Neapel gut gebrauchen k\u00f6nnen. Auch wenn die Borussia in ihrer aktuellen Form jederzeit in der Lage scheint, ein Tor mehr zu schie\u00dfen, als sie bekommt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gegentreffer? Bedeutungslos. Marco Reus? Hat einen Platz im Himmel sicher. Die H\u00f6lle von Neapel? Kann kommen! 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